Neujahrsempfang: Küstenschutz hat oberste Priorität

60000 m3 Sand sind schon reserviert

Helga Wiedersich setzte für die CDU deutliche Zeichen für das Jahr 2007, wozu auch die Stranderneuerung und die Bekämpfung der Verödung der Innenstadt gehören.

Von Peter FothHEILIGENHAFEN • Alles wird gut. Diesen Eindruck vermittelten die Redner auf dem CDU-Neujahrsempfang im Bürgerhaus. Das Erfolgsrezept heißt „Zeit“ und der CDU-Ortsvorsitzende Timo Gaarz definierte den Zeitbegriff in vielen Teilen seiner Rede. Zeit zum Handeln, Zeit für Respekt und Zeit für Toleranz.

Ein neuer Aufbruch war auch beim als Gast anwesenden Bürgermeister Heiko Müller zu spüren, der seinen Wahlspruch „Wer aufhört besser zu werden, hört auf gut zu sein“ auch 2007 umsetzen möchte.

Und der Landtagsabgeordnete Klaus Klinckhamer versprach, weiter mit Erfolg der Anwalt Heiligenhafens im Landtag zu sein. Die Heiligenhafener könnten auf ihn zählen. Helga Wiedersich blickte ebenfalls optimistisch in die Zukunft und brachte in ihrer Jahresbetrachtung zum Ausdruck, dass sich in der Warderstadt schon viel bewegt habe.

Für Timo Gaarz sei es nicht die Aufgabe der Regierung, dem Volke nach dem Munde zu reden, sehr wohl sollten die Regierenden Zeit damit verbringen, dem Volk auf den Mund zu schauen. Eine Demokratie ohne Volk sei wie eine Hochzeitsnacht ohne Braut. Auf beides zu verzichten, wäre doch irgendwie schade.

Im Namen der CDU Heiligenhafen dankte Timo Gaarz dem Landtagsabgeordneten Klaus Klinckhamer, der sein politisches Schwergewicht für die Warderstadt in die Waagschale geworfen habe. Auch in Zukunft brauche die Warderstadt einen Fürsprecher in Kiel, sagte Gaarz.

Heiligenhafen habe beim Küstenschutz und der Strand-aufspülung keine Zeit zu verlieren. Heiligenhafen brauche seinen Strand – dieser sei das touristische Eigenkapital der Warderstadt. Wie Timo Gaarz betonte, würden seit Jahrzehnten Millionen Euro an die Westküste auf die Insel Sylt gepumpt. Aber nun bräuchte Heiligenhafen diese Hilfe. Das Gesicht des Sturmes und des „Blanken Hans“ sei an jeder Küste gleich und „die West-küste ist nicht gleicher als die Ostküste unseres schönen Landes“, sagte Timo Gaarz fordernd.

Bürgermeister Heiko Müller nahm seine Neujahrsrede zum Anlass, um die Worte von Innenminister Ralf Stegner zu zitieren, der Heiligenhafen im 700-jährigen Jubiläumsjahr als schönste Stadt Schleswig-Holsteins bezeichnet habe. Doch der Weg dahin sei mit vielen Anstrengungen verbunden. Es gelte jetzt kräftig anzupacken, gute Ideen zu haben und Entscheidungen zu treffen. Am Rande des Treffens mit Wirtschaftsminister Dietrich Austermann habe er vom Minister nur Lobenswertes über die Warderstadt erfahren. 2006 sei das Aktiv-Hus eröffnet worden. Jetzt überbrachten die Minister Förderbescheide für den Ausbau der Yachthafenpromenade. Wie Müller berichtete, könne sich Dietrich Austermann vorstellen, dass Heiligenhafen die Vorzeigestadt für das Roland-Berger-Gutachten zur zukünftigen Tourismusentwicklung in Schleswig-Holstein werden könnte.

Für den Bürgermeister gehe es aber auch darum, alle Chancen zu nutzen, die Heiligenhafen weiterbringen können. So sei es kein Geheimnis, dass der Bürgermeister auch in der letzten Woche Investoren zu Gast hatte. Auf der Wunschliste des Bürgermeis-ters stehen ein „Vier-Sterne-Hotel“ sowie der Ausbau der Verkehrsanbindungen.

