Trotz ruhiger Lockdown-Zeit: Schon 105 Einsätze / Keine leichte Zeit für Heiligenhafens Wehr

Einsatzdichte wie im Vorjahr

Meistern gemeinsam als Wehrführung die Corona-Zeit in der Feuerwehr: Wehrführer Michael Kahl (M.) sowie seine Stellvertreter Andreas Klöpper (l.) und Marc Wegener.
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Meistern gemeinsam als Wehrführung die Corona-Zeit in der Feuerwehr: Wehrführer Michael Kahl (M.) sowie seine Stellvertreter Andreas Klöpper (l.) und Marc Wegener.

Heiligenhafen –mf– Die menschenleeren Zeiten sind vorbei. Während des Lockdowns und als noch das Einreiseverbot in der Warderstadt bestand, ging es auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenhafen ruhig zu.

Nur selten ging der Melder, und an gemeinsame Übungsabende war gar nicht erst zu denken. „Es war nicht viel los, bis die Reisefreiheit wieder gegeben war“, berichtete Marc Wegener, der zusammen mit Andreas Klöpper an zweiter Stelle der Wehrführung steht. Dennoch sei die Anzahl der Einsätze ähnlich hoch wie im letzten Jahr: „Der Januar und der Februar waren dafür sehr Einsatzstark“, erklärte Klöpper. Mittlerweile herrscht auch wieder reges Treiben in der Warderstadt, und die Einsätze häufen sich. Insgesamt musste die Freiwillige Feuerwehr bislang in 2020 zu 105 Einsätzen (Stand 23. Juli) ausrücken – 205 Tage hatte das Jahr bis jetzt.

Auch der Start der Gruppenübungsdienste in Heiligenhafen ist in Sicht: „Ab Anfang August starten wir mit einer Gruppenstärke von maximal 15 Personen“, erklärte Wehrführer Michael Kahl auf HP-Nachfrage. Spätestens Ende August solle dann geschaut werden, wie es für die Wehren im Land weitergehe, so der Feuerwehrchef, der ergänzte, dass darüber allerdings das Bundesministerium befinden müsse.

Weil Freiwillige Feuerwehren zu den sogenannten Kritischen Infrastrukturen gehören und somit systemrelevant sind, ist für die Kameraden besondere Beachtung der Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln geboten, um eine Ansteckung mit dem Covid-19-Virus möglichst gering zu halten. Das ist aber auch mit einem „deutlich erhöhten Mehraufwand“ verbunden, weiß Michael Kahl. Bei Einsätzen und Betreten des Gerätehauses haben alle Kameraden einen Nasen-Mundschutz zu tragen, was dazu führe, dass diese bei längeren Einsätzen schnell durchfeuchtet seien und „die Verständigung per Funk schwieriger“ werde, erklärte der Wehrführer die Problematik. Außerdem dürfe in den Fahrzeugen nur jeder zweite Sitzplatz besetzt werden, um Abstände wahren zu können. Die Folge: Es müssen doppelt so viele Fahrzeuge ausrücken wie zu Nicht-Corona-Zeiten.

Auch die Nachbearbeitung von Einsätzen, so Marc Wegener, sei mit deutlich höherem Aufwand verbunden. „Alles muss desinfiziert werden, alle Griffe, alle Schal- ter ...“, zählte der stellvertretende Wehrführer auf. Ebenso sind die Abstandsregeln im Feuerwehralltag nicht immer so einfach umzusetzen, wie es in der Theorie vorgegeben wird. „Wie soll man eine Tragkraftspritze, die 180 Kilo wiegt, mit zwei Leuten und Sicherheitsabstand tragen“, fragte Wegener rhetorisch in die Runde des Wehrführungstreffens. „Ich gehe davon aus, dass es in diesem Jahr keinen normalen Übungs- und Veranstaltungsbetrieb mehr geben wird“, vermutete Michael Kahl und fügte hinzu, dass die Truppmannausbildung, die Grundausbildung eines jeden Feuerwehrkameraden, nach aktuellem Stand aber noch in diesem Jahr stattfinden könne.

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