Beschimpfungen von DLRGlern keine Seltenheit / Badegäste unterschätzen Gefahren und ignorieren Warnungen

Wenig Respekt vor Lebensrettern

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Mit der „Strandperle“ sind die Rettungsschwimmer bei einem Not- fall auf dem Wasser schnell vor Ort.

HEILIGENHAFEN -mf- Ohne sie würde an Heiligenhafens Stränden gar nichts laufen. Das Team rund um DLRG-Abschnittsleiter Hubertus Patzelt ist sofort zur Stelle, wenn jemand im oder am Wasser Hilfe braucht. Leider weiß das nicht jeder zu schätzen, denn Pöbeleien, Beschimpfungen und sogar Drohungen sind mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Den ganzen Tag am Strand, die Sonne genießen und das Meer direkt vor der Nase – auf den ersten Blick klingt die Arbeit der DLRGler nach Urlaub pur, aber was wirklich dahinter steckt, wissen die wenigsten. „Es ist nicht gerade eine Wohltat, bei Hitze acht Stunden lang in den Wachtürmen zu sitzen“, erklärte Patzelt, der immer bemüht ist, dass sich seine Rettungsschwimmer-Gruppen wohlfühlen. Besonders ärgert sich der Abschnittsleiter über die Respektlosigkeit mancher Strandbesucher: „Das ist nicht das, was sich ein 16-Jäh- riger vorstellt, wenn er seinen ersten Wachdienst antritt. Die Wortwahl einiger wird immer flacher und primitiver.“ Auch vor Vandalismus wird kein haltgemacht. „Die Wachtürme werden demoliert, die Sitze herausgerissen und betrunkene Jugendliche turnen nachts darauf herum“, erläuterte der Abschnittsleiter im Gespräch mit der HP.

Dabei sind die Einsatzkräf- te der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft in der Warderstadt unentbehrlich. Erst kürzlich mussten die DLRG-Ehrenamtler gleich zu drei Einsätzen raus, um, gemeinsam mit den Seenotrettern in Not geratenen Surfern zu helfen. Viele Einsätze ließen sich allerdings auch vermeiden, wenn Besucher sich an einfache Regeln und Hinweise halten würden. So gehört es mittlerweile zum Alltag, dass Warnschilder, rote Flaggen und gutgemeinte und wichtige Ratschläge von den erfahrenen DLRG-Mitgliedern ignoriert oder belächelt werden. Hubertus Patzelt ist überzeugt davon, dass die zunehmende Gleichgültigkeit der Badebesucher das größte Problem sei. Gefahren wie Strömungen, die für Laien nicht leicht einzuschätzen sind, werden, trotz ausführlicher Erklärungen seitens der Profis, häufig nicht ernst genommen. Selbst die Sicherheit der eigenen Kinder wird aus Leichtsinn riskiert. „Die Leute stellen sich auf die Buhnen oder platzieren ihre Kinder dort für ein Urlaubsfoto, ohne sich der Gefahr bewusst zu sein“, so Patzelt. 

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