Rolf Jankwitz bei einer Veranstaltung der Großen Bürgergilde in Heiligenhafen.
+
Rolf Jankwitz war der letzte Gildekönig. Jetzt leistet er sein Gilde-Vizekönigsjahr ab. Im letzten Jahr ist das Gildefest ausgefallen, weshalb es zurzeit keinen König gibt.

Terminplanung für 2021 noch unsicher

Der Großen Bürgergilde fehlt ein König

  • Peter Foth
    vonPeter Foth
    schließen

Die Große Bürgergilde in Heiligenhafen kann noch nicht sicher sagen, wie sie ihre Veranstaltungen in 2021 organisiert. Der Kontakt läuft momentan über das Internet. Ein neuer König kann erst gefunden werden, wenn das Gildefest stattfindet.

  • Erste Gildeveranstaltungen fallen bereits der Corona-Pandemie zum Opfer.
  • Die Mitglieder bleiben über den Gildeboten und Whatsapp in Kontakt.
  • Aktuell fehlt der Gilde ein König.

Die Heiligenhafener vermissen die Gildebrüder der Großen Bürgergilde, die sonst im Juni ihr Gildefest feierten und mit Musik im schwarzen Anzug mit gelber Gilde-Rose durch die Straßen zogen. Verweist ist auch das neue Gildehaus im Erlenweg, wo eigentlich Leben herrschen sollte. Auch der Rechnungstag am 9. Januar habe nur in kleiner Runde stattgefunden, berichtet der erste Ältermann Horst Sachau.

Ebenso falle der Winterball am 27. Februar Corona zum Opfer. „Auf unserer letzten Vorstandssitzung haben wir beschlossen, das alles ausfallen zu lassen. Wir visieren jetzt den 1. April 2021 an, um erst einmal zu schauen, wie sich das Pandemie-Geschehen allgemein entwickelt, um dann eine Entscheidung zu treffen, wann und wo wir starten könnten“, erklärt Sachau.

Terminplanung ist abhängig vom Corona-Geschehen

Allerdings sei er bei der Terminplanung dieses Mal alles andere als optimistisch, betont der erste Ältermann der Gilde. Am 8. Mai wäre nach dem normalen Plan der Jahrestag der Großen Bürgergilde, und am 4. Juni würde normalerweise das Gildefest gefeiert werden, blickt er voraus.

„Ich betrachte mit großem Interesse täglich die Corona-Zahlen und die Entwicklung. Wenn die Infektionszahlen sich weiter auf so hohem Niveau halten, habe ich wenig Hoffnung. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und so verstehe ich den Wunsch meiner Gildebrüder, möglichst schnell wieder zu normalen Verhältnissen zurückzukommen“, erklärt Sachau zu den Veranstaltungsplanungen in der Gilde für das Jahr 2021.

Kontakt über den Gildeboten und per Whatsapp

Der Kontakt zu den Gildebrüdern werde über den neuen Gildeboten Rolf Rocksien gehalten. Er bringe den Gildebrüdern, die geehrt werden sollen, ihre Urkunden nach Hause. „Auch bei Jubiläen und Geburtstagen ist es der Gildebote, der im Namen des Vorstandes die Glückwünsche überbringt“, beschreibt der erste Ältermann. Der Vorstand habe auch eine Whatsapp-Gruppe mit dem Namen „Gilde aktuell“ eingerichtet, berichtet er. Hier könne man nachlesen, was gerade in der Gilde passiert. Die Gilde sei gut vernetzt und habe auch eine geschäftsführende Vorstandsgruppe, über die der erste Ältermann, der zweite Ältermann und der Kassierer sich austauschen, sagt Sachau.

In einer weiteren Whatsapp-Gruppe tausche sich der restliche Vorstand aus. Diese Kommunikation funktioniere gut, könne aber auf Dauer nicht den direkten Kontakt mit den Gildebrüdern ersetzen, betont er. „Irgendwie fehlen die Gildemusik, die konstruktiven Gespräche mit den Gildebrüdern und die Gildefestlichkeiten. So ist unser Gildelied ‚Haltet aus im Sturmgebraus‘, zum Symbol dieser Pandemie geworden“, sagt Sachau.

Zurzeit gibt es keinen König in der Gilde

Auf die Frage unserer Zeitung, wer jetzt König sei, sagt Horst Sachau: „Wir haben zurzeit keinen König, weil das Gildefest 2020 ausgefallen ist und der König 2019, Rolf Jankwitz, derzeit Vizekönig ist. So sehen es die Gildestatuten vor. Ein neuer König kann erst beim nächsten Gildefest ausgeschossen werden. Das war schon einmal in Kriegszeiten so, wo wir keine Gildefeste feiern konnten.“

Ältermann Horst Sachau (l.) ehrte auf dem Festkommers 2019 Gildekapellen-Obmann Jan-Hendrik Lohde.

Gildekapellen-Obmann Jan-Hendrik Lohde hatte mit einem geplanten Corona-Hygienekonzept die Bemühung gestartet, mal wieder einen Übungsabend für die Musikanten der Gildekapelle zu veranstalten. Doch dann kam der zweite Lockdown Mitte Dezember. „Im Rahmen der Ergänzungsverordnung zur Eindämmung der Pandemie wurde in Deutschland alles heruntergefahren und so waren auch keine Übungsabende der Gildekapelle möglich. Verständlich, dass sich auch die Gildemusiker normale Zeiten zurückwünschen“, sagt Sachau.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.