Besitzer der Graswarder-Häuser wollen bis spätestens 2022 einen vorgelagerten Küstenschutz

Einstimmig für Holzbuhnen

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Henning Kreiselmaier fungiert seit Vereinsgründung im Januar als Sprecher der Hausbesitzer auf dem Graswarder.

Heiligenhafen –Von Patrick Rahlf– Um mit einer Stimme zu sprechen, haben sich die Besitzer der Graswarder-Häuser im Januar dieses Jahres zu einem Verein zusammengeschlossen (wir berichteten). Jetzt haben sie die erste große Entscheidung einstimmig auf den Weg gebracht. „Bis spätestens 2022 wollen wir vor unseren Häusern Holzbuhnen haben“, sagte Henning Kreiselmaier, 1. Vorsitzender des Vereins für den Erhalt der Kulturdenkmale auf dem Graswarder

Zehn bis zwölf Holzbuhnen mit einer Länge von 80 bis 100 Metern sollen es werden, um eine „nachhaltige Strandsicherung“ zu betreiben. „Natürlich wird es Zeit brauchen, aber langfristig erhoffen wir uns durch die Maßnahme einen 30 Meter breiteren und anderthalb bis zwei Meter höheren Strand vor den Graswarder-Häusern. Nur so können wir Sturmfluten effektiv die Stirn bieten und die Häuser, die auch touristisch einen hohen Stellenwert für Heiligenhafen haben, erhalten“, sagte Kreiselmaier im Gespräch mit der HP. Der Graswarder besitze darüber hinaus die Funktion, den dahinter liegenden Küstenbereich zu schützen.

Wie der Vereinsvorsitzende erklärte, hätten sich die 35 Mitglieder intensiv mit der Thematik beschäftigt und seien zu der Erkenntnis gelangt, dass Holzbuhnen alternativlos seien. „Uns haben nicht zuletzt auch die Ergebnisse des Testbuhnenfeldes auf dem Steinwarder, das bekanntlich noch verlängert werden soll, beeindruckt. Wir streben die Einheitlichkeit des Küstenschutzes im Einklang mit den Holzbuhnen auf dem Steinwarder an.“

Doch wie sieht der weitere Fahrplan aus? In den kommenden Wochen sind Abstimmungsgespräche mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz des Landes Schleswig-Holstein geplant, um eine Genehmigung für die Maßnahme zu erhalten. „Wir wollen, auch im Einklang mit dem Naturschutz, eine Lösung finden, die für alle zufriedenstellend ist“, so Kreiselmaier, der deutliche Worte fand: „Es ist fünf vor zwölf. Eigentlich hätte man schon vor 30 Jahren reagieren müssen, nun müssen wir Gas geben.“ Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden die Graswarder-Häuser bekanntlich durch die beiden Sturmfluten Anfang dieses Jahres als auch Anfang 2017.

Ebenfalls treibt der Verein die Bemühungen an, damit seine Gemeinnützigkeit anerkannt wird. Bei kalkulierten Baukosten in Höhe von 700000 Euro für den vorgelagerten Küstenschutz hofft der Verein auf die Unterstützung von Stiftungen. „Den restlichen Betrag werden wir über Spenden aufbringen müssen.“

Pläne verliefen im Sande

In der Vergangenheit gab es zwar immer wieder Überlegungen, wie der Graswarder gesichert werden könnte, alle Bemühungen verliefen aber im Sande. So war Mitte der 50er-Jahre am Kopf des Graswarders eine 150 Meter lange Sichelbuhne geplant, und auch ein 1997 gegründeter Verein wollte sich der Strandsicherung annehmen. „Wir hoffen, dass wir Ende des Jahres das Siegel der Gemeinnützigkeit für uns beanspruchen können, um dann alles weitere in die Wege zu leiten“, sagte Kreiselmaier, der für 14 der insgesamt 16 Hausbesitzer spricht.

In den vergangenen Monaten hat der NDR übrigens eine Reportage über die Graswarder-Häuser gedreht. Eine Ausstrahlung im Rahmen der „Nordstory“ wird im Frühjahr erfolgen.

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