Museums-Verein will 2019 Mahlgang für Besucher in Betrieb nehmen / Zunächst Reparaturen nötig

Wird „Jachen Flünk“ wieder mahlen?

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Hans-Dieter Herrmann (l.) und Uwe Erich betrachten die deutlichen Schäden am kleinsten der drei Mühlsteine der Holländerwindmühle „Jachen Flünk“ in Lemkenhafen.

FEHMARN - mb - Seit Anfang der 1950er-Jahre steht der Betrieb der Hölländerwindmühle „Jachen Flünk“ in Lemkenhafen still. Wenn es nach dem Verein zur Sammlung Fehmarnscher Altertümer (Museums-Verein), der die Mühle unterhält, geht, wird sich dies zur nächsten Saison ändern. Für Anschauungszwecke soll dann wieder ein Mahlgang aktiviert werden. Nur maximal sieben Mühlen in Schleswig-Holstein sind momentan dazu in der Lage. Bis dahin gebe es aber noch viel zu tun, meint der Vereinsvorsitzende Uwe Erich.

„Für den Leerlauf hat es gereicht“, erklärt Erich, der dies vor Kurzem zusammen mit den beiden Mühlenbetreuern Hans-Dieter Herrmann und Peter Pintatis ausprobiert hatte. Darüber hinaus sieht es momentan allerdings noch düster aus. Die beiden Mahlsteine, Bodenstein (muss eventuell nur repariert werden) und oberer Läufer, des kleinsten Mahlgangs sind stark beschädigt und müssen ausgetauscht werden. „Der Mühlensachverständige Uwe Karstens hat uns aufgrund der erheblichen Rissbildungen deutlich davon abgeraten, den Mahlgang mit Korn in Betrieb zu nehmen“, so Erich.

Rund eine Tonne wiegt jeder der drei Mahlsteine, die leicht unterschiedliche Durchmesser – 1,35 m, 1,45 m und 1,50 m – aufweisen. Um nun im nächsten Jahr gelegentlich „einen Sack Korn“ mahlen zu können, müssen die beiden Mahlsteine ausgetauscht werden. Karstens, der als Sachverständiger seit vielen Jahren Gutachter und Autor von Fachbüchern ist und aus Ascheberg im Kreis Plön kommt, geht von Kosten zwischen 10000 und 15000 Euro aus. Momentan holt Mühlenbauer Ronny Beckmann Kostenvoranschläge ein.

Neben dem funktionsfähigen Equipment braucht es auch ausreichend Wissen um den Betrieb des Mühlsteins, das man sich erst Stück für Stück aneignen müsse, so der Vereinsvorsitzende. „Diesbezüglich sind wir ja noch Abc-Schüt­zen“, lächelt Uwe Erich und nennt den Kontakt zu den Kollegen der Krokauer Mühle bei Schönberg, die sich bereits Know-how angeeignet haben und regelmäßig Korn mahlen.

Momentan sei man auch dabei, die finanzielle Seite vorzubereiten. „Wir nutzen Mittel vom Tourismus-Service, Geld des Vereins und hoffen noch auf die Denkmalpflege“, zählt Erich auf. Wenn sich jemand angesprochen fühle, den Verein bei seinem Vorhaben zu unterstützen, würde man natürlich nicht Nein sagen, ergänzt er und ist noch voll des Lobes, wenn er an die Spendenbereitschaft der Fehmaraner denkt, die im letzten Jahr die Finanzierung der neuen Flügelwelle mit über 8000 Euro unterstützt hatten.

Erich ist zuversichtlich, dass die Inbetriebnahme der Mühle für Demonstrationszwecke bei den Besuchern auf Interesse stoßen werde. Auch das Landesamt für Denkmalpflege stehe hinter dem Vorhaben des Vereins. „Schon beim Leerlauf haben wir gemerkt, wie viel Spaß das macht.“

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