Fernverkehr nach Kopenhagen: IC3 wird zum 15. Dezember abgezogen

Zehn Jahre Geduld

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DER IC3 nach Kopenhagen bei der Verladung auf die Fähre.

Fehmarn – Von Andreas Höppner – Noch fahren sie auf der Vogelfluglinie von Hamburg über Puttgarden nach Kopenhagen – die dänischen IC3-Züge. Doch mit dem Fahrplanwechsel zum 15. Dezember 2019 ist Schluss. Dann verkehren die sogenannten „Gumminasen“ zukünftig von Hamburg über Padborg und den Großen Belt in die dänische Hauptstadt. Ostholstein wird jahrelang vom Fernverkehr abgekoppelt bleiben.

Ursächlich hierfür sind nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) „zunehmende Bauarbeiten mit Schienenersatzverkehr in Dänemark“, die im Zuge der Errichtung der Festen Fehmarnbeltquerung erfolgen. Die Festlandroute biete hingegen ganzjährig umsteigefreie Verbindungen mit gleichbleibend schneller Reisezeit von etwa vier Stunden und 40 Minuten. Und durch den Einsatz längerer Züge bleibe die Platzkapazität bei zukünftig drei Fahrten pro Tag und Richtung so hoch wie bisher bei sechs Fahrten in der Hochsaison, sieht die DB durch die Neuregelung keinen Nachteil.

Eine Verschlechterung für die Bahnkunden in Ostholstein ist aber nicht von der Hand zu weisen, denn es bleibt nur noch die IC-Verbindung von Fehmarn nach Köln in der Saison. Und für die Pendler die Regionalbahn, die lediglich alle zwei Stunden fährt. Vermutlich ab 2022 ist der Nordkreis dann komplett vom Bahnverkehr abgehängt, da für die Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung die Strecke ab Neustadt in Richtung Norden auf der Bestandstrasse ausgebaut und elektrifiziert wird. Als Schienenersatzverkehr soll dann ein hochmoderner Bus im Ein-Stunden-Takt verkehren und die Anbindung des Kreisnordens nach Lübeck sicherstellen.

In der Pressemitteilung zum Fernverkehrsplan 2020 heißt es vonseiten der Deutschen Bahn: „Mit Fertigstellung der Festen Fehmarnbeltquerung geht es dann öfter und schneller auch zwischen Hamburg und Kopenhagen.“ Die DB bittet ihre Kunden also um rund zehn Jahre Geduld.

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