Bewegende Trauerfeier für Bürgermeister Heiko Müller / Hunderte Bürger im Kursaal

Heiligenhafen nimmt Abschied

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Am Ende der Trauerfeier wurde der Sarg aus dem Kursaal getragen. Ein emotionaler Moment für alle Anwesenden.

Heiligenhafen –ra– Hunderte Bürger haben Donnerstagnachmittag (7. November) im Rahmen einer bewegenden Trauerfeier im Kursaal Abschied von Heiligenhafens Verwaltungschef Heiko Müller genommen, der vergangene Woche unerwartet verstorben war. Der Leichnam wurde anschließend in ein Krematorium nach Stade gebracht, später erfolgt die Beisetzung in Müllers niedersächsischer Heimat Dahlenburg. „Dort wird er die letzte Ruhe finden“, sagte Trauerredner Jan-Birger Rößler.

Der 64-Jährige sei ein bürgernaher Verwaltungschef gewesen, immer gut gelaunt und gerne unter Menschen. „Am Ende war Heiko Müller, der noch so viel vor hatte und sich von den Folgen eines schweren Sturzes gut erholt zu haben schien, alleine mit dem Tod – keiner konnte sich von ihm verabschieden“, sagte Rößler. Der Verstorbene habe sich sein jugendliches Temperament immer bewahrt, „Heiko Müllers Leben war durchweg bunt“. Das habe sich schon in seiner Jugend bemerkbar gemacht, denn früh schloss er sich der Feuerwehr sowie dem Schützenverein an und war darüber hinaus auch Mitglied in einer Band. Dass sich Heiligenhafens verstorbener Rathauschef für Musikklassiker von Tina Turner, den „Bee Gees“ oder Peter Maffay begeistern konnte, floss auch in die gestrige Trauerfeier ein. Bei jedem abgespielten Song werden die Anwesenden ganz sicher an ein persönliches Erlebnis mit dem Bürgermeister gedacht haben.

Seit dem 1. Mai 2004 hatte der studierte Verwaltungsfachmann den Posten des Rathauschefs bekleidet. Er sei ein leidenschaftlich kämpfender Bürgermeister gewesen, sagte Jan-Birger Rößler. „Heiko Müller hat die Stadt in den vergangenen 15 Jahren geprägt und den Grundstein dafür gelegt, was Heiligenhafen heute ist – ein moderner, aufstrebender Ort.“ Aber auch Gegenwind prägte seine drei Amtsperioden, schließlich sei der Verstorbene keinem Konflikt aus dem Weg gegangen. „So manch blauer Fleck auf der Seele hat auch bei ihm Spuren hinterlassen“, so der Trauerredner.

In der Freizeit liebte Heiko Müller sein Jagdrevier in Dahlenburg, die Ostsee sowie Unternehmungen mit seiner Lebensgefährtin Elke Teegen. „Sie war der große Rückhalt des Verstorbenen“, sagte Rößler. Aber auch die Feuerwehr hatte es dem Verwaltungschef seit Jugendjahren angetan. Die Heiligenhafener Kameraden schätzten Heiko Müller sehr, auch weil er bei Einsätzen stets persönlich vor Ort war und so manche Nacht mit ihnen in der Kälte ausharrte. Den geplanten Neubau der Feuerwehrwache, für den sich Müller seit Jahren stark gemacht hatte, wird er nun nicht mehr miterleben. „Heiko Müller war kein Mann von der Stange. Viel zu jung ist er verstorben“, sagte Jan-Birger Rößler abschließend.

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