DLRG-Technikzentrum in Grömitz
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DLRG-Einsatzleiter Klaus Holger Hecken (v.l.), Werkstattleiter Markus Timm, Mechatroniker Mirco Reyscher und Peter Sieman, Leiter der Stabsstelle Zentraler Wasserrettungsdienst Küste, gaben einen Einblick in das DLRG-Technikzentrum in Grömitz.

Besuch im DLRG-Technikzentrum in Grömitz: Viele Vorteile für Kommunen

  • Hans-Jörg Meckes
    VonHans-Jörg Meckes
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Im DLRG-Technikzentrum in Grömitz können Kommunen im gesamten Einzugsbereich ihre Ausrüstung mieten. Für die Wartung und den Austausch sorgt die Werkstatt. Auch Heiligenhafen und Fehmarn nutzen das Angebot.

  • Die DLRG betreibt in Grömitz ein Technikzentrum und vermietet Ausrüstung an die Kommunen.
  • Der Einzugsbereich reicht von Borkum im Westen bis nach Usedom im Osten.
  • Die Kommunen erhalten bei Ausfällen schnell einen Reparatur-Service oder bekommen Ersatz geliefert.

Grömitz/Heiligenhafen – Seit anderthalb Jahren betreibt die DLRG in Grömitz ihr Technikzentrum, bei dem sich die Kommunen vom Einzugsbereich von Borkum im Westen bis nach Usedom im Osten die Geräte für ihre DLRG-Wasserrettungsdienste mieten können. Am Tag der offenen Tür bot sich die Möglichkeit, sich ein Bild von den Räumlichkeiten zu machen und die Mitarbeiter kennenzulernen.

Der Rundgang durch die Halle am Körnickerfeld macht durchaus Eindruck: Auf den gut fünf Meter hohen Regalen können bis zu 60 Motorboote untergebracht werden, die bei den Rettungsschwimmern Inflatable Rescue Boats genannt werden. „Davon gehen knapp 40 an die Strände, der Rest bleibt im Technikzentrum als Reserve“, erklärt Klaus Holger Hecken, DLRG-Einsatzleiter für die Küste Schleswig-Holsteins. Unten stehen die Strandbaggys aufgereiht, die hinten über eine Ladefläche verfügen und laut Hecken intern als „All Terrain Vehicles“ bezeichnet werden. „Der Sinn dieser Fahrzeuge ist, dass die Rettungsschwimmer schnell und mit dem notwendigen Material zum Einsatzort kommen. Sie werden teilweise auch elektrisch betrieben“, so der Einsatzleiter weiter. Besonders am Strand sei es wichtig, „dass die Rettungsschwimmer im Sand schnell von einem Ort zum anderen gelangen und dort nicht erschöpft ankommen sollten“, betont Hecken. Darüber hinaus bietet das Technikzentrum auch Außenbordmotoren und Kajaks an. Ebenso besteht die Möglichkeit, die Wachtürme über die Wintermonate auf dem Gelände in Grömitz zu lagern.

Ausrüstung mieten bringt den Kommunen viele Vorteile

Was machen die Werkstatt und die Halle im Besonderen aus? „Wir wollen mit dem Technikzentrum die Sicherheit erhöhen und garantieren, dass einsatzfähiges Material am Strand ist. Wir bieten den Kurverwaltungen an, dass wir ihnen die Ausrüstung hier vermieten“, sagt Peter Sieman, Leiter der Stabsstelle Zentraler Wasserrettungsdienst Küste. Aktuell umfasse das Einzugsgebiet, das das Technikzentrum bedient, von Borkum im Westen bis nach Usedom im Osten knapp 90 Wasserrettungsstationen, erzählt Sieman. „Von hieraus bestücken wir alle Stationen, die mit uns einen Mietvertrag unterzeichnet haben.“ Ein großer Vorteil sei es für die Kommunen, dass die Ausrüstung in Grömitz gewartet werde und bei einem Ausfall schnell für Ersatz gesorgt werde, ergänzt Hecken und fügt hinzu: „Vor 2018 hatten die Kurverwaltungen ihr eigenes Material vorgehalten. Wenn ein Boot kaputt gegangen ist, hat es sehr lange gedauert, es zu reparieren oder für Ersatz zu sorgen.“ Jetzt könne innerhalb von 36 Stunden ein Boot in diesen 90 Wasserrettungsstationen komplett ausgetauscht werden, erwähnt der Einsatzleiter. „Die Kurverwaltung spart dabei Anschaffungskosten und Instandhaltungskosten.“ Im Technikzentrum kümmern sich Werkstattleiter Markus Timm und Mechatroniker Mirco Reyscher um die Wartung. Ab August soll noch ein Auszubildender dazukommen.

„Heiligenhafen kriegt zum Beispiel zwei Außenbordmotoren für ihre Bestandsboote von uns, und Großenbrode mietet ein Inflatable Rescue Boat von uns. Auf Fehmarn hat die Wasserrettungsstation beim Ahoi Camp momentan ein Inflatable Rescue Boat in unserer Materialhalle in Bad Nenndorf gelagert, und Meeschendorf hat eins davon gekauft“, erzählt Hecken.

Im DLRG-Technikzentrum in Grömitz haben auch die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe zwei Außenbordmotoren gemietet.

Auch Hubertus Patzelt verschafft sich Einblick

Einen Eindruck vom Technikzentrum verschaffte sich am Sonnabend auch Heiligenhafens Abschnittsleiter Hubertus Patzelt, der sich beeindruckt zeigte: „Wir haben die Einladung vom Zentralen Wasserrettungsdienst Küste bekommen. Ich habe mich gefreut, dort einige alte Bekannte wiedergetroffen zu haben. Was mir sehr wichtig ist, ist, dass ich die Menschen kenne, mit denen ich im Technikzentrum zusammenarbeite. Du hast immer eine telefonische Verbindung zum Leiter dieses Technikzentrums. Das ist für uns ein hoher Sicherheitsfaktor.“ Das Zentrum bringe ihm die Motoren direkt nach Heiligenhafen, sagt Patzelt, der den Heiligenhafener Verkehrsbetrieben (HVB) im Wasserrettungsdienst bis zum 1. Oktober 2024 zur Verfügung stehen wird. „Dieses Jahr haben wir zwei gemietet. Ich bin mit den Motoren zufrieden, sie sind robust und hervorragend gewartet. Das ganze System ist ausgereift, und man hat aus den Erfahrungen der letzten Jahre immer wieder dazugelernt.“

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