Egal wie – zur Saison 2007 gibt es einen neuen Strand

Auch zum Küstenschutz und den Hochwasserschäden nahm Heiko Müller Stellung. „Einer Touristenstadt ohne Strand fehlt das Wichtigste“, sagte der Verwaltungschef. Die Aussage des Ingenieurbüros „Wald & Kunath“ gegenüber unserer Zeitung, wonach das Küstenschutzkon- zept erst im März zu erwarten sei (HP, 12. Januar 2007), bezeichnete Heiko Müller als Missverständnis, wofür sich das Büro entschuldigt habe. Der Küstenschutzplan bestehe aus vier Teilen, die sich vom Hohen Ufer bis Strandhusen erstreckten. Die Planung der wichtigsten Küstenschutzmaßnahmen, wozu auch der Hochwasserschutz für den Steinwarder bis hin zum Ferienzentrum sowie die Strandsicherung gehörten, würden wie angekündigt noch Ende Januar im Rathaus vorliegen, versicherte er. Am Rande der Veranstaltung teilte Müller unserer Zeitung mit, dass das Büro „Wald & Kunath“ vorsorglich in Dänemark schon 60000 Kubikmeter Sand habe reservieren lassen. Der Bürgermeister machte deutlich, dass es – egal wie – zur neuen Saison wieder einen Strand im westlichen Bereich des Steinwarders geben werde.

Klinckhamer: Große Koalition besser als ihr Ruf

In Zeiten der Globalisierung sei die Welt kleiner geworden, stellte der CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Klinckhamer in seiner Neujahrsrede fest. In seinem politischen Rückblick ging Klinckhamer auch auf die Arbeit der großen Koalition in Berlin und Kiel ein. Die Arbeit der Regierungen sei besser als ihr Ruf, stellte Klinckhamer fest und verwies auf die positiven Zahlen auf dem Arbeitsmarkt, die zu einer Trendwende geführt hätten. Auch in Schleswig-Holstein gebe es 40000 Arbeitslose weniger, und das Land sei führend im Zuwachs beim Brottosozialprodukt. Klinckhamer machte auch deutlich, dass Heiligenhafen beim Küstenschutz auf seine Hilfe zählen könne.

Das Hafenentwicklungskonzept, das geplante Umwelthaus, die Optimierung des städtischen Bauhofes und die Umwandlung zum städtischen Eigenbetrieb waren für Helga Wiedersich wichtige Eckpunkte des letzten Jahres. Zusätzlich habe das höchste Hochwasser der letzten zwölf Jahre die Stadt vor neue finanzielle Belastungen gestellt, sagte die  CDU-Fraktionsvorsitzende Helga Wiedersich rückblickend. Für den Ortsverband der CDU sei es erfreulich gewesen, dass Reinhard Sager in Heiligenhafen mit einem überwältigenden Ergebnis wiedergewählt worden sei und Timo Gaarz den Vorsitz im Ortsverband übernommen habe.

Nach dem Jahr der großen Jubiläen sei im Jahr 2006 wieder Normalität eingekehrt. Ein großes Fest habe man aber mit der Einweihung des Aktiv-Hus dennoch feiern können. Mit der Eröffnung am 30. März 2006 habe für Heiligenhafen  der Weg in die touristische Zukunft begonnen. 9,5 Millionen Euro als Investitionssumme seien hier gut angelegt.

Die Umgestaltung der Hafenpromenaden mit einem Investitionsvolumen von 3,4 Millionen Euro sei das nächste Großprojekt, das Heiligenhafen in Angriff nehme. Der gute Ruf der Warderstadt als Wassersportzentrum solle so weiter ausgebaut werden.

Helga Wiedersich machte auch deutlich, dass große Anstrengungen unternommen werden müssten, um den Strand wiederherzustellen. Unabhängig von den erforderlichen Küstenschutzmaßnahmen müsse zur Saison 2007 ein Strand geschaffen werden, der den Namen auch verdiene, erklärte die Fraktionsvorsitzende.

Helga Wiedersich: „Die großen Anstrengungen, die wir im Tourismus unternehmen, werden auch von der Landesregierung anerkannt. Wirtschaftsminister Dietrich Austermann zeigte sich beeindruckt von dem, was Heiligenhafen plant und sicherte der Stadt seine volle Unterstützung zu.“

Innenstadt wird das CDU-Haupthema

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