170000 Euro für drei Regenrückhaltebecken im Haushalt / Stadtpark-Teich wird richtig teuer

Aufwendige Entschlammung

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Fast nicht mehr zu sehen sind Bauamtsmitarbeiter Max Hanne (v.l.), Bürgermeister Kuno Brandt und Bauamtsleiter Roland Pfündl am zugewachsenen Rückhaltebecken am Ortmühlenweg.

Heiligenhafen -ft- Die Stadt Heiligenhafen muss viel Geld, genauer gesagt 170000 Euro, in die Hand nehmen, um die Funktionsfähigkeit von drei zugewachsenen und verschlammten Regenrückhaltebecken wieder herzustellen. Am schlimmsten betroffen ist das Regenrückhaltebecken am Ortmühlenweg. Hier ist nur noch eine Pfütze vorhanden, der Rest ist zugewachsen. Bei Starkregen könnten die tiefer gelegenen Gebiete volllaufen. Deswegen soll mit der Sanierung dieses Beckens am 1. Oktober begonnen werden, sagten Bauamtsleiter Roland Pfündl und Bürgermeister Kuno Brandt unserer Zeitung bei einem Ortstermin. Der dickste Posten kommt aber erst noch: Die aufwändige Entschlammung des Stadtteiches.

Wie Pfündl berichtete, habe man 2016 alle Abwasserkanäle per Video befahren lassen und in diesem Zusammenhang auch die Problematik der Rückhaltebecken erkannt. In den Jahren 2018 und 2019 wurden diese Becken im Stadtgebiet einer ingenieurmäßigen Untersuchung unterzogen. Ergebnis: Von den zehn Regenrückhaltebecken im Stadtgebiet müssen vier mit großem technischen Aufwand entschlammt werden. Dazu gehören die Becken im Ortmühlenweg, im Hohlgrund (rechts der Ina-Seidel-Straße), das Rückhaltebecken in der Feldstraße/Neuratjensdorfer Weg und auch der Teich im Stadtpark.

Wie Bürgermeister Kuno Brand sagte, habe man die Entschlammung des Stadtteiches auf das nächste Jahr verschoben, weil die Stadt hoffe, über Städtebauförderungsmittel hier eine Förderung zu bekommen. So konzentriere sich das Bauamt auf die Sanierung der anderen drei Regenrückhaltebecken, sagte Pfündl. Verbunden hiermit sei auch der Rückschnitt der Bepflanzung, die Ertüchtigung der Ein- und Ausläufe und eventuell die eine oder andere Reparatur der Sohle. Logistisch laufe das so ab, dass am Ortmühlenweg die gesamte Baustelleneinrichtung erfolge. Hier werde eine mechanische Trocknungseinrichtung, sprich Presse, vorgehalten, wo der mit Wasser belastete Schlamm mechanisch getrocknet werden soll. Die Aufnahme des Schlamms erfolgt mit einem Saugbagger, um die Sohle nicht zu beschädigen. Um die Natur zu schonen, soll der Schlamm vorsichtig aufgenommen werden und nach den naturschutzrechtlichen Vorgaben entsorgt werden. Die Arbeiten erfolgen unter einer ökologischen Baubegleitung durch einen Fachmann, der sich mit der Pflanzen- und Tierwelt auskennt und somit die Lebensräume geschützt bleiben.

Auf die Frage unserer Zeitung, ob die tiefer gelegenen Gebiete, wie der Richter-Baumarkt, jetzt bei einem Sturzregen in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, sagte Bürgermeister Kuno Brandt: „Um das zu verhindern, ist es notwendig, die Funktionsfähigkeit der betroffenen Regenrückhaltebecken wieder herzustellen.“ Nach den Kosten befragt, sagte Kuno Brandt, dass für die genannten drei Becken in diesem Jahr schon 170000 Euro in den Haushalt eingestellt wurden, sodass mit den Arbeiten am 1. Oktober begonnen werden könne.

Zum Regenrückhaltebecken Stadtpark-Teich sagte Bürgermeister Kuno Brandt: „Weil im Stadtpark-Teich noch höhere Schlammmengen zu entsorgen sind, haben wir das Ganze aus Kostengründen in das nächste Jahr verschoben. Auch mit der Hoffnung, dass im Zuge des Stadtentwicklungskonzeptes, zu dem auch der Stadtpark gehört, Fördermittel eingeworben werden können.“ Die Kosten für die Herstellung der Funktionsfähigkeit des Teiches im Stadtpark bezifferte der Bürgermeister auf 560000 Euro. Heiligenhafens Bauamtsleiter Roland Pfündl rechnet hier mit 185 Kubikmeter Schlamm, die herausgenommen und entsorgt werden müssen. Zum Vergleich: Aus den anderen drei Rückhaltebecken müssten zusammen 170 Tonnen Schlamm entsorgt werden.

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