Naturspektakel ein echter Hingucker / Dürkop: Noch intensiver als vor 15 Jahren

Blütenmeer auf dem Graswarder

Die Grasnelkenblüte verzaubert derzeit den Graswarder.

Heiligenhafen –ft– Hunderttausende von Blütenköpfen der Grasnelken recken sich zurzeit auf dem Graswarder in den Himmel. „Ein Blütenmeer, wie wir es vor 15 Jahren schon einmal erleben durften. Diesmal aber noch viel umfangreicher“, sagte der Heiligenhafener NABU-Vorsitzende Klaus Dürkop.

Bereits 2018 hatte sich im Frühjahr die Grasnelke (Ameria maritima) als typische Strandwallpflanze polsterartig und flächendeckend angekündigt, verkümmerte aber aufgrund der Trockenheit ab April. Der zu erwartende rosarote Blütenteppich blieb aus, hat sich 2019 aber in faszinierender Weise zurückgemeldet – dank entsprechender Niederschläge. Viele Hektar dieser seltenen Küstenpflanze prägen nun gerade im Ostteil des Naturschutzgebietes das Areal, leider außerhalb der Begehungszone. Die Hauptblütezeit erstreckt sich über die Monate Mai und Juni.

Die Besucher müssen aber nicht auf den schönen Anblick verzichten, denn die ersten großen Grasnelkenfelder kann man schon direkt am Naturzentrum des NABU erleben. Wer sich darüber hinaus in die Froschperspektive begibt, kann auch noch den betörenden Duft aufnehmen.

Anders als ihr Name vermuten lässt, gehört die Pflanze nicht zu den Nelkengewächsen, sondern ist eine auf der Roten Liste stehende Pflanzenart, die zur Familie der Bleiwurzgewächse gehört. Sie ist in Salzwiesen wie hier auf dem Graswarder zu Hause und entwickelt sich dort besonders gut, wo eine Beweidung mit Rindern stattfindet. Höher wachsende Gräser wie die Strandquecke oder der Rotschwingel würden diese krautige Pflanze überwuchern und weniger sichtbar machen.

Als die Grasnelke noch nicht unter Naturschutz stand, nutzten die Heiligenhafener im Juni häufig die Blüten zum Binden von Kränzen. Besonders geeignet war diese Blütenpflanze durch die langen Stiele. Im Volksmund nannte man sie deshalb auch Drahtblume.

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