Stadtkämmerer berichtet über Finanzlage Fehmarns / Verlust für 2020 verfünffacht sich

„Wir sind tief im Minus“

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Fehmarns Stadtkämmerer Mario Markmann.

Fehmarn –mb– Wie sieht Fehmarns aktuelle finanzielle Situation im Pandemie-Jahr aus? Der Fachbereichsleiter Finanzen der Stadt Fehmarn, Mario Markmann, berichtete am Dienstagabend im Finanzausschuss. Sorgenkind ist die Gewerbesteuer. Mittlerweile sei man in diesem Jahr bei knapp 6,8 Millionen Euro. „Zum Haushaltsansatz fehlen 3,2 Millionen Euro.“

  • Einbrüche bei der Umsatzsteuer
  • Zuschuss für Gewerbesteuerverluste soll im Dezember gezahlt werden
  • Haushaltssperre mit großer Mehrheit aufgehoben

Im Vergleich zu 2019 sind es sogar vier Millionen Euro. Einbrüche seien auch bei der Umsatzsteuer zu verzeichnen, „bei der Einkommenssteuer sind wir zurzeit noch im Soll“, so der Fachbereichsleiter Finanzen. In der Prognose für 2020 weist die Vorlage zum Nachtragshaushalt allerdings auch ein Minus von 237000 Euro aus.

Positiv für Fehmarn: Aufgrund der geringeren Gewerbesteuereinnahmen werde auch die Umlage nicht bei 1,0 Millionen Euro bleiben, so Markmann. 2019 waren es noch 1,9 Millionen Euro. Weiterer Lichtblick: „Von der Bundesregierung ist eine Kompensation geplant für die Gewerbesteuerverluste“, so Markmann, und aufgrund der vorgestellten Berechnung werde dies Fehmarn „ganz gut entgegenkommen“, da es ein Vergleich der letzten Jahre mit der aktuellen Lage sei. Bürgermeister Jörg Weber ergänzte: „Der Zuschuss soll im Dezember ausgezahlt werden.“

Weitere Informationen zu Fehmarns finanzieller Lage: Ohne Betrachtung der Abschreibungen und Rückstellungen liegt das Defizit der Stadt momentan bei 0,5 Millionen Euro. Drei Millionen Euro hat die Stadt auf dem Konto, dies aber aufgrund eines Kassenkredites in Höhe von zinsfreien 2,5 Millionen Euro, der Mitte November ausläuft, und einer bisherigen Stundung von 3,3 Millionen Euro Kreis- umlage, die bis Ende Oktober an den Kreis gehen muss. „Wenn man das beides rausnimmt, sind wir tief im Minus.“

Markmann wagte auch eine Prognose bis zum Ende des Jahres. „Wenn alles einigermaßen vernünftig läuft – und ohne Zuschüsse –, sind wir irgendwo zwischen 2,5 und drei Millionen im Minus.“

2,83 Millionen Euro Nachtragshaushalt

Entsprechend hatten die Ausschussmitglieder wenig später über einen Nachtragshaushaltsplan zu befinden. Statt den bisher prognostizierten 565000 Euro Verlust verabschiedeten die Kommunalpolitiker einstimmig einen Nachtrag von 2,83 Millionen Euro. Abseits der weggebrochenen Steuereinnahmen fehlen der Stadt im Vergleich zu 2019 momentan auch knapp 170000 Euro Parkplatzgebühren.

Da die einzelnen Fachbereiche ihre Aufwendungen auf das Nötigste reduzieren würden, könne die Haushaltssperre aus der Beschlussvorlage raus, so Markmann, was mit großer Mehrheit bejaht wurde.

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