270-jährige Tradition endet aus Personalmangel / Deutlicher Rückgang in Ostholstein

Rats-Apotheke schließt

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Die Rats-Apotheke am Heiligenhafener Marktplatz wird am 29. Februar zum letzten Mal öffnen.

Heiligenhafen –ra– Nach langer Renovierungszeit hat die Heiligenhafener Rats-Apotheke im März 2018 Wiedereröffnung gefeiert. Für Jan Hoffmann, der das Gebäude am Markt erworben hatte und komplett sanieren musste, stand von Beginn an fest, dass die 270-jährige Apotheken-Tradition im Erdgeschoss unbedingt weitergeführt werden sollte. Doch nun, gerade mal zwei Jahre später, wird diese Tradition zu Ende gehen.

„Die Rats-Apotheke wird aus Personalgründen zum 29. Februar schließen. Eine andere Lösung hat sich leider nicht gefunden“, sagte Inhaber Jan Hoffmann, der auch noch die Warder-Apotheke an der Brückstraße betreibt. Diese wird natürlich weiterlaufen. „Ich nehme auch das Personal mit rüber“, so Hoffmann, der sich nach eigenen Angaben noch keine Gedanken über ein Nachnutzungskonzept für die Räumlichkeiten gemacht hat. „Die Belastung mit zwei Apotheken war nicht mehr zu stemmen, deshalb bin ich froh, dass Ende Februar am Markt Schluss ist.“

Das königliche Privileg, eine Apotheke in Heiligenhafen führen zu dürfen, wurde erstmals am 6. April 1750 Johann Gottlob Fischer ausgesprochen. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, um die heutige Rats-Apotheke zu eröffnen – die erste ihrer Art in Heiligenhafen. Mehr als zwei Jahre stand das Gebäude leer, ehe seit März 2018 wieder reges Treiben am Markt herrschte. Jan Hoffmann hatte das Gebäude vom vorherigen Betreiber Dr. Lutz Graßhoff erworben.

Im vergangenen Jahr hatten bereits zwei Apotheken auf Fehmarn keinen Nachfolger gefunden und waren ersatzlos geschlossen worden. In Ostholstein sind nach Angaben der Apothekerkammer im Zeitraum von 2007 bis 2019 insgesamt elf Apotheken dicht gemacht worden, aktuell gibt es noch 52. Wie bereits berichtet, hat der Vorstand der Apothekerkammer Schleswig-Holstein in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, den hiesigen Notdienstring, der bislang Fehmarn, Großenbrode und Heiligenhafen umfasst hat, ab 1. März 2020 auf Oldenburg auszuweiten. Die Kammer reagierte damit auf die sinkende Zahl von Apotheken im Land.

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