Zwei Kirchenkreismitarbeiter als Ansprechpartner / Keine Privilegien, sondern Hilfe für aussichtslose Fälle

Wohnungen für Flüchtlinge gesucht

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Team Wohnungssuche als Ansprechpartner für Mieter und Vermieter: Alexandra Klatt und Daniel Hettwich.

OSTHOLSTEIN -mb- Der Kirchenkreis Ostholstein wird künftig anerkannten Flüchtlingen bei ihrer Suche nach einer geeigneten Wohnung besonders unterstützen. Ein zentraler Aspekt des Angebots ist dabei die Begleitung und Beratung von Vermietern und Mietern während der ersten 100 Tage eines Mietverhältnisses. Vorhandene Unterstützungsangebote des Kirchenkreises für andere Wohnungssuchende mit geringem Einkommen bleiben davon unberührt.

„Unser Anliegen ist nicht, die eine Gruppe gegen eine andere auszuspielen“, erläutert Daniel Hettwich, der sich gemeinsam mit Alexandra Klatt speziell um Flüchtlinge mit einem Aufenthaltstitel kümmern wird. Der Kirchenkreis hat die neue Aufgabe im Auftrag des Landkreises Ostholstein übernommen.

Der Mangel an bezahlbaren Wohnungen ist auch in kleineren Städten groß – entsprechend konkurrieren unter anderem Geringverdiener, Großfamilien, Alleinerziehende oder Senioren mit kleiner Rente um einfache Wohnungen, die wenig kosten. „Flüchtlinge stehen da ganz am Ende“, so Hettwich, der in den vergangenen Jahren bei der Gemeindediakonie Lübeck in der Wohnraumvermittlung für „Menschen auf der Flucht“ gearbeitet hat. Klatt wiederum war unter anderem in einem Heim für unbegleitete Minderjährige in Plön tätig. Beiden ist eins wichtig: „Es geht nicht um Privilegien für Flüchtlinge, sondern um eine Hilfe, damit die Betroffenen überhaupt eine Chance bei der Wohnungssuche haben.“

Einerseits werde von Flüchtlingen erwartet, dass sie sich in die Gesellschaft integrieren, doch andererseits gelinge es ihnen nur schwer, eigenständig Wohnraum zu finden, so Klatt und ihr Kollege: „Dabei ist dies die Voraussetzung, um einen Neustart in einem noch fremden Land zu schaffen.“

Die Kirchenkreismitarbeiter sind sich der Schwierigkeiten auf beiden Seiten bewusst: „Vorurteile, Sprachschwierigkeiten und negative Erfahrungen der Vermieter sind da ebenso hinderlich wie die Unkenntnis über Rechte und Pflichten als Mieter.“ Klatt und Hettwich sehen sich als Brückenbauer zwischen Vermietern und Geflüchteten. „Nach meiner Erfahrung gibt es kein Problem, das nicht durch ein vernünftiges Gespräch gelöst werden könnte“, ergänzt die Diplom-Theologin und ausgebildete Pastorin Alexandra Klatt.

Neben der Vermittlung von geeignetem Wohnraum soll sich das Duo auch um administrative Dinge wie die Kostenübernahme für Miete und Kaution durch das Jobcenter oder die Anmeldung von Strom und den Abschluss einer Haftpflichtversicherung für die Flüchtlinge kümmern.

Interessierte Vermieter können sich per E-Mail an bezahlbar.wohnen@kk-oh.de wenden oder Alexandra Klatt unter 045218005213 und Daniel Hettwich unter 045218005207 anrufen.

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