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Auch bei hiesigen Bäckereien: Brot und Brötchen werden teurer

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Von: Hans-Jörg Meckes

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Martina Liesenberg, Verkäuferin bei Bäckerei Börke in Heiligenhafen
Martina Liesenberg verkauft in der Börke-Filiale am Heiligenhafener Marktplatz. © Hans-Jörg Meckes

Die weltweite wirtschaftliche und politische Lage hat Auswirkungen bis auf die Bäckereien in Heiligenhafen. Sowohl Energie- als auch Rohstoffkosten steigen künftig an und haben damit auch Folgen für die Preise für Brot und Brötchen.

Heiligenhafen – Der Krieg in der Ukraine und die Corona-Pandemie sorgen nicht nur für schreckliches Leid, sondern wirken sich auch auf die Preise für Getreide und Energie aus. Das bekommen nicht zuletzt auch die Bäckereien in Ostholstein zu spüren.

„Das schlägt alles voll bei uns durch“, sagt Helmut Börke, Geschäftsführer der Inselbäckerei. Die Preise würden bei ihm allerdings bereits vor der Saison festgelegt. Bei den Rohstoffen für seine Backwaren erwartet Börke aber besonders beim Fett und bei den Sonnenblumenkernen in den kommenden Monaten einen deutlichen Preisanstieg. „Auch die Mehlpreise werden sich annähernd verdoppeln“, betont der Geschäftsführer. Ein Problem sei auch der Literpreis beim Rapsöl, bei dem Börke von einem rasanten Preisanstieg von 1,80 Euro auf über vier Euro ausgeht.

Bei den Energiekosten habe er nach dem aktuellen Stand im nächsten Jahr für seine Filialen alleine beim Strom Mehrkosten von 200.000 Euro, so Börke. Bei den Gaskosten sieht es nicht so schlimm aus. „Wir haben Erdgas und betreiben nur unsere Köcher damit.“ Die Öfen der Bäckerei, erklärt Börke, werden nur mit Öl und Strom betrieben. Die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien derweil sicher, betont er und erwähnt, dass er die Löhne bereits vor der Saison erhöht habe. Es werde darauf hinauslaufen, dass er seine Kunden von der Qualität überzeugen müsse, sagt Börke.

Bäckerei Junge: Corona noch deutlich spürbar

Auch die Bäckerei Junge betont, dass sie keine Abstriche bei der Qualität ihres Angebots machen will. Neben den aktuellen Geschehnissen um Russlands Krieg in der Ukraine wirke sich nach wie vor immer noch die Corona-Pandemie auf die wirtschaftliche Situation in den Bäckereien aus. „Die Beschränkungen, die damit einhergehen, Hygiene- und Testbestimmungen sind immer noch da und behindern unsere Mitarbeiterschaft und Gäste. Wir registrieren immer noch deutlich weniger Gäste als vor der Pandemie“, erklärt Pressesprecher Gerd Hofrichter.

Die kühlen Temperaturen Anfang des Jahres 2021 verzögerten zunächst das Wachsen und Reifen des Getreides, dann im Anschluss der viele und starke Regen den Erntebeginn. „Dadurch gibt es keine großen Mengen, die zur Knappheit und damit zu hohen Preisen führen“, erklärt der Pressesprecher der Bäckerei Junge, Gerd Hofrichter, auf HP-Nachfrage. 

Darüber hinaus führe die weltweit hohe Nachfrage zu hohen Exporten aus der EU. Der Marktpreis werde dadurch noch weiter nach oben gedrückt, und auch die Produktionskosten für Landwirte würden ansteigen.

Kriegs-Auswirkungen noch nicht absehbar

Noch gar nicht abzusehen seien die Auswirkungen des Konfliktes von Russland und der Ukraine. „Die Unsicherheit der letzten Wochen hat die Börsenpreise noch weiter nach oben getrieben.“ Der Warenverkehr aus Russland und der Ukraine sei aktuell höchst unsicher oder ganz zum Erliegen gekommen.

Die aktuellen Entwicklungen treiben auch der Bäckerei Junge Sorgenfalten auf die Stirn: „Wir können in Anbetracht der weiter explodierenden Preise auf sämtlichen Einkaufsmärkten eine Preisanpassung im April oder Mai nicht mehr verhindern. Doch wir werden auch nicht die Steigerungen in voller Höhe an unsere Kunden weitergeben können“, betont Hofrichter.

Bäckerei Junge in Heiligenhafen
Bäckerei Junge an der Promenade am Jachthafen in Heiligenhafen. © Patrick Rahlf

Junge will Arbeitsweise verbessern

Stattdessen will die Bäckerei ihre Arbeitsweise verbessern, Energie einsparen und so dem Kostenanstieg entgegenwirken. „Unser Bäckerhandwerk ist ein sehr energieintensives Handwerk. Rein rechnerisch kommt es zu Mehrbelastungen von durchschnittlich 20 bis 25 Prozent. Allein die Preise für Energie sind um 20 bis 25 Prozent angestiegen, jene für Rohstoffe wie Weizen sind um rund 30 Prozent nach oben gegangen“, erklärt Hofrichter.

Hinzu komme noch der höhere Mindestlohn zur Jahresmitte, der die Personalkosten künftig um bis zu 22 Prozent in die Höhe treiben wird. „Denn wir werden auch das gesamte Lohngefüge anpassen“, betont der Junge-Pressesprecher abschließend.

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