Femern A/S über die Vorbereitung des Tunnelbaus / Weitere Baugrunduntersuchungen

„Wir sind optimistisch“

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Für zwölf Bohrungen vor Fehmarn wird Mitte September diese Bohrplattform zum Einsatz kommen

Fehmarn –mb– Um einen kurzen Überblick zu geben, wie weit die Vorbereitungen für den Bau der Festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) bereits fortgeschritten sind, lud am Freitag Tunnelplaner, -bauer und -betreiber Femern A/S ins FFBQ-Infocenter in Burg ein.

Bauingenieur Matthias Laubenstein.

  • Seit 2014 vorbereitende Maßnahmen auf dänischer Seite
  • Ausgleichsmaßnahmen auf deutscher Seite
  • 100 Bohrungen vor Fehmarn im September
Matthias Laubenstein, Projektmanager und Bauingenieur bei Femern A/S, blickte zunächst auf die dänische Seite, wo bereits seit 2014 vorbereitende Maßnahmen getroffen werden. Mittlerweile habe man Entwässerungsarbeiten vorgenommen, die Wasser- und Stromversorgung sowie das Baustraßennetz und alle Radwege seien hergestellt, zählte der Bauingenieur beispielhaft auf.

Zwei „europäische Konsortien“, wie Laubenstein betonte, Femern Link Contractors (FLC) und Fehmarn Belt Contractors (FBC), bestehend aus dänischen, deutschen, holländischen, französischen und belgischen Firmen, sind für das gesamte Vorhaben durch Femern A/S beauftragt.

FLC ist dabei zuständig für den Tunnelbau samt Auffüllung des Tunnelgrabens sowie für die Herstellung der Portale und Anschlüsse der Hinterlandanbindungen. Begonnen habe man bereits mit dem Bau von Unterkünften und Büros und auch die Beschaffung von maritimer Spezialausrüstung sei auf dem Weg. Ab 1. Januar 2021 sollen dann die Tunnelelementfabrik, Portale und Rampen gebaut werden – Fertigstellung nicht vor 2022.

Bis Ende 2021 werden parallel der größte Teil der Aushubarbeiten im Arbeitshafen sowie dessen Wellenbrecher und die Umschließungsdämme für das Portalgebäude und die zukünftige Landgewinnungsfläche fertiggestellt sein. Aufgaben, für die FBC zuständig ist.

Auf der deutschen Seite, nachdem im Februar 2019 Rechtsmittel gegen den Planfeststellungsbeschluss eingelegt wurde, erfolgten seitdem über die Genehmigung zum Sofortvollzug vor allem Umweltmaßnahmen. „Dieser Ausgleich muss vorab hergestellt sein, damit wir mit dem Bau beginnen können“, so Laubenstein. Maßnahmen, die den Start sicherstellen, sind die Einrichtung der Stromversorgung der Baustelle, Die Erdkabelarbeiten sollen bis übernächste Woche abgeschlossen sein.

Mitte September: 100 Bohrungen auf Fehmarn

Seit 2009 führt Femern A/S Baugrunduntersuchungen vor und auf Fehmarn durch. Diese sollen ab Mitte September mithilfe von weiteren 100 Bohrungen (Durchmesser der Bohrung: 14,6 cm, zwischen fünf und 60 Meter Tiefe) an Land und zwölf vor Puttgarden, wo später die Landgewinnung geplant ist, noch detaillierter erfolgen. „Es geht um die Verfeinerung. Durch die flankierenden Drucksondierungen erhalten wir wichtige Kennwerte, was der Baugrund für die zukünftigen Bauwerke verträgt“, erklärte er. Zu den anstehenden Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht sagte Laubenstein: „Wir sind optimistisch, dass wir grünes Licht bekommen, um dann die Baustelle weiter einzurichten.“

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