Die Coronavirus-Pandemie bringt für viele Ängste mit sich: Angst um die Angehörigen, den Job und die eigene Gesundheit.
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Die Coronavirus-Pandemie bringt für viele Ängste mit sich: Angst um die Angehörigen, den Job und die eigene Gesundheit.

Schwermut überwinden

Mit schwierigen Situationen umgehen: Neurochirurg erklärt, wie Sie sich Ängste abtrainieren können

  • Juliane Gutmann
    VonJuliane Gutmann
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Ängste sind normal und sichern das Überleben. Doch wenn sie überhand nehmen, machen sie Betroffenen das Leben schwer. Ein Experte erklärt, wie Sie Angst in den Griff bekommen.

Ängste kennt und hat jeder. Etwa die Angst, eine Prüfung zu versieben, einen Job nicht zu bekommen oder Angst vor Spinnen. In vielen Situationen im Leben ist Angst sehr hilfreich. Zum Beispiel bewahrt einen Angst vor dem gefährlichen Balancieren über einen Abgrund oder davor, mit dem Auto viel zu schnell zu fahren. Doch Angst kann auch immens hinderlich sein, etwa wenn es um eine Gehaltsverhandlung oder einen Vortrag geht.

Angstreaktionen variieren je nach Charakter. Wo die einen erstarren, fühlen sich andere hyperaktiv und getrieben. Der konstruktivste Weg, Ängste zu überwinden, ist allerdings der, der primitive Reaktionen überwinden lässt. Rationalität ist hier hilfreich, also vernunftgeleitetes Denken und Handeln. Wer unerwartete Ereignisse systematisch analysiert, die Angst überdenkt und auf Grundlage einer angemessenen Perspektive Maßnahmen ergreift, überwindet das Tief schneller*, wie Business Insider schreibt. Die Reise von der Dissonanz zur Konsonanz hin sei es, die angestrebt werden sollte.

Ängste überwinden durch analytisches Aufschlüsseln der Situation

Der Begriff "kognitive Dissonanz" wird dabei verwendet, um das psychische Unbehagen zu beschreiben, das sich aus dem Festhalten an zwei widersprüchlichen Überzeugungen, Werten oder Einstellungen ergibt. Menschen neigen dazu, Konsonanz – also eine Übereinstimmung – in ihren Einstellungen und Wahrnehmungen anzustreben, ein Konflikt ruft entsprechend ungute Gefühle hervor. Um sich auch in schwierigen Situationen bewusst in den Zustand der Konsonanz manövrieren zu können, hat Neurochirurg und Buchautor Mark McLaughlin eine Methode erfunden, die das Gehirn dahingehend trainieren soll, auch unter Druck kognitive Dominanz auszuüben und so die Kontrolle über die Angst zu gewinnen. Das Ziel: Zu lernen, sich im Unerwarteten zurechtzufinden, Ängste und Befürchtungen objektiv zu durchdenken und so einen Weg aus der Krise zu finden. McLaughlin rät, ein stressiges Erlebnis erst in seine wesentliche Bestandteile zu zerlegen, dabei helfen dem Business Insider zufolge folgende Fragen:

  • Was sind die objektiven Fakten zum Geschehenen?
  • Subjektiv, was bedeutet das für Sie? Wie fühlen Sie sich?
  • Steht dieses Ereignis im Einklang mit Ihren Lebenszielen oder nicht?

Ein von McLaughlin entwickeltes Koordinatensystem hilft dann dabei, das Geschehene in die „vier Quadranten der Angst“ einzuordnen. Dabei ist die schlechtmöglichste Variante, dass die Situation nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv negativ eingestuft wird. Dieser Quadrant wird von Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit gekennzeichnet, das ist etwa der Fall, wenn ein geliebter Mensch verstirbt. Die bestmögliche Variante dagegen ist die, bei welcher subjektive und objektive Einschätzung positiv sind. Dann befindet man sich im Flow, man fühlt sich leistungsstark, sicher und selbstbewusst. McLaughlin zufolge hilft es, sich seine aktuelle Position bildlich bewusst zu machen und ein von ihm entwickeltes Koordinatensystem anzuwenden. Wer sich in kognitive Dominanz versetzt, könne von einem Zustand kognitiver Dissonanz zur kognitiven Konsonanz gelangen, so McLaughlin. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Weiterlesen: Vermehrt Depressionen durch Corona: Hier finden Sie Hilfe.

