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Am Sonntag ist Landtagswahl: Enormer Anstieg bei den Briefwählern in Heiligenhafen

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Von: Patrick Rahlf

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Wahlplakate zur Landtagswahl in Heiligenhafen
Am Sonntag wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt. Die Wahllokale öffnen um 8 Uhr und schließen um 18 Uhr. Erneut haben viele Menschen von der Briefwahl Gebrauch gemacht. © Patrick Rahlf

Am Sonntag wählen die Menschen in Schleswig-Holstein den 20. Landtag. Dabei wird auch die spannende Frage beantwortet werden, welcher der Direktkandidaten dieses Mal die meisten Erststimmen auf sich vereinen kann.

Heiligenhafen – Rund 2,317 Millionen Wahlberechtigte dürfen ihre Stimme am Sonntag abgeben, wenn Schleswig-Holstein einen neuen Landtag wählt. Schon lange läuft für die Parteien der Wahlkampf, der in dieser Woche in die entscheidende Phase ging. Ob der öffentliche Nahverkehr, die Belastungen durch immer stärker ansteigende Preise oder das Dauerthema bezahlbarer Wohnraum: Die Themen, zu denen Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sowie die Herausforderer Thomas Losse-Müller (SPD) und Monika Heinold (Grüne) Stellung genommen haben, sind äußerst breit gefächert. 

In den Umfragewerten liegt die CDU mit 36 Prozent deutlich vor der SPD mit 20 Prozent. Bei einer Direktwahl würden sich gar 49 Prozent für Ministerpräsident Daniel Günther entscheiden, berichtete die Deutsche Presseagentur in dieser Woche. 

Keine Umfragewerte gibt es derweil für die Bewerber in den 35 Wahlkreisen, die mit der Erststimme gewählt werden. Mit Amtsinhaber Peer Knöfler (CDU), Niclas Dürbrook (SPD), Tobias Maack (FDP), Falko Siering (Grüne), Volker Schnurrbusch (AfD), Susanne Spethmann (Linke) und Hartmut Specht (parteilos) haben sich sieben Kandidaten um das begehrte Direktmandat im Wahlkreis Ostholstein-Nord beworben.

In Heiligenhafen sind 8068 Personen wahlberechtigt, von denen 1830 bereits per Briefwahl abgestimmt haben. Das ist ein enormer Anstieg im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl, als lediglich 880 Personen von der Briefwahl Gebrauch gemacht haben. 2012 waren es sogar nur 562. „Der Trend geht klar zur Briefwahl, auch wenn wir in diesem Jahr nicht die Zahl der Bundestagswahl 2021 erreichen. Dort waren es mehr als 2450 Briefwähler“, berichtete Petra Schlichting von der Stadt Heiligenhafen.

Stimmzettel zu groß: Neue Wahlurnen nötig

Insgesamt wird es in der Warderstadt vier Wahllokale geben, die allesamt mit neuen Wahlurnen ausgestattet werden mussten. „Aufgrund des großformatigen Stimmzettels, der auch deutlich mehr wiegt, war eine Neuanschaffung notwendig“, so Petra Schlichting, die darauf verweist, dass keine Ergebnisse im Heiligenhafener Rathaus präsentiert werden. Das soll bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr wieder der Fall sein. 

Auch das Amt Oldenburg-Land, zu dem die Gemeinden Großenbrode, Gremersdorf, Neukirchen, Heringsdorf, Göhl und Wangels zählen, kann einen deutlichen Anstieg bei den Briefwählern verzeichnen. 8338 Wahlberechtigte gibt es insgesamt, circa 1800 haben nach Auskunft von Johannes Kohlscheen, Fachbereichsleiter des Ordnungsamtes, von der Briefwahl Gebrauch gemacht. 

Die seit 2015 gültige Einteilung des Landes in 35 Wahlkreise gilt übrigens auch für die diesjährige Landtagswahl. In jedem Wahlkreis wird ein Abgeordneter mit der Erststimme direkt gewählt. Der Landtag besteht ohne mögliche Überhang- und Ausgleichsmandate aus 69 Abgeordneten. Die Sitze werden nach dem Sainte-Laguë-Verfahren proportional auf die Parteien verteilt. Maßgeblich für diese Verteilung sind die Zweitstimmen. Es gilt dabei die Fünf-Prozent-Hürde, von der lediglich Parteien der dänischen Minderheit ausgenommen sind, was für den SSW zutrifft. 

Insgesamt 16 Parteien bewerben sich mit Landeslisten – 2017 waren es 13 Parteien. CDU, SPD, Grüne, FDP, AfD und Linke treten in allen 35 Wahlkreisen mit Direktkandidaten an, der SSW nur im nördlichen Teil sowie im für Helgoland zuständigen Wahlkreis Pinneberg Nord. Insgesamt bewerben sich zur Landtagswahl 449 Bewerberinnen und Bewerber – 36 Prozent davon sind weiblich. Der älteste Bewerber ist laut Landeswahlleiter aus dem Jahrgang 1936, die jüngste Bewerberin ist 18 Jahre alt.

Sämtliche Ergebnisse auf landtagswahl-sh.de

Die Wahllokale schließen am Sonntag wie immer um 18 Uhr, alle Ergebnisse wird es im Internet auf der Seite landtagswahl-sh.de geben. „Die Seite ist noch nicht erreichbar, wird aber in diesen Tagen freigeschaltet und soll dann Sonntag einwandfrei funktionieren“, so Johannes Kohlscheen gestern abschließend.

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