Daniela Thiele bezwingt den New-York-Marathon

Wenn Träume wahr werden

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In luftiger Höhe auf dem Empire State Building: Stolz hält Daniela Thiele ihre Medaille in der Hand. Im Hintergrund der beeindruckende Blick über New York.

New York/Neukirchen –Von Mareike Falz– „Seit ich laufe, war es mein Traum, einmal beim New-York-Marathon mitzumachen.“ Dass Daniela Thieles größter Wunsch sogar schon so zeitnah in Erfüllung gehen sollte, damit hatte die Neukirchenerin selbst nicht gerechnet.

Nach dem Berlin-Marathon im vergangenen Jahr hatte sich die Sportlerin vorgenommen, auch noch die restlichen fünf sogenannten World Marathons – zu denen neben Berlin und New York noch Boston, Chicago, London und Tokio gehören – zu finishen, also erfolgreich zu beenden. „Wenn ich alle sechs Marathons gelaufen bin, dann kann ich mir die Six-Star-Medaille holen, was von vielen Läufern das Ziel ist“, so die Ostholsteinerin. Ihr erster Wettbewerb und damit auch der Start ihrer Lauf-Karriere war 2007 der Mitternachtslauf. Die damals 14-Jährige lebte zu dieser Zeit noch in Heiligenhafen und startete die zehn Kilometer lange Strecke völlig untrainiert. Bis heute sagt Daniela Thiele von sich, sie sei trainingsfaul und laufe nicht häufiger als zweimal im Monat: „Ich laufe im Jahr inklusive Marathon so 200 bis 350 Kilometer. Ein normaler Läufer läuft mindestens 1000 Kilometer.“

Gleich zwei Gründe zur Freude gab es für Thiele beim fünf Kilometer langen Warm-up-Lauf einen Tag vor dem gut 42 Kilometer langen Hauptlauf in New York. Denn die Läuferin feierte nicht nur ihren 27. Geburtstag, sondern schaffte eine neue persönliche Bestzeit von 24 Minuten und acht Sekunden.

Dann der große Tag. Die Begeisterung, wenn die Neukirchenerin von ihrem Erlebnis erzählt, ist in jeder Silbe zu hören: „Es war unbeschreiblich. Jeder, der schon einmal dabei war, als Läufer oder als Zuschauer, weiß, wovon ich spreche. Die zwei Millionen Zuschauer trugen einen nur so über die Strecke durch die fünf Stadtteile von New York City.“ Gerade bei den langen steilen Strecken, wovon es mehrere Passagen gibt, seien es die Zuschauer, die einen dort gefühlt hochtragen würden, schwärmte die 27-Jährige. Ab Erreichen des Central Parks, bei dem die Läufer die 38-Kilometer-Marke knacken, steige die Vorfreude ins Unermessliche und die Stimmung sei gigantisch.

Dann die letzten 400 Meter: Daniela Thiele sammelte noch einmal alle Energiereserven, rechts und links die wehenden Flaggen aller teilnehmenden Nationen, die an ihr vorbeizogen und dann nach vier Stunden, 23 Minuten und 14 Sekunden überquerte die Ostholsteinerin überglücklich die Finisher-Line. Dabei war sie gerade einmal elf Minuten langsamer als in Berlin. Eine Leistung, auf die Thiele besonders stolz ist. Da der New-York-Marathon zu den anspruchsvollsten Marathons der Welt gehört, sage man im Allgemeinen, dass Läufer hierfür etwa 20 bis 30 Minuten länger bräuchten als sonst, so die 27-Jährige.

Als nächstes steht für die Neukirchenerin der Chicago-Marathon 2020 auf der To-do-Liste. Im Lostopf dafür ist sie bereits, jetzt braucht sie nur noch etwas Glück. Ihr ambitioniertes Ziel: Mehr trainieren und den Marathon in unter dreieinhalb Stunden laufen.

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