Hinrich Köhlbrandt sitzt vor den Plänen des neuen Reitsportzentrums
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FRRV-Vorsitzender Hinrich Köhlbrandt vor den Plänen für das neue Reitsportzentrum auf Fehmarn. Er ist zuversichtlich, dass der erste Spatenstich noch in diesem Herbst erfolgen kann.

Vorhaben kostet sechs Millionen Euro

Ziel: Erster Spatenstich im Herbst für Reitsportzentrum

  • Andreas Höppner
    vonAndreas Höppner
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Die Realisierung des Reitsportzentrums auf Fehmarn ist eine Herkulesaufgabe für den Fehmarnschen Ringreiterverein (FRRV). Es soll den Mitgliedern bessere Rahmen- und Trainingsbedingungen bieten und der Turniersportentwicklung Rechnung tragen.

  • Hinrich Köhlbrandt: Reitsport ist im Wandel.
  • Reitsportzentrum ist ein Millionenvorhaben des Fehmarnschen Ringreitervereins.
  • Die Kaufverträge sind geschlossen, die Finanzierung steht.

Fehmarn – Es ist ein Riesenprojekt und das größte, das der Fehmarnsche Ringreiterverein (FRRV) in seiner über einhundertjährigen Geschichte realisieren will: das neue Reitsportzentrum. Vor etwas mehr als einem Jahr hatten die Mitglieder der vierköpfigen Projektplanungsgruppe um den FRRV-Vorsitzenden Hinrich Köhlbrandt einstimmig grünes Licht gegeben, das ehrgeizige und auf rund sechs Millionen Euro taxierte Projekt umzusetzen. 

Man muss immer mit positiven Gedanken an die Sache herangehen.

Hinrich Köhlbrandt

„Man muss immer mit positiven Gedanken an die Sache herangehen“, weiß Hinrich Köhlbrandt, dass Durchhaltevermögen erforderlich ist, um solch ein Millionenvorhaben zu realisieren. Die Planungen sind relativ weit fortgeschritten. Die in der Dezember-Sitzung der Stadtvertretung einstimmig erfolgte F-Planänderung liegt dem zuständigen Ministerium zur Prüfung vor, das B-Plan-Verfahren läuft. Köhlbrandt hofft auf einen Satzungsbeschluss im Juni, sodass „noch in diesem Herbst der erste Spatenstich“ erfolgen kann. „Die Kaufverträge sind geschlossen, die Finanzierung steht“, sind nach seinen Angaben weitere wichtige Eckpunkte des Projekts erfüllt.

Zwei der 6,8 Hektar bleiben Grünland

Gekauft hat der FRRV eine 6,8 Hektar große Ackerfläche zwischen Burg und Niendorf östlich der Kreisstraße. Hier soll das neue Reitsportzentrum mit zwei Hallen und einem großen Außenplatz entstehen. „Überplant wird eine 4,8 Hektar große Fläche, zwei Hektar am Nordrand des Areals bleiben Grünland“, so Köhlbrandt. Im Gegenzug gibt der schuldenfreie Verein im Herbst sein Gelände am Grünen Weg in Burg ab, wo Bauland entstehen soll und in diesem Juni dann ein letztes Mal das Fehmarn-Pferde-Festival ausgerichtet werden kann.

Mit der Realisierung des neuen Reitsportzentrums erhofft sich der FRRV zwei wesentliche Dinge. Zum einen möchte er seinen Mitgliedern bessere Rahmen- und Trainingsbedingungen bieten, zum anderen der Turniersportentwicklung Rechnung tragen und sich mit einer qualitativ hochwertigen Anlage zukunftsfähig aufstellen. „Der Reitsport wird sich auf große Top-Plätze konzentrieren, das trifft auch für Schleswig-Holstein zu“, hat der FRRV-Vorsitzende in den letzten Jahren im Reitsport einen Wandel erkannt. Und solche modernen Arenen mit Ebbe-Flut-Plätzen wird es zukünftig auch auf Fehmarn geben. Im Freien wird der Platz eine Fläche von 65 x 125 Metern umfassen, der bisherige Rasenplatz am Grünen Weg misst nur 60 x 90 Meter.

Kaufhaus Stolz wird Namensgeber für die Reitsporthalle

Neben dieser schmucken Außenanlage werden auf der Westseite des Areals zwei Hallen errichtet. Eine kleinere Vorbereitungshalle mit 25 x 60 Metern, die die Mitglieder täglich kostenfrei zum Training nutzen können, und eine große Reithalle von 40 x 80 Metern. Das Innenmaß beträgt 30 x 70 Meter. Das Investitionsvolumen für beide Hallen, die ebenfalls mit Ebbe-Flut-Standard ausgestattet sind, beläuft sich auf insgesamt rund 2,5 Millionen Euro. Noch offen sei, inwieweit die Haupthalle mit einer Stahl- oder Holzkonstruktion errichtet werden könne, so Hinrich Köhlbrandt. Sicher sei hingegen, dass das Kaufhaus Stolz Namensgeber der großen Halle werde. „Für die zweite Halle wird noch einer gesucht“, berichtet Köhlbrandt. Beide Hallendächer sollen zudem mit Fotovoltaikanlagen ausgestattet werden. Zwischen Haupthalle und Außenplatz gibt es einen Zuschauerraum sowie einen 250 Quadratmeter großen Veranstaltungsraum, der auch für Unterricht oder Seminare genutzt werden kann, weitere Funktionsräume sowie mittig einen Schiedsrichterraum, der über eine Wendeltreppe erreicht werden kann.

Der Lageplan des neuen Reitsportzentrums auf Fehmarn.

„Wir haben alles gut besprochen“, ist Köhlbrandt zuversichtlich, die Planungen höchst realistisch vorgenommen zu haben. Wie zutreffend diese Annahmen wirklich sind, werden die Ergebnisse der Ausschreibungen zeigen. Der FRRV-Chef ist auf jeden Fall erleichtert, dass nicht europaweit, sondern nur national ausgeschrieben werden muss.

Verein musste beim Einwerben von Fördermitteln einige Abstriche machen

Sämtliche Wege und Parkplätze am neuen Reitsportzentrum sollen laut Köhlbrandt wassergebunden errichtet werden. Das setze ein gutes Entwässerungssystem voraus und erfordere gute Pflege, blickte der Vereinschef voraus. Denn auch der Ringreiterverein hat beim Einwerben von Fördermitteln einige Abstriche machen müssen. So habe das Ministerium die Aufnahme in das Ortsentwicklungskonzept abgelehnt, und auch über die Aktivregion Wagrien-Fehmarn sei eine erhoffte Förderung ausgeblieben, bedauert Köhlbrandt. Allerdings sei die zugesagte Landesförderung von 1,5 Millionen Euro, über die sich der Verein sehr gefreut habe, wesentlicher Bestandteil des Finanzierungskonzeptes.

Doch ganz obenan stehen unsere Mitglieder.

Hinrich Köhlbrandt

Wird das Reitsportzentrum Fehmarn in etwa zwei Jahren seinen Betrieb aufnehmen können, hofft Köhlbrandt, dass der Fehmarnsche Ringreiterverein nicht nur national weiterhin eine gute Adresse sein wird, sondern auch – mit Blickrichtung Skandinavien – international Beachtung findet. „Doch ganz obenan stehen unsere Mitglieder“, versichert der Vereinsvorsitzende abschließend.

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