Fraktion wird ohne Wenn und Aber für Gemeinschaftsschule stimmen

SPD zeigt sich geschlossen

Die SPD-Spitzen machten deutlich, warum sie sich für die Gemeinschaftsschule aussprechen: (v. l.) Klaus Osterkamp, Joachim Nottebaum, Rudolf Dübe und Uwe Hardt.

Von Heiko WittFEHMARN • „Es handelt sich hier nicht um einen Streichelzoo, sondern um eine leistungsorientierte Schule. Ich bin der Meinung, dass es die bessere Schule ist.“ Der Stellvertretende Vorsitzende der SPD Fehmarn, Klaus Osterkamp, sprach sich in einer Pressekonferenz der Sozialdemokraten Fehmarns ohne Wenn und Aber für die Einführung der Gemeinschaftsschule zum 1. August 2007 aus.

Und auch der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Stadtvertretung, Joachim Nottebaum, machte eine klare Ansage: „Wir werden in der Sondersitzung am 21. Februar geschlossen für die Gemeinschaftsschule stimmen.“ Er sagte es schon vor der Anhörung der „Initiative zielorientierter Eltern“ (Itze) in der Stadtvertretung, die aufgrund des Einwohnerantrages kommen wird. Ein Termin dafür ist übrigens immer noch nicht festgelegt.

"Demokratisch legitim"

Die SPD richtete Kritik an die „Itze-Leute“, wie sie nur genannt wurden. Es sei fast eine Drohung, zu sagen, es gebe einen Bürgerentscheid, wenn die Stadtvertretung nicht im Sinne der Initiative entscheiden würde. Joachim Nottebaum sagte aber auch, dass dieser Schritt „demokratisch legitim“ sei. Nach seiner Meinung sei ein erneuter Beschluss der Stadtvertretung gar nicht erforderlich, doch er trage zur Rechtssicherheit bei.

Die Entwicklung der Schülerzahlen mache deutlich, dass das Inselgymnasium auf Dauer nicht mehr bestehen könne, sagten die SPD-Spitzen. „Es wird von den Itze-Leuten gesagt, die Zahlen sind alt. Doch es handelt sich um Fakten. Es geht um die Anzahl der geborenen Kinder und die konkreten Schulanmeldungen. Härter können keine Zahlen sein“, so Klaus Osterkamp.

Wurden 1995 und 1996 jeweils 148 Schüler in den vier Grundschulen eingeschult, waren es nach den Zahlen im letzten Jahr nur noch 115. 2007 werden es nur noch 106 und 2008 gar nur 83 Schüler sein. 2009 und 2010 steigt die Zahl noch einmal auf 96 und 109, um sich dann 2011 und 2012 auf jeweils 90 einzupendeln.

„Zukunftsfähigkeit der Bildung“

Der Vorsitzende der SPD Fehmarn, Uwe Hardt, kritisierte, dass die Gegner der Gemeinschaftsschule sich keinen fachlichen Rat geholt hätten. Hingegen hätten die Befürworter unzählige Veranstaltungen mit Fachleuten angeboten. Man solle der Konzeptgruppe das Vertrauen schenken. „Es gibt schon die Papiere, die in die Einzelheiten gehen, was in den einzelnen Jahrgangsstufen gemacht werden soll“, so Hardt.

„Wenn die Schulleiter das Konzept als zukunftsfähig sehen, dann denken sie an die Zukunftsfähigkeit der Bildung auf Fehmarn“, versicherte Klaus Osterkamp. Beispielsweise biete die Gemeinschaftsschule Spätentwicklern bessere Chancen. Es gebe zentrale Bildungsabschlüsse, die auch Vergleichsmöglichkeiten der Schulen zuließen, hieß es. Osterkamp: „Die einzige Möglichkeit, das Abitur auf Fehmarn zu verteidigen ist, dass man die Basis verbreitert.“

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