Angst vor neugierigen Enten! Die kuriosesten Phobien

Phobien Angst und Psychosen
Anatidaephobie: Unter dieser Phobie leiden Menschen, die sich von Enten beobachtet fühlen. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Geniophobie: Für Menschen mit dieser Angststörung wäre Udo Lindenberg oder jemand Anderes mit markantem Kinn wahrscheinlich der reinste Horror. Geniophobie ist also die Angst vor einem Kinn. Klingt unglaublich, gibt es aber wirklich. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Anophelophobie: Die schönste Sache der Welt kann hier ziemlich kompliziert werden. Anophelophobie ist die Angst, die Frau beim Sex zu verletzten. Unter Umständen kann diese Phobie das Liebesleben komplett zerstören, da alle Berührungen durchdacht werden und man sich nicht mehr gehen lassen kann. Übrigens gibt es auch Angst vor Jungfrauen (Parthenophobie). © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Amychophobie: Wenn man unter dieser Phobie leidet, kann ein Mückenstich schon mal zur Qual werden. Denn die Betroffenen haben extreme Furcht sich zu kratzen oder gekratzt zu werden. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Laevophobie: Die Betroffenen haben vor allem Angst, was sich auf der linken Seite befindet. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Clinophobie: Meistens haben Kinder in einer bestimmten Entwicklungsphase Angst, ins Bett zu gehen. Es könnte ja ein unheimlicher Schatten auftauchen, oder etwas unter dem Bett sein. Aber auch Erwachsene haben dieses Problem. Das Zubettgehen wird bei den Betroffenen solange wie möglich hinausgezögert. Gute Nacht hat für sie eine ganz andere Bedeutung. © dpa
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Nomatophobie: Die Betroffenen wirken wahrscheinlich oft unhöflich wenn sie sagen: "Hey du, du da" Denn sie haben Angst vor Namen und wollen sie weder aussprechen noch daran denken. © dpa
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Urophobie: Eine übersteigerte Angst vor Urin und selbst zu urinieren. Der tägliche Gang auf die Toilette wird hier zur Qual. Noch schlimmer ist es für viele Betroffene, wenn sie außer Haus sind. Denn der Ekel vor Orten, an denen viele Menschen ihr Geschäft erledigen, ist noch extremer. © dpa
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Anablephobie: "Guck mal, da oben", sollten Sie besser nicht zu Menschen mit dieser Angststörung sagen. Nach oben zu schauen, sich hohe Gebäude oder Dinge auch nur vorzustellen, löst in den Betroffenen Panik aus. © dpa
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Aerophobie: Halt die Luft an! Guter Tipp, aber die ganze Zeit? Menschen mit Aerophobie, fürchten sich davor Luft zu verschlucken, einzuatmen oder noch schlimmer, Gestank zu riechen. © dpa
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Aquaphobie: Wenn wir uns einmal unseren Tagesablauf vor Augen führen, ist das wohl eine der Phobien, die uns am meisten beeinträchtigt: die Angst vor Wasser. Manche haben erst Angst wenn Sie ins Meer gehen sollen, andere schon wenn es nur ums Duschen geht. © dpa
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Ouranophobie: Ein blauweißer Himmel kann Menschen mit dieser Phobie nicht enzücken. Sie haben Angst, es könnte etwas vom Himmel stürzen oder denken, bedrohliche Dinge kommen aus dem Himmel. © dpa
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Chrematophobie: Die meisten Menschen hätten lieber zu viel, als zu wenig, aber Betroffene dieser Phobie fürchten sich vor Geld. In der extremsten Form hat man nicht nur Angst, Geld anzufassen, sondern auch welches zu besitzen. © dpa
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Alliumphobie: Die Angst vor Knoblauch kennt man eigentlich nur von Vampiren. Aber auch Menschen haben regelrecht Furcht oder sogar Panik vor Knoblauch, Zwiebeln oder auch nur deren Geruch. © dpa
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Chronomentrophobie ist die übersteigerte Furcht vor Uhren. © dpa
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Catoptrophobie: Ein Blick in den Spiegel ist für Menschen mit dieser Angststörung mehr als unangenehm. Sie meiden alle spiegelnden Oberflächen. © dpa
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Bibliophobie: Die krankhafte Abneigung gegen Bücher. In einer Bibliothek wird man Betroffene sicher nie antreffen. © dpa
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Genuphobie: Woher diese Angststörung kommt, ist rätselhaft. Aber Furcht vor dem Knie oder dem Niederknien haben einige Menschen tatsächlich. © dpa
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Anthophobie: Blumen zum Valentinstag, nein danke! Menschen mit dieser geldPhobie haben eine außergewöhnliche Abneigung gegen Blumen oder fürchten sich sogar vor ihnen. © dpa
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Leukophobie: Ein Traum in weiß, beispielsweise ein Hochzeitskleid, wird für Betroffene dieser Phobie zum Albtraum. Sie haben Angst vor allen Dingen, die weiß sind. © dpa
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Geliophobie: Lachen ist gesund, aber für Betroffene dieser Phobie nicht erfreulich. Denn sie haben Angst zu lachen oder von anderen ausgelacht zu werden. © picture alliance / dpa
Phobien Angst und Psychosen
Koumpounophobie: Menschen, die mit dieser Angst zu kämpfen haben, ekeln sich vor Knöpfen. Sie tragen keine Jeanshosen, stattdessen Röcke oder Hosen mit Gummizug. Bettbezüge mit Knöpfen an den Enden finden die Phobiker widerlich. © dpa
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Arachnophobie: Keine außergewöhnliche Phobie, aber doch eigentlich ziemlich unlogisch, oder? Denn, wenn es sicht nicht gerade um ein giftiges Exemplar handelt, besteht eigentlich kein Grund, sich vor diesen kleinen Achtbeinern zu fürchten. © dpa

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