Dehoga – Ostholstein braucht Qualität

Zielgruppen ins Visier nehmen

Prof. Dr. Mathias Feige von der dwif-Consulting GmbH zum Tourismusbarometer.

OSTHOLSTEIN (st) • „Jeder Einzelne“ müsse dazu beitragen, dass der Tourismus in Ostholstein einen Aufschwung erfährt, erklärte der Dehoga-Kreisverbandsvorsitzende Peter Lüttgens am Dienstag auf der Verbandstagung in der Grömitzer „Strandhalle“.

Dann gelte es, „Kräfte zu bündeln“ und „gemeinsam an einem Strang zu ziehen“. Der Tourismus müsse im Vergleich zu den Nachbarn in Mecklenburg-Vorpommern aufholen. Wie ein solcher Wandel, der sicherlich schon eingesetzt hat, fortgeführt und intensiviert werden kann, versuchten drei Experten den Gästen zu vermitteln.

Bei den Vorträgen der Gastredner Prof. Dr. Mathias Feige von der dwif-Consulting GmbH, Albert Becker vom Wirtschaftsministerium des Landes und Philip Dornberger, Produktmanager Gastronomie bei der Tourismus Agentur Schleswig-Holstein (TASH), kristallisierte sich ein klarer Grundtenor heraus: Die Anbieter – ob in der Gastronomie oder im Beherbungsgewerbe – müssen zielgruppenorientierter arbeiten. Der Markt muss im Auge behalten, Trends müssen erkannt und auf Zielgruppen zugeschnitten umgesetzt werden.

Die Kunden halten den Orten nicht mehr die Treue und bleiben auch nicht mehr gleich mehrere Wochen. Mit einer durchschnittlichen Übernachtungsdauer von 5,3 Nächten liege Ostholstein immer noch sehr weit vorn (das Land Mecklenburg-Vorpommern liegt bei 4,1 Nächten), doch der Tend sei fallend, während er in Meck-Pomm steigend sei, erklärte Prof. Dr. Matthias Feige im Rahmen seines Vortrages zum „Tourimusbarometer Schleswig-Holstein“.

Daher müsse man „systematisch Quellenmärkte erschließen“ und „Marketing-Euros investieren“, um die Kundenansprache „auszuweiten und zu präzisieren“. Zudem müsse das gesamte Land einen höheren Standard erreichen. Unterkünfte mit vier oder fünf Sternen machen gerade einmal 27 Prozent aus. In Meck-Pomm sind es 52 Prozent.

Auf Modernisierung zielt auch das Förderungsprogramm des Landes ab. Denn Gelder bekommt nur, wer auf einer Linie mit dem Tourismuskonzept des Landes liegt. Bis zu 35-prozentige Förderung erhält derjenige, der „Arbeitsplätze erhält und sein Angebot zielgruppengerecht anpasst“, erklärte Albert Becker vom Wirtschaftsministerium. Genauere Infos zur Förderung gibt es unter www.ib-sh.de.

Die TASH verfolgt zudem ein spezielles Gastronomiekonzept, das ebenfalls auf eine verbesserte Kundenansprache abzielt. Dies soll zum einem durch die schlichte Verbesserung der Qualität, zum anderen durch Erfahrungsaustausch im Netzwerk und sogenanntes „Cross-Marketing“ geschehen, einem Bewerben mit informativen Querverweisen. „Man muss den Gästen die Vielfältigkeit des Landes näherbringen“, appellierte Philip Dornberger an die anwesenden Gastronomen. Ein spezielles Portal im Internet soll ab dem 1. Februar unter www.genusswelten-sh.tourismus.de erreichbar sein. Hier finden interessierte Anbieter Anregungen und Hilfe bei der Aufwertung des jeweiligen Angebotes.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.