Extremsportler durchtaucht Fehmarnbelt von Dänemark nach Fehmarn in vier Stunden und neun Minuten

Wolfgang Kulow holt den Weltrekord

+
Wolfgang Kulow (re.) hat es geschafft, einen neuen Weltrekord aufzustellen. Er ist der erste Mensch, der mit einem Wasserschlitten den Fehmarnbelt durchtaucht hat. Die Freude kannte keine Grenzen. Olaf Kuchenbecker vom RKI überreichte ihm die Urkunde

FEHMARN - Von Laura Oswald-Jüttner Wolfgang Kulow hat ihn geschafft – den neuen Weltrekord. Am Dienst durchquerte er den Fehmarnbelt von Rødbyhavn nach Fehmarn mit dem schnellsten Unterwasserschlitten, der derzeit auf dem Markt ist. Für die knapp 20 Kilometer lange Strecke (10,3 Seemeilen) benötigte der Großenbroder vier Stunden und neun Minuten.

„Hammer, Hammer, das war ein Wahnsinnsritt“, jubelte der 67-Jährige, als er um kurz nach 14 Uhr in der Nähe des Campingplatzes Puttgarden an Land ging. Bei besten Wetterbedingungen war Wolfgang Kulow um 9.57 Uhr in Dänemark ins Wasser gegangen.

Ausgestattet mit Tauchflasche und dem Unterwasserschlitten „Seabob“ ging es auf die Strecke. Die Sicht habe unter Wasser bei etwa fünf Metern gelegen, erzählte Kulow, der, kaum aus dem Wasser, schnell wieder bei Atem war.

Das Boot „Teupitz“ begleitete den Weltrekordversuch und diente dem Taucher als Orientierungshilfe. Elektronische Navigation habe nicht funktioniert, also zog das Schiff Bänder in grellen Neonfarben hinter sich her, die Wolfgang Kulow den Weg wiesen.

Vier Stunden und 45 Minuten hatte das Rekord-Institut für Deutschland (RID) vorgegeben, diese Zeit knackte der Extremsportler locker. Damit ist er der erste Mensch, der auf diese Weise den Fehmarnbelt durchtaucht hat. Er war sogar schneller als der schnellste Schwimmer, der den Fehmarnbelt jemals durchschwommen hat. Das freute ihn zusätzlich. Ganz spurlos ging die Strecke aber nicht an Wolfgang Kulow vorbei. Unterwegs habe er hin und wieder mit Wadenkrämpfen zu kämpfen gehabt, auch die Geschwindigkeit des „Seabob“ habe er zu keinem Zeitpunkt unterschätzt. „Das hat geflattert, als wenn eine Waschmaschine schleudert“, so Kulow. Da sei die Steuerung manchmal schwierig gewesen. Der Schlitten lasse sich im Grunde nur mit Gewichtsverlagerung steuern.

Fünf Tauchflaschen und vier Bobs brauchte Wolfgang Kulow auf der Strecke. Nur dafür durfte er überhaupt auftauchen. Wäre er aus einem anderen Grund an die Wasseroberfläche gekommen, wäre der Versuch ungültig gewesen.

Aber warum ist er überhaupt auf die Idee gekommen, den Fehmarnbelt zu durchtauchen? „Ich liebe die Herausforderung“, lachte der neue Weltrekordhalter. Und mit dem „Abenteuer vor der Haustür“, würde sich eine solche Aktion ja wohl anbieten.

Olaf Kuchenbecker vom RID zeigte sich beeindruckt von Wolfgang Kulow. „Das ist eine absolut großartige Leistung von ihm. Und die vorgegebene Zeit haben wir ja recht komfortabel unterboten“, so der Rekordrichter aus Hamburg. Auf der Weltrekordurkunde ist vermerkt, worin genau Wolfgang Kulow nun einen Rekord aufgestellt hat: „Für die schnellste Unterwasser-Querung des Fehmarnbelt mit Atemgerät und Tauchscooter“. Die 25 Stundenkilometer, die der „Seabob“ erreichen kann, konnte Wolfgang Kulow natürlich nicht austesten. Das hätte in einer Wassertiefe von bis zu zehn Metern gefährlich werden können. „Da wirken ja unheimliche Kräfte auf den Körper“, sagte der Extremsportler.

Eine kleine Schrecksekunde habe es beim ersten Wechsel der Tauchflasche, wie Olaf Kuchenbecker verriet. Während die Helfer die Flasche auswechseln wollten, verhedderte sich Wolfgang Kulow in seiner Sicherungsleine. So ging wertvolle Zeit verloren, die Aktion kostete eine knappe Viertelstunde. Danach sei aber alles glatt gelaufen.

Das ganze Team, das zum Weltrekord des Extremsportlers (Mitte) beigetragen hat, freute sich riesig über den Erfolg

Glatt war überhaupt das Stichwort. „Die Ostsee ist glatt wie ein Spiegel“, freute sich Wolfgang Kulow, als er am frühen Abend im Hafen von Orth ankam. Der Weg zur offiziellen Übergabe der Urkunde sollte nicht ganz ohne Beeinträchtigungen ablaufen. Bereits am Montag war einer der der Motoren des Begleitbootes ausgefallen. Das sei auf der Strecke durch den Fehmarnbelt nicht weiter schlimm gewesen, da die Crew ohnehin nicht Vollgas fahren durfte, wie Ronny Roskosch, Tauchexperte der Firma Cayago, die den „Seabob“ herstellt. Am Dienstagabend führte das allerdings dazu, dass Wolfgang Kulow und Mannschaft fast drei Stunden für die Bootsfahrt von Puttgarden nach Orth benötigten. Seine Ehefrau Iris war zwischendurch versucht, einen Suchtrupp loszuschicken. Als das Boot schließlich im Hafen einlief, war der Jubel noch einmal ziemlich groß.

Wolfgang Kulows nächstes Projekt steht schon fest: Im Februar will er wieder den Baikalsee in Angriff nehmen. Dieses Mal aber nicht mit dem Fahrrad, sondern zu Fuß. Ein bisschen will er den Weltrekord jedoch genießen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.