Warten auf ein Spender-Organ

Mediziner erwecken totes Herz zum Leben - und transplantieren es

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Einen Organspendeausweis kann man unter www.organspende-info.de bestellen.

Was US-amerikanischen Ärzten jetzt gelungen ist, gibt Herz-Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, Hoffnung: Die Mediziner transplantierten ein klinisch totes Herz - mit Erfolg.

Neue Therapien, neue Diagnosemöglichkeiten, neue Arzneimittel: Der medizinische Fortschritt rettet jedes Jahr unzählige Leben. Was einem Ärzteteam des Duke University Hospitals in Durham (USA) jetzt gelang, macht Patienten Mut, die auf ein Spenderherz warten: Das Herz eines hirn- und kreislauftoten Spenders wurde wiederbelebt und transplantiert.

Mehr Spenderherzen durch DCD? "Dieses Verfahren hat das Potenzial, den Spenderpool um bis zu 30 Prozent zu erweitern"

Dr. Jacob Niall Schroder, Direktor des Herztransplantationsprogramms der Abteilung Chirurgie der Duke-Universität und sein Team wandten eine Technik an, die es möglich macht, auch Herzen zu transplantieren, die längere Zeit nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wurden. Die Prozedur nennt sich "Donation After Circulatory Death", kurz DCD. Übersetzt bedeutet das so viel wie "Spende nach dem Kreislauftod". Die Duke University ist eines von fünf Zentren in den Vereinigten Staaten, das für die Durchführung von DCD-Herztransplantationen im Rahmen einer kürzlich gestarteten klinischen Studie zugelassen wurde. Dabei kommt ein Gerät zum Einsatz, das warmes, sauerstoffhaltiges Blut durch die Organe zirkulieren lassen kann. 

In den meisten Ländern ist eine Herzspende nur möglich, wenn der Hirntod des potentiellen Spenders festgestellt wurde. Organe spenden konnten demnach nur Verstorbene, deren Gehirn vor den anderen Organen komplett und unumkehrbar versagt hat. Damit die Organspende möglich war, musste trotz Hirntod der Kreislauf des hirntoten Menschen auf der Intensivstation künstlich aufrechterhalten werden. Mit DCD könnte sich das ändern. "Dieses Verfahren hat das Potenzial, den Spenderpool um bis zu 30 Prozent zu erweitern", sagt Dr. Jacob Schroder, der die erste DCD-Herztransplantation am Wochenende (30.11./01.12.2019) durchführte. In Europa und Australien wären derartige Operationen bereits durchgeführt worden, wie aus einer Veröffentlichung der Duke University hervorgeht: "Die Erhöhung der Anzahl der gespendeten Herzen würde die Wartezeit und die Anzahl der Todesfälle, die auftreten, während die Menschen warten, verringern", so Schroder.

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In Deutschland ist der festgestellte Hirntod Voraussetzung für eine Organspende

"Es ist wichtig, diese klinische Studie durchzuführen, um festzustellen, ob diese Ergebnisse erzielt werden", sagte Schroder: "Wir sind dankbar für den Mut und die Großzügigkeit der Spender und Empfänger". Die Operation vom Wochenende sei geglückt. Das gespendete Herz wurde einem Militärveteran implantiert, der sich gut erholt.

In jedem Land herrschen andere Vorgaben in Hinblick auf die Organspende. In Deutschland ist der von Medizinern festgestellte Hirntod Voraussetzung, wie das Portal organspende-info schreibt.

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jg

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