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Neue Gewerbeflächen in Großenbrode: Gemeindevertretung beruhigt Anwohner

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Von: Patrick Rahlf

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Gemeindevertretung Großenbrode
Einigkeit bestand am Mittwochabend in den Reihen der Großenbroder Gemeindevertretung. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. © Patrick Rahlf

Irritationen hat es in der jüngsten Sitzung der Großenbroder Gemeindevertretung über die Ausweisung von Gewerbeflächen nördlich der Straße Am Norderfeld gegeben. 

Großenbrode – Anwohner zeigten sich in der Einwohnerfragestunde irritiert von den Plänen und waren besorgt, wie groß zukünftig der Abstand zwischen ihren Häusern und den Gewerbeflächen sein werde. 

Bürgermeister Jens Reise (CDG) bestätigte die Überlegungen, auf einer Freifläche Gewerbe anzusiedeln, verwies aber gleichzeitig auch darauf, dass es bislang noch nicht mal einen Aufstellungsbeschluss für den F-Plan gebe. „Wir sind ganz am Anfang, noch vor dem ersten Schritt“, so der Bürgermeister, der alle Einwohner ermutigte, regelmäßig an den öffentlichen Sitzungen der Ausschüsse und der Gemeindevertretung teilzunehmen oder sich über die Medien und die Internetseite des Amtes Oldenburg-Land zu informieren. „Das Thema Gewerbeflächen ist erstmals öffentlich im April 2019 hier behandelt worden. Eine Überraschung ist es heute Abend also keine mehr“, entgegnete Hans-Heinrich Schröder (CDG).

Auf einen ausreichenden Abstand werde geachtet, dieser werde voraussichtlich übergesetzliche Anforderungen erfüllen, ebenfalls soll ein bepflanzter Wall das Wohngebiet auch optisch abtrennen. „Wir nehmen dafür auch in Kauf, dass die potenzielle Gewerbefläche kleiner ausfällt“, so Reise, der an diesem Standort ohnehin nur von kleineren Betrieben ausgeht. Gleichzeitig gebe es auch Überlegungen, vom neuen Gewerbegebiet eine Umgehungsstraße in den Süden der Gemeinde führen zu lassen. 

„Wir haben ganz viel probiert“

Auch das Thema fehlende Apotheke ist weiterhin aktuell bei den Großenbrodern und ist am Mittwochabend in der Einwohnerfragestunde Thema gewesen. „Wir haben ganz viel probiert, sind an Unis und an den Apothekerverband herangetreten, ebenso habe ich im Schleswig-Holstein Magazin einen Aufruf gestartet – alles bislang ohne Erfolg“, erklärte Jens Reise, der wie so viele noch immer bedauert, dass der langjährige Apotheker Hans-Georg Hannappel vor einem Jahr keinen Nachfolger gefunden hatte. Reise versprach, die Bemühungen noch einmal zu intensivieren, letztendlich könne man aber niemanden zwingen, nach Großenbrode zu kommen. „Auch wenn wir diverse Anreize schaffen würden, die einen Start vor Ort erheblich erleichtern würden.“

„Im Hintergrund gibt es große Anstrengungen, einen neuen Betreiber für das Haus zu finden“

Jens Reise, Bürgermeister von Großenbrode, über den Rückzug der AWO aus der Gemeinde.

In den Mitteilungen des Bürgermeisters wurde das Kurhaus Baltic thematisiert, das Ende 2023 schließen soll, wenn es nach den Plänen der AW Kur und Erholungs GmbH geht. „Im Hintergrund gibt es große Anstrengungen, einen neuen Betreiber für das Haus zu finden“, erklärte Bürgermeister Jens Reise. In den vergangenen Tagen ist bereits eine Petition für den Standort-Erhalt angeschoben worden (wir berichteten), nun will auch die Gemeinde Großenbrode eine offizielle Petition starten. 

Neue Toilette für Gilde und Sportverein

Zudem hat die Gemeindevertretung den Neubau einer Toilettenanlage auf dem Sportplatz im Bereich Kunstrasenplatz/Gildehalle beschlossen, auch die Dachsanierung der Grundschule wurde auf den Weg gebracht. Gleichzeitig soll geprüft werden, ob dort  und auf dem Dach der Sporthalle eine Photovoltaikanlage installiert werden könnte. 

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