Hubertus Patzelt und Arno Schwamberger in Heiligenhafen am Strand.
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Das hat DLRG-Abschnittsleiter Hubertus Patzelt (l.) noch nie erlebt: Rettungsschwimmer Arno Schwamberger kam von Halle an der Saale mit dem Fahrrad nach Heiligenhafen. Für die 400 Kilometer lange Strecke brauchte der 23-Jährige 27 Stunden.

Von Halle an der Saale bis nach Heiligenhafen

Rettungsschwimmer Arno Schwamberger legte 400 Kilometer auf dem Fahrrad zurück

  • Hans-Jörg Meckes
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DLRG-Rettungsschwimmer Arno Schwamberger legte auf seinem Weg von Halle an der Saale bis nach Heiligenhafen 400 Kilometer mit dem Fahrrad zurück. Dabei war er mit Pausen 27 Stunden unterwegs.

  • Arno Schwamberger ist der erste Rettungsschwimmer aus dem Binnenland, der eine solch lange Strecke mit dem Fahrrad zurücklegte.
  • Der 23-Jährige fuhr lediglich mit zwei Packtaschen und einem Schlafsack los.
  • Ein Kollege der DLRG nahm seine Reisetasche im Auto mit.

Heiligenhafen – Das hat DLRG-Abschnittsleiter Hubertus Patzelt in seiner Zeit in Heiligenhafen noch nicht erlebt. Normalerweise kommen seine Rettungsschwimmer im Auto, im Bus oder mit der Bahn nach Heiligenhafen. Einige reisen sogar im Flugzeug. Doch am vergangenen Freitag kam Arno Schwamberger aus Halle an der Saale mit dem Fahrrad in der Warderstadt an. 400 Kilometer legte er auf seinem Drahtesel zurück.

„Ich bin am Donnerstagmittag losgefahren und war am Freitagabend da“, erzählt Schwamberger. Er habe eine spezielle Route von Halle über Magdeburg, Uelzen und Lübeck bis nach Heiligenhafen genommen, die ihm sein Fahrradcomputer am Lenker gewiesen habe. Die Strecke sei mit etwa 400 Kilometern sogar kürzer gewesen, als mit dem Auto auf der Autobahn über Magdeburg und Hannover zu fahren, sagt der 23-Jährige. Die Idee, die Strecke mit dem Fahrrad zurückzulegen, hatte Schwamberger, der in Halle wohnt und in Leipzig Bauingenieurwesen studiert, schon im Winter.

Mit Müsliriegeln und Bananen gut versorgt

Auf seinem Weg hatte der Hallenser Glück mit dem Wetter, denn geregnet hat es während seiner Fahrt nicht. „Ich hatte nur viel Wind.“ Lediglich mit zwei Packtaschen und einem Schlafsack am Gepäckträger ausgerüstet trat Schwamberger in die Pedale. Dabei habe er auf dem ganzen Weg nur morgens eine halbe Stunde geschlafen. Als Proviant habe er sich mit einem Kilo Bananen, Müsliriegeln sowie Nudeln mit Pesto eingedeckt, beschreibt der Rettungsschwimmer weiter. „Es ist wichtig, dass man genügend Kohlenhydrate zu sich nimmt“, betont der 23-Jährige. Noch wichtiger sei das regelmäßige Trinken gewesen, weshalb der Student ausreichend Wasser dabei hatte, das er regelmäßig nachfüllen konnte. Im Schnitt sei er mit 19 Kilometern pro Stunde größtenteils auf asphaltierten Wegen unterwegs gewesen.

Da Arno Schwamberger zwei Wochen in Heiligenhafen bleibt, braucht er natürlich auch ausreichend Kleidung. Dabei half ihm Wachleiter Kilian Sommer, der mit dem Auto aus München anreiste. Beide trafen sich an der Autobahn, wo Sommer sein Gepäck für ihn mitnahm.

Ein Werkzeugset war für den Notfall dabei

Einen Platten habe er auf dem Weg nicht gehabt, ist Schwamberger glücklich. Er sei aber technisch recht versiert und hatte ein kleines Werkzeugset bei sich, mit dem er sich selbst hätte helfen können. Auch sein Fahrrad hat der Hallenser vor dem Losfahren noch einmal überprüft.

Das aktuelle Team der DLRG-Rettungsschwimmer in Heiligenhafen: Einige kamen auch mit dem Motorrad aus Remscheid an die Ostsee.

Als er am Freitagabend in Heiligenhafen angekommen ist, habe er sich zunächst etwas müde gefühlt. Mit Pausen habe Schwamberger 27 Stunden gebraucht, bis er in der Warderstadt angekommen ist. „Bei meiner reinen Fahrzeit habe ich 23 Stunden gezählt.“ Nach dem Ausruhen ging es aber direkt zum Rettungsdienst an der DLRG-Wache. Bisher habe das Team nur einen kleinen Einsatz gehabt, bei dem es einem Kitesurfer, dem der Wind fehlte, mit dem Schlauchboot wieder an Land geholfen habe, erklärte Schwambergers Kollege Jonathan Pukas, der ebenfalls aus Halle kommt.

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