Autos fahren auf der Straße Kiekut in Heiligenhafen.
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Könnte zukünftig eine Einbahnstraße werden: die vielbefahrene Straße Kiekut in der Innenstadt.

 Wird die Straße Kiekut zur Einbahnstraße? / 28 Maßnahmen vorgestellt

Jetzt wird Heiligenhafens Verkehr geplant

  • Patrick Rahlf
    vonPatrick Rahlf
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Die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm ist der Schlüssel dafür, dass Heiligenhafens Innenstadt in den nächsten 15 Jahren aufwendig umgestaltet werden soll. Einen großen Anteil daran wird das Verkehrskonzept für das Fördergebiet Innenstadt ausmachen, das am Donnerstag dem Stadtentwicklungsausschuss im Kursaal vorgestellt worden ist. 

  • Insgesamt 28 Maßnahmen beinhaltet Heiligenhafens Verkehrskonzept.
  • Besonderer Fokus wird auf den Radverkehr gelegt.
  • Straße Kiekut könnte zukünftig eine Einbahnstraße werden.

Heiligenhafen – Einstimmig haben alle Fraktionen im Anschluss das Verkehrskonzept mit einem klaren Ja auf den Weg gebracht. „Das Konzept gibt eine Richtlinie vor und fließt in das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept ein. Wir hätten damit unsere Hausaufgaben für eine Förderung gemacht“, sagte Heiligenhafens Bauamtsleiter Roland Pfündl. 

Insgesamt beinhaltet das Verkehrskonzept 28 Maßnahmen, von denen sowohl Autofahrer, Radfahrer als auch Fußgänger profitieren sollen. Grundsätzlich hätte eine durchgeführte Zählung in der Hauptsaison 2019 ergeben, dass Heiligenhafens Straßen nicht überlastet seien, erklärte Ingenieur Arne Rohkohl von der Wasser- und Verkehrs-Kontor GmbH. Und dennoch: Optimierungsbedarf bestehe selbstverständlich. Besonders die Radwegeinfrastruktur hatte Rohkohl dabei im Auge und schlug unter anderem die Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrer vor, sofern die Fahrbahn eine Mindestbreite von drei Metern habe. Das könnte beispielsweise in der Bergstraße, in der Fischerstraße, in der Schlamerstraße, in der Mühlenstraße oder im Thulboden gemacht werden. Dafür müssten allerdings einige Parkflächen am Straßenrand geopfert werden. „Wir prüfen das kurzfristig“, sagte Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos). Ebenfalls schlug der Ingenieur vor, zukünftig auch den Marktplatz in das Konzept einzubinden, um eine Durchlässigkeit für alle Verkehre von der Bergstraße bis zum Thulboden zu schaffen. 

Um die Achse Seebrücke-Innenstadt besser zu verbinden, soll die Kreuzung Am Strande umgestaltet werden. Hier bringt der Verkehrsplaner einen Kreisverkehr ins Gespräch, von dem Radfahrer und Fußgänger profitieren sollen.

Wir schlagen einen Kreisverkehr an der Kreuzung Am Strande inklusive Zebrastreifen vor.“

Ingenieur und Verkehrsplaner Arne Rohkohl. 

Gleichzeitig gibt es die Überlegung im Verkehrskonzept, die Straße Kiekut zukünftig als Einbahnstraße mit gegenläufigem Radverkehr umzuwidmen. Dann könnte nur noch vom Sundweg aus auf die Straße Am Strande gefahren werden. „Zudem schlagen wir einen Kreisverkehr an der Kreuzung Am Strande inklusive Zebrastreifen vor“, erklärte Arne Rohkohl. 

Weitere Ideen lauten unter anderem: Neuorganisation der Parkraumbewirtschaftung, Umgestaltung des Knotenpunktes Lauritz-Maßmann-Straße/ Eichholzweg, Erschließung des selbstständig geführten Radweges am Binnensee, Anpassung der Radverkehrsführung (Südtangente und K42), das Herstellen radverkehrsbegünstigender Fahrbahnoberflächen, Anpassung von Gehwegbreiten sowie die Neuorganisation der Buslinie für den historischen Marktplatz. „Wir würden vorschlagen, die Bushaltestelle von der Schlamerstraße direkt an den Markt zu verlegen und den Verkehr über den Thulboden weiterführen zu lassen“, erklärte der Ingenieur.

Sämtliche Maßnahmen werden in den kommenden Jahren im Einzelnen von der Kommunalpolitik diskutiert werden. „Das sind alles sehr gute Impulse“, sagte die Ausschussvorsitzende Monika Rübenkamp (SPD). 

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Schnelle Maßnahmen soll es an der Kreuzung Höhenweg/Bergstraße geben. Auf Anregung der BfH ist über das Thema am Donnerstagabend diskutiert worden. Für den Abschnitt vor Heiligenhafens Ortsschild soll nun beantragt werden, die Geschwindigkeitsgrenze auf 60 km/h herunterzusetzen. Ebenfalls gab es die Vorschläge, die Hecke zurückzuschneiden und eine elektronische Geschwindigkeitsmessanzeige kurz vor dem Kreuzungsbereich aufzustellen. Im Zuge der Höhenweg-Entwicklung soll die Kreuzung dann endgültig ein neues Gesicht erhalten.  

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