Der Vorstand der Heiligenhafener Kegler.
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Der Vorstand der Heiligenhafener Kegler mit dem 2. Vorsitzenden Gerhard Ahlf (v.l.), Sportwart Nicolas Ahlf, dem 1. Vorsitzenden Werner Kording, Schriftführer Horst Hampf sowie Kassenwartin Edith Hampf muss jetzt die Vereinsauflösung abwickeln.

Nach 72 Jahren ist Schluss

Heiligenhafener Kegler lösen sich auf

  • Peter Foth
    VonPeter Foth
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Der Verein Heiligenhafener Kegler löst sich auf. Dem Verein fehlt der Nachwuchs, und auch eine Kegelbahn gibt es in der Warderstadt nicht mehr. Doch jetzt soll ein neuer Club gegründet werden, um in Gesellschaft zu bleiben.

  • Die Heiligenhafener Kegler haben sich im Jahr 1949 gegründet.
  • Nur noch fünf der 21 Mitglieder nehmen an Turnieren teil.
  • Das Vermögen des Vereins geht an die Stadt Heiligenhafen zur Förderung des Sports.

Heiligenhafen – Nach 72 Jahren löst sich der Verein Heiligenhafener Kegler von 1949 zum Jahresende auf. Nach den Worten des 1. Vorsitzenden Werner Kording war ausschlaggebend, dass es in Heiligenhafen keine Kegelbahn mehr gebe und es auch an Nachwuchs fehle.

Noch hat der Verein 21 Mitglieder, davon sind fünf männliche Sportkegler, die noch an Turnieren teilnehmen. Mit dem Kegelverein Lensahn seien die Heiligenhafener eine Spielgemeinschaft eingegangen, um überhaupt noch trainieren und an Punktspielen teilnehmen zu können. Hier können noch sportliche Erfolge verzeichnet werden, da zwei Mannschaften in der Kreisoberliga spielen. Zum Training nach Lensahn fahren auch die Frauen mit und haben hier eine Kniffelrunde gegründet.

Kein Nachwuchs und keine Kegelbahn mehr in Heiligenhafen

Der Vorsitzende Werner Kording sprach Klartext: „Ein Problem ist, dass wir keinen Nachwuchs mehr haben. Es gibt in Heiligenhafen keine Kegelbahn mehr, und wir kegeln nur noch in Lensahn.“ Wie Vorstandsmitglied Horst Hampf betonte, sei das Fortführen des Vereins schon aus Kostengründen unrentabel. Hier müsse man an drei Dachverbände, den Kreissportverband, den Kreiskeglerverband und den Landessportverband für 21 Mitglieder – darunter nur noch fünf aktive Sportkegler – Beiträge bezahlen.

Eine rückläufige Entwicklung sei bei den Keglern landesweit zu beobachten, sagte Horst Hampf, der an Zeiten erinnerte, wo es in Schleswig-Holstein noch 30000 Sportkegler gab. Heute sei die Zahl auf circa 6000 Sportkegler geschrumpft. Davon seien 80 Prozent über 60 Jahre alt, erwähnte Hampf.

Die Auflösung des Vereins Heiligenhafener Kegler wurde auf der letzten Jahreshauptversammlung am 10. September 2021 einstimmig beschlossen. Das Vermögen des Vereins fällt nach Abzug der Auflösungskosten an die Stadt Heiligenhafen zwecks Verwendung für die Förderung des Sports.

Weiterhin Gesellschaft in neu gegründetem Club

72 Jahre Zusammenhalt, verbunden mit vielen Freundschaften, lassen sich aber nicht einfach wegwischen. Deshalb haben die Heiligenhafener Kegler den Club „Frohsinn Heiligenhafen“ ins Leben gerufen, um die Geselligkeit und den Zusammenhalt weiter zu pflegen. Hier sollen gesellschaftliche Aktivitäten wie das traditionelle Grünkohlessen, gemeinsame Frühstücksrunden, Kaffeenachmittage oder auch Adventure Golf gepflegt werden. Die fünf verbliebenen Sportkegler werden beim Kegelverein Lensahn eine Heimat haben.

Heiligenhafens Bürgermeister Kuno Brandt, der zum Grünkohlessen eingeladen war, bedauerte die Auflösung des Vereins und betonte, dass sich die Sportkegler auch in der Öffentlichkeit stark engagiert hatten. Mit ihrer mobilen Kegelbahn waren sie bei den Hafenfesttagen vertreten, und auch die Bewohner des Cura-Seniorencentrums freuten sich, wenn die Kegler beim Sommerfest die Senioren zum Kegeln eingeladen hatten, merkte Brandt an.

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