Jachthafen Burgtiefe
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Digital ist besser: Der Jachthafen Burgtiefe möchte in einem Pilotprojekt über die Aktivregion Wagrien-Fehmarn den Hafenbetrieb digitalisieren.

Modellprojekt nimmt erste Hürde

Wird der Jachthafen Burgtiefe in Zukunft digital?

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Über die Förderung der Aktivregion Wagrien-Fehmarn bewirbt sich der Jachthafen Burgtiefe, zusammen mit Neustadt, für eine Förderung zur Digitalisierung der Verwaltung des Hafens.

  • Kooperationsprojekt Fehmarn und Neustadt.
  • Monitore für 550 Liegeplätze, Kosten geschätzt 144000 Euro, Förderung 60 Prozent.
  • Erst grünes Licht von der Aktivregion, dann muss die Politik Ja sagen.

Fehmarn – Die Digitalisierung macht selbstverständlich auch vor dem Tourismus nicht halt. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, möchten die Jachthäfen Burgtiefe und Neustadt mithilfe der Aktivregion Wagrien-Fehmarn mit einem Modellprojekt zur Digitalisierung des Hafenbetriebs an den Start gehen. Mit einer Kombination von Hafenverwaltungssystem und Hardware soll die Liegeplatzsituation quasi in Echtzeit erfasst werden. Ziel ist die Vereinfachung und Beschleunigung der Abläufe für einen reibungslosen und komfortablen Hafenbetrieb.

Software und Hardware für ein Rundum-sorglos-Paket

Was ist konkret geplant? Zum Test im regulären Hafenbetrieb sollen im kommenden Jahr 550 Liegeplätze (450 in Burgtiefe, 100 in Neustadt) mit einem solarbetriebenen und seewasserresistenten Monitor und Sensor an einer Stele ausgestattet werden. Zusammen mit einer passenden Software, die Teil des Modellprojekts ist, werden dann zahlreiche Infos über den Liegeplatz angezeigt. „Software und Hardware sollen ein Rundum-sorglos-Paket bieten“, so Fehmarns Tourismusdirektor Oliver Behncke.

Modellprojekt originär für Gastlieger

Gerade bei einer hohen Auslastung, die in Burgtiefe in diesem Jahr bei 100 Prozent liegt, kommt dem Angebot eine besondere Bedeutung zu. Die Digitalisierung biete Gastliegern die Möglichkeit, bereits vor Erreichen des Hafens mittels mobiler Anwendung über eine App einen Liegeplatz auszuwählen, zu buchen und zu bezahlen, so Behncke, der auch den Solidargedanken sieht. „Wer auf einen Törn geht, meldet den Liegeplatz über die Software unkompliziert frei und Gastlieger sehen genau, wie lange sie den Platz nutzen können.“

Behncke hofft, dass die Ende 2019 ermittelten Preise – 160 bis 200 Euro pro Monitor – noch gehalten werden können. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 144000 Euro für beide Häfen. Die Aktivregion würde das Kooperationsprojekt mit 60 Prozent fördern.

Ich bin verwundert, dass andere große Häfen nicht dabei sind.

Fehmarns Tourismusdirektor Oliver Behncke

„Wir finden das Projekt spannend und innovativ“, sagt Behncke, der zusammen mit dem Jachthafen Neustadt das Modellprojekt angehen will. Heiligenhafen hatte sich zuletzt aus dem Vorhaben zurückgezogen. „Ich bin verwundert, dass andere große Häfen nicht dabei sind“, so Behncke, der die digitale Ausrichtung der Häfen als erfolgversprechend einschätzt. Am Ende muss auch die Politik dem Vorhaben zustimmen. Bei einer ersten Vorstellung habe es ein positives Feedback gegeben, ist der Touristiker zuversichtlich.

Endgültiges Okay vom Vorstand der Aktivregion in der kommenden Woche

Aber eins nach dem anderen: Die erste Hürde nahm das Modellvorhaben bei der digitalen Arbeitskreissitzung der Aktivregion am Mittwochabend (7. Juli). Dem Projekt wurde in der Abstimmung ein hoher Qualitätsbezug im Sinne der Entwicklungsstrategie der Region zugesprochen. „In der kommenden Woche wird in der Vorstandssitzung die Entscheidung fallen, ob wir an das Land die Bitte auf Förderung stellen“, erklärt Regionalmanager Matthias Amelung. Ob Geld aus dem Budget der Aktivregion, das wiederum aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER) kommt, für das Projekt zur Verfügung gestellt wird, entscheidet das Land nach einer formalen Prüfung.

 In Skandinavien ist das schon gang und gäbe.

Sandra Belka, EGOH

Aus touristischer Sicht stützte Sandra Belka, zuständig für Tourismus bei der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (EGOH), in der Arbeitskreissitzung das Ansinnen aus Neustadt und von Fehmarn. „Diesen Service sollten die Jachthäfen anbieten. In Skandinavien ist das schon gang und gäbe.“

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