Heiko Wallerstein und Michaela Clausen stehen im „Fischerstübchen“.
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Heiko Wallerstein und Michaela Clausen betreiben das „Fischerstübchen“ in Heiligenhafen derzeit nur noch zu zweit. Ende Oktober werden sie das Restaurant wegen Personalmangel schließen.

Restaurant im Heiligenhafener Thulboden schließt Ende Oktober 

Kein Personal mehr zu finden: Restaurant „Fischerstübchen“ zieht die Reißleine

  • Hans-Jörg Meckes
    VonHans-Jörg Meckes
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Es fehlt der Gastronomie schlichtweg an Arbeitskräften. Der Markt ist seit Corona leergefegt. Das Restaurant „Fischerstübchen“ in Heiligenhafen hat lange gekämpft, schließt Ende Oktober aber endgültig seine Tür.

  • Immer weniger junge Menschen können sich für einen Job in der Gastronomie begeistern.
  • Nach den Corona-Lockdowns sind viele bewährte Kräfte in anderen Bereichen untergekommen.
  • Nachfrage nach Restaurants in Heiligenhafen ist riesig.

Heiligenhafen – Das Restaurant „Fischerstübchen“ im Heiligenhafener Thulboden ist eines der Lokale, in dem die feine Meeresnote der Warderstadt so richtig zur Geltung kommt. In dem urigen Ambiente fühlen sich die Gäste wohl. Doch das Restaurant ist nur noch bis zum 30. Oktober geöffnet, informiert Betreiberin Michaela Clausen. Danach ist Schluss, denn sie findet einfach keine Mitarbeiter mehr.

„Ich bin jetzt 60 Jahre alt und schaffe das nicht mehr“, sagt Clausen, die das „Fischerstübchen“ aktuell nur noch mit Heiko Wallerstein zu zweit betreibt. „Wir beide kommen keinen Abend vor halb zwölf hier raus“, beschreibt die Inhaberin die prekäre Lage. Vor allem die Phasen der Lockdowns in der Corona-Pandemie macht die 60-Jährige für den Personalmangel verantwortlich. „Vor Corona war es auch schon ein bisschen schwierig, aber jetzt finden wir nicht mal mehr einen Abwäscher.“ So wie ihr gehe es aber vielen Gaststätten, sagt Clausen.

Einen weiteren Grund für den Personalmangel sieht sie in der heutigen Lebenseinstellung von jungen Menschen. „Die haben einfach keine Lust mehr.“ Viele würden heutzutage Ausbildungen anfangen, obwohl sie für ihren Beruf keine Leidenschaft entwickeln, so ihr Eindruck. Das werde vor allem in der Gastronomie, in der viele direkten Kontakt mit den Kunden haben, zum Problem. Sie habe das Gefühl, dass viele nach dem Corona-Lockdown träge geworden sind, sagt Clausen.

Das „Fischerstübchen“ habe sie seit 14 Jahren in Heiligenhafen betrieben. Gehe es der Nachfrage nach, könnte Clausen ihr Restaurant sieben Tage in der Woche geöffnet haben. Doch zu zweit sei das nicht mehr zu schaffen, sodass Ruhetage unabdingbar seien, erzählt die Gastronomin. „Wir haben uns diesen Monat dazu entschieden, das Restaurant ganz zu schließen“, sagt sie.

Viele Stammgäste des „Fischerstübchens“ reagierten online bei Facebook bereits traurig auf diese Nachricht. „Sehr schade, werde euch vermissen“, schreibt eine Facebook-Nutzerin unter die Meldung zur Schließung. Ein weiterer Stammgast äußert: „Sehr schade! Es war immer lecker und gemütlich bei euch!“ Diese Reaktionen gehen auch Michaela Clausen und Heiko Wallerstein nah. Doch beide sind ab November nicht aus der Welt. In Heiligenhafen gebe es genug Arbeitsangebote in der Gastronomie. „Hier findet man immer etwas“, sagt Clausen. Auch Wallerstein hat für November bereits einen neuen Arbeitsplatz gefunden. 

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