Zwangsversteigerung: Immobilieninvestor gibt mit 375000 Euro das höchste Gebot ab

Bieterschlacht um den „Bitburger“

Das Haus in der Bergstraße 16 wird irgendwann einem Neubauvorhaben weichen müssen.
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Das Haus in der Bergstraße 16 wird irgendwann einem Neubauvorhaben weichen müssen.

Heiligenhafen/Oldenburg –Von Patrick Rahlf– Der Mitarbeiter der Förde-Sparkasse, dessen Arbeitgeber Forderungen gegen den Besitzer des seit Jahren leerstehenden „Bitburgers“ in der Bergstraße erhebt, konnte am Ende der Zwangsversteigerung nur ungläubig mit dem Kopf schütteln.

„Im Leben hätte ich nicht damit gerechnet, dass die Gebote für dieses Haus so weit in die Höhe gehen. Aber das zeigt, wo Heiligenhafen steht.“ Zunächst lieferten sich am Freitagvormittag im Oldenburger Schützenhof fünf Parteien eine wahre Bieterschlacht um die heruntergekommene Innenstadt-Immobilie, am Ende lief es auf ein Duell hinaus. Mit 375000 Euro gab ein Immobilienunternehmer das höchste Gebot ab und wird Ende des Monats auch den endgültigen Zuschlag erhalten.

Dass abschließend noch kein Zuschlag erteilt werden konnte, liegt an der Tatsache, dass es zwei Bieterverfahren gab. Man konnte auf die Immobilie sowohl mit als auch ohne das bestehende Wegerecht des Nachbarn bieten. 327000 Euro bot ein Mitbewerber für das Haus mit dem bestehenden Wegerecht. Der Form halber muss Rechtspfleger André Hasselmann die Wirtschaftlichkeit beider Gebote prüfen, das Ergebnis ist aber schon jetzt klar. „Wir werden dort hochwertige Wohnungen bauen, allerdings nicht sofort“, sagte der Höchstbietende der HP. Der Investor hat bereits alte Häuser in der Schlamerstraße abgerissen und will dort Wohnungen im Hochpreissegment bauen (Preise von 390000 Euro bis zu einer Million Euro).

Schnell ist allen Schnäppchenjägern im mit rund 70 Personen gut gefüllten Saal des Schützenhofes klar geworden, dass sie umsonst gekommen waren. Einstiegsgebote von 65000 Euro wurden von den anwesenden Immobilien-Profis nur müde belächelt. Fünf Parteien schaukelten sich schließlich gegenseitig über die Grenze von 300000 Euro. Dann wurde die Luft dünner, nur noch zwei Bieter mischten im Kampf um den früheren Gaststättenbetrieb mit.

Unklar ist unterdessen die Wohnsituation in dem alten Haus, das jahrelang unbewohnt war. Wie Anwohner berichteten, wohnen mittlerweile vier Personen in der Bergstraße 16. „Ob das Hausbesetzer sind oder Personen, die einen gültigen Mietvertrag haben, das muss der neue Eigentümer klären“, sagte André Hasselmann, der die rund dreistündige Veranstaltung moderierte.

Übrigens: Der „Bitburger“ hatte jetzt einen angegebenen Verkehrswert von 72000 Euro. Zum Vergleich: 2008 lag der Verkehrswert noch bei 150000 Euro. Dass die Immobilie am Freitag für 375000 Euro unter den Hammer kam, wird auch den für die Behörden nicht erreichbaren Besitzer freuen. Hierbei handelt es sich um Sven Basner, einen aus überregionalen Medien bekannten Immobilieninvestor aus Hamburg – mit äußerst zweifelhaftem Ruf. Der am Freitag erzielte Versteigerungserlös ist viel höher als die Forderungen der Gläubiger, zu denen auch die Stadt Heiligenhafen zählt. Der Überschuss muss an Basner ausgezahlt werden.

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