Breitbandausbau ZVO Ostholstein
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ZVO-Breitband-Chef Torsten Hindenburg (3.r.) und sein Team beim Aufbau eines Glasfaserverteilers in Guttau (Grömitz). Fehmarn bekommt auch einen von sieben Kästen, die Glasfaseranschlüsse für die Weiterverteilung bündeln.

Der Markt macht die Preise

Zweckverband Ostholstein: 30 Prozent Gaspreisanstieg für Kunden ab 2022

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Der Zweckverband Ostholstein muss seine Gaspreise zum Jahresbeginn um 30 Prozent erhöhen. Schuld sind die hohen Preise am Weltmarkt. Beim Breitbandausbau sind mittlerweile alle Arbeiten vergeben.

  • Preise haben sich am Weltmarkt vervierfacht.
  • Frank Spreckels: ZVO-Preise im Vergleich günstig.
  • Kommunaler Glasfaserausbau: ZVO hält an Zeitplan bis Ende 2023 fest.

Fehmarn/Sierksdorf – Die Preise für die 15000 Gaskunden des Zweckverbandes Ostholstein (ZVO) werden zum 1. Januar 2022 um rund 30 Prozent steigen. Darüber informierte Verbandsvorsteher Frank Spreckels gestern in einem Pressegespräch. Die Preise am Gasmarkt hätten sich bis Oktober im Vergleich zum letzten Jahr vervierfacht, so Spreckels, „und das betrifft auch uns“. Aufgrund der Einkaufsstrategie hat sich der Beschaffungspreis für das kommunale Unternehmen mit Sitz in Sierksdorf „nur“ verdoppelt. Im Vergleich zu anderen Anbietern „sind die Preise günstig“, sagte der Verbandsvorsteher.

Es sind immense Belastungen für die Menschen.

Verbandsvorsteher Frank Spreckels

Seine Kunden hat der ZVO bereits informiert. „Es sind immense Belastungen für die Menschen“, ist sich Spreckels – auch durch Gespräche mit einzelnen Betroffenen – bewusst, erinnerte jedoch daran, dass der ZVO und andere Versorger keinen Einfluss auf die Weltmarktpreise haben. „Wir sind am Ende der Nahrungskette.“ Wie die Preise sich zukünftig entwickeln, könne er nicht sagen, zu viele Faktoren spielen eine Rolle. Nur so viel: „Seit Oktober ist eine Stabilisierung auf hohem Niveau erkennbar.“ Gebe es langfristig sinkende Preise, werde der ZVO dies an seine Kunden weitergeben.

Glasfaser: Anfang 2022 ist Baustart auf Fehmarn

„Wir bauen da aus, wo die Märkte versagt haben“, leitete Spreckels das Thema kommunaler Breitbandausbau ein. Die gute Nachricht: Der ZVO hält am Abschluss des Projekts für Ende 2023 fest (wir berichteten). „Das ist unser Ziel, auch wenn wir in den letzten zwei Jahren immer wieder erleben durften, wie Planungen über den Haufen geschmissen wurden“, sagte Torsten Hindenburg, Geschäftsführer der ZVO-Breitbandsparte, die das Netz aufbaut, das von der TNG Stadtnetz GmbH gepachtet und betrieben wird.

Mittlerweile sind alle Baumaßnahmen vergeben. Über 3100 Hausanschlüsse sind bereits nutzbar in sieben Gemeinden (darunter Göhl). Am Ende werden es bis zu 13000 Hausanschlüsse für schnelles Internet sein, wobei deutlich mehr Haushalte erreicht werden können durch Doppel- und Mehrfamilienhäuser.

Fehmarn gehört zu den Nachzüglern

Einige Gemeinden müssen sich etwas länger gedulden. Sieben Nachzügler gibt es sozusagen unter den 29 Gemeinden, in denen das kommunale Netz als Letztes an den Start gehen wird: Ahresbök, Ratekau, Neukirchen, Heringsdorf, Gremersdorf, Großenbrode und Fehmarn. In den sieben Gemeinden sollen die Arbeiten im ersten Quartal 2022 beginnen, so Hindenburg. Fehmarn und Großenbrode bilden eine Einheit – und hier wird es wohl am längsten dauern, hatte der Chef der Breitbandsparte bereits im Sommer angedeutet.

In Guttau (Grömitz) lässt der Zweckverband Ostholstein einen Glasfaserverteiler aufbauen.

432 km Leerrohre, darunter 66 km zusammen mit anderen Versorgern, und 757 km Glasfaserkabel sind bereits verlegt, und 5713 Hauseinführungen sind installiert, berichtete Hindenburg. Der Glasfaserverteiler (PoP, Point of Presence) für Fehmarn – einer von insgesamt sieben – ist bestellt und wird im kommenden Jahr aufgestellt.

Förderanträge bei Bund und Land in der Mache

Ein vorläufiger Bescheid stellt eine Förderung des Bundes über etwa 15 Millionen Euro in Aussicht. „Der Antrag ist jetzt finalisiert“, so Hindenburg, auch beim Land beantrage man eine Förderung. „Beide Bescheide erwarten wir im März oder April des kommenden Jahres.“ Beim Bund liegt die maximale Förderquote bei 50 Prozent, aus Kiel gibt es höchstens 25 Prozent.

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