Arbeitskreis „Umwelt und ländliche Räume“ / Naturschutz braucht Schutzzone im Wasserbereich

SPD besuchte den Graswarder

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Die Mitglieder des Arbeitskreises „Umwelt und ländliche Räume“ der SPD-Landtagsfraktion besuchten zum ersten Mal den Graswarder und sprachen begeistert von einem „einmaligen Juwel“.

HEILIGENHAFEN (ft) · Auf Initiative von Gerhard Poppendiecker und dem SPD-Ortsverband hat der SPD-Arbeitskreis „Umwelt und ländliche Räume“, der SPD-Landtagsfraktion mit der umweltpolitischen Sprecherin Sandra Redmann aus Ostholstein, dem ehemaligen Innenminister und jetzigen agrarpolitischen Sprecher Lothar Hay, dem für Küstenschutz und ländliche Räume zuständigen SPD-Landtagsabgeordneten Detlef Buder aus Dithmarschen, Olaf Schulze aus dem Kreis Lauenburg, Fachgebiet Küstenschutz, Klimaschutz und Energiefragen, Marion Sellier aus Nordfriesland, zuständig Bodden, Wasser, Luft und der SPD-Kreisvorsitzende aus Ostholstein, Lars Winter, Heiligenhafen besucht.

Auf dem Graswarder standen Naturschutz und Umweltfragen im Mittelpunkt des Interesses. Um die Zukunftsaussichten der Fischerei ging es in einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Landesfischereiverbandes, Lorenz Marquardt, Geschäftsführerin Gretel Flindt und Ulrich Elsner, Geschäftsführer der Kutterfisch Nord e. G. im Genossenschaftsgebäude am Hafen (HP-Montagsausgabe).

Der Landesnaturschutzbeauftragte Klaus Dürkop stellten den SPD-Landtagsabgeordneten, die zum ersten Mal den Graswarder besuchten, das Naturschutzgebiet vor. Die Form des vom Architekten Meinhard von Gerkan geschaffenen Aussichts-turms beeindruckte die Besucher, die aus luftiger Höhe einen Blick auf das Naturschutzgebiet werfen konnten. Wie Klaus Dürkop zu berichten wusste, habe Meinhard von Gerkan für diese Konstruktion in Chicago/USA die weltweit höchste Auszeichnung bekommen.

▪ Naturschutz auch für nahe Uferbereiche

Wie Klaus Dürkop den SPD-Landtagsabgeordneten deutlich machte, ende Naturschutz nicht am Strand, sonder gehe weiter in die Flachwasserbereiche. So sei es seit vielen Jahren eine Forderung der Naturschützer auf dem Graswarder, einen 300 Meter breiten Wasserstreifen mit in den Naturschutz einzubeziehen. Bisher konnte der Naturschutz nicht darüber verfügen, weil hier Bundeswasserstraße ist. Hier müsse der Bund erst zustimmen; dieses Verfahren laufe schon über 30 Jahre. Wie Dürkop betonte, liege auch bei der Landesregierung ein Antrag vor, doch auch hier tue sich nichts.

Klaus Dürkop kritisierte, dass Wassersportler im Süd-osten zu dicht an das Naturschutzgebiet heranfahren und auch gerne dort ankern. Oft sei zu beobachten, wie mit Jet-Skis dicht am Graswarder vorbei „geheizt“ oder das Schutzgebiet von der Seeseite betreten werde. Das seien massive Störfaktoren für die hier lebenden Wasservögel, die im nahen Wasserbereich ihre Nahrung suchten oder dort ruhen. Erst vor kurzem habe ein Flugzeug den Graswarder in 80 Metern Höhe überflogen und alle Tiere aufgeschreckt. Nach den Worten von Dürkop befinde sich auf dem Graswarder eine der wenigen Kolonien der Zwergseeschwalbe, von der es in Schleswig-Holstein nur noch 85 Brutpaare gibt.

Sandra Redmann versprach, sich zu kümmern und im zuständigen Ministerium nachzufragen. Wenn das nicht helfe, werde man eine Anfrage im Landtag starten. Nach der Finanzierung fragte der SPD-Kreisvorsitzende und Kreistagsabgeordnete Lars Winter, der sich dafür einsetzen will, dass die vom Kreis finanzierte halbe Stelle in der Unteren Naturschutzbehörde bestehen bleibt.

Wie Sandra Redmann nach dem Besuch im Naturschutzgebiet sagte, sei ihr klar geworden, dass der Graswarder ein echtes Juwel, nicht nur für Heiligenhafen und Ostholstein, sondern für ganz Schleswig-Holstein sei. Hiervon könne der Tourismus profitieren. Die ehrenamtliche Arbeit des NABU müsse hoch gewürdigt werden. Auch das Land sollte sich weiter engagieren und das ehrenamtliche Engagement voll unterstützen.

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