SPD gewinnt aus Schuldiskussion neue Mitglieder, die sich nun weiter einbringen wollen

„Wir sind ja schon kampferprobt“

SPD-Jahreshauptversammlung am Dienstagabend: Während die Delegiertenwahl für den nächsten Kreisparteitag lief, stellte Fraktonsvorsitzender Joachim Nottebaum (r.) die Frage: „Wer würde mitmachen, wenn wir die Sundbrücke sperren?“

Von Heiko WittPUTTGARDEN • Die SPD Fehmarn will ihren neuen Mitgliedern, die sich bereits für die Einführung der Gemeinschaftsschule engagiert haben, eine Chance geben. „Ihr habt bewiesen, dass Ihr kampagnenfähig seid. Wir sollten aus diesem Potenzial schöpfen“, rief Vorstandsmitglied Klaus Osterkamp Dienstagabend bei der Jahreshauptversammlung der Sozialdemokraten auf dem Fährschiff „Deutschland“ aus.

Die Diskussionen auf Fehmarn um die künftige Schulform habe der SPD zwei Mitglieder gekostet, jedoch auch sechs neue gebracht, so der 1. Vorsitzende Uwe Hardt in seinem Jahresbericht. Und tatsächlich ließen die Neuen sich gestern bereits aufstellen, sei es als Delegierte für den nächsten SPD-Kreisparteitag oder auch schon für die Wahlkampfmannschaft, die bis zum Sommer das Programm für die Kommunalwahl 2008 ausarbeiten soll.

„Wir sind ja schon kampferprobt“, sagte Andreas Herkommer, „und wir hatten sogar schon eine Strategie in der Schublade für den Fall, dass es ein Bürgerbegehren gegen die Gemeinschaftsschule gegeben hätte. Da hätten wir noch mal sechs Wochen unseren Spaß gehabt.“ Der SPD-Fraktionschef Joachim Nottebaum lobte die unabhängige Arbeit der Elterninitiative „Eifesch“ und der Elternvertreter der Grundschulen. Ob einige der neuen Genossinnen und Genossen sich wohl gar schon um die Kandidatur zur Stadtvertetung bewerben werden?

Lob hatte Uwe Hardt aber auch für die sieben aktuellen Stadtvertreter der SPD parat, die geschlossen für die Gemeinschaftsschule gestimmt hatten: „Wohl noch nie zuvor haben sich Stadtvertreter so intensiv mit einem Thema befasst, das habt Ihr toll gemacht“, so der Vorsitzende an die Fraktion.

Doch der Mut der SPD hatte eine Grenze, als es um den möglichen Protest gegen die geplante Feste Fehmarnbeltquerung ging. Es stehe die Entscheidung bevor. Gegen Ende der Sitzung fragte Joachim Nottebaum auch in seiner Eigenschaft als einer der Sprecher des Aktionsbündnisses, ob man zum Äußersten greifen und die Fehmarnsundbrücke sperren sollte. Wer würde mitmachen? Zahlreiche Hände gingen hoch, doch flugs ergriff Bernd Friedrichs, Betriebsratsvorsitzender bei Scandlines, das Mikro: „Das würde unsere Kunden treffen.“ Auch Uwe Hardt meinte: „Es trifft die Falschen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.