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Zertifizierung: Fehmarn-Museum wird fit für die Zukunft gemacht

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Von: Manuel Büchner

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Fehmarn-Museum zertifizierung fehmarn
Das Fehmarn-Museum ist seit diesem Monat im Zertifizierungsprozess. © Manuel Büchner

Das Fehmarn-Museum soll 2022 wieder öffnen. Zugleich ist das Haus in einem einjährigen Zertifizierungsprozess. Die verantwortliche Mitarbeiterin der Stadt hat viel vor in der nächsten Zeit.

Fehmarn – 2019 hatte das Fehmarn-Museum das letzte Mal geöffnet. In diesem Jahr soll es ein Comeback geben. Zwischenzeitlich hatte die Stadt Fehmarn als Betreiber vom Verein zur Sammlung Fehmarnscher Altertümer (kurz: Museums-Verein) übernommen. Gleichzeitig läuft seit diesem Monat eine einjährige Zertifizierung des Hauses in der Breiten Straße 49. Ein Angebot für Museen in Schleswig-Holstein mit dem Ziel, sich zukunftsfähig aufzustellen. Alexandra Schliebener formuliert es so: „Ein Heimatmuseum, das die Geschichte und die Wurzeln der Insel und ihrer Bewohner präsentiert – ansprechend für eine breite Masse an Besuchern.“ Die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung hat den Hut auf für die Weiterentwicklung des Museums. Für sie ist es eine Herzensangelegenheit.

Je tiefer ich in die Materie einsteige, desto interessanter wird es.

Alexandra Schliebener

„Je tiefer ich in die Materie einsteige, desto interessanter wird es“, so Schliebener, die sich zugleich beeindruckt zeigt von der langjährigen Leistung des Vereins, nachdem dieser das Museum von Peter Wiepert übernommen hatte. Digitalisierung und Modernisierung könne ein Verein im Ehrenamt nicht mehr leisten, so die Verwaltungsmitarbeiterin, wenngleich sie weiterhin fortlaufend Fragen an den Museums-Verein habe.

Viel Arbeit – „worauf ich viel Lust habe“

1000 Euro muss die Stadt für die fünf Jahre gültige Zertifizierung auf den Tisch legen, deren Träger das Nordkolleg Rendsburg ist – eine Akademie für kulturelle Bildung. Im Gegenzug bekommt die Stadt individuelle Beratung von ausgewiesenen Experten. Ab Februar nimmt Alexandra Schliebener im Vier- bis Sechswochentakt an ein- bis zweitägigen Fortbildungsseminaren teil, um Wissen rund um Museen zu erlangen sowie ein Museums- und Sammlungskonzept zu erarbeiten. „Da wird viel Arbeit drinstecken, worauf ich viel Lust habe“, so Schliebener. Zuletzt hatte bereits ein Gespräch zwischen der Fehmaranerin und der Leiterin der Zertifizierung stattgefunden. „Sie hat sich vier Stunden lang alles ganz genau angehört und angeschaut.“

Fehmarn-Museum Zertifizierungsprozess fehmarn
Alexandra Schliebener steht quasi in der Gerichtsstube der Fehmarnschen Landvögte in Landkirchen. Ein Raum von insgesamt 23, die das Museum zu bieten hat. © Manuel Büchner

Wie geht es weiter? Es wird sortiert, eine digitale Inventaraufstellung muss erarbeitet werden, zudem braucht es ein Depot, das eine fachgerechte Lagerung zulässt, denn: „Wir wollen nicht mehr alles ausstellen, was möglich ist.“ Das Museum soll zudem digital werden mit Audioguides, einer Webseite und Auftritt in den Sozialen Medien. Alles im Sinne der Zertifizierung, dazu gehört auch eine jährliche Sonderausstellung mit klarer Akzentuierung. Bis Ende Oktober muss Schliebener umfangreiche Unterlagen einreichen, die eine Fachjury begutachtet und die dann über die Zertifizierung entscheidet.

Rückendeckung für Modernisierung des Museums aus der Politik

50000 Euro sind für das Museum im Haushalt 2022 abrufbar. „Es wird auch zukünftig Geld benötigt, das ist der Politik klar“, ist die Mitarbeiterin der Stadt dankbar für die Rückendeckung aus den Fraktionen. Das gelte auch für die zukünftige Unterstützung in Sachen Marketing durch den Tourismus-Service Fehmarn. 

Viel Potenzial – viele Ideen

Dass im Fehmarn-Museum viel Potenzial für die Zukunft steckt, daraus macht Schliebener keinen Hehl. Ein neues Beleuchtungssystem schwebt ihr vor, auch ein Raum, in dem Besucher über Video und Audio in die alte Zeit eintauchen können, auch Lesungen, Heimatabende und Kindertheater mit Bezug zur Heimatgeschichte könnten stattfinden. Nicht zuletzt die Schulen der Insel sollen einbezogen werden. Museumspädagogik ist Teil des Zertifizierungsprozesses.

Langfristig sollte es zudem darum gehen, das Museum dauerhaft zu öffnen. „Ein lebendiges Haus – das ganze Jahr über“, ist Schliebener zuversichtlich.

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