Ausschuss positioniert sich gegen Großsanierung des Martin-Luther-Kindergartens

Einstimmig für Kita-Neubau

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Erst wenn man hinter die Kulissen des Kindergartens guckt, fallen die vielen sanierungsbedürftigen Stellen im Gebäude auf. Ein Foto vom Innenbereich der Kindertagesstätte durfte die HP allerdings nicht machen.

Heiligenhafen –Von Mareike Falz– Auf den ersten Blick wirkt der Martin-Luther-Kindergarten in Heiligenhafen mit seinem farbenfrohen Eingangsbereich und der leicht verspielten Architektur kinderfreundlich und einladend, doch nicht ohne Grund ist die Kindertagesstätte im Kurzen Kamp seit Monaten immer wieder Thema in der kommunalen Politik. Denn ein Blick hinter die Kulissen verrät, dass das Gebäude erhebliche Mängel aufweist. Wasserschäden durch defekte Rohre, ein nicht ausreichender Brand- und Arbeitsschutz sowie fehlender Platz sind nur ein paar der aktuellen Probleme, mit denen der Kindergarten täglich zu kämpfen hat.

Eine umfangreiche Sanierung oder ein kompletter Neubau sind die beiden Möglichkeiten, die es gibt, damit der Kindergarten langfristig zukunftsfähig ist. Aber auch kurzfristig müssen schnell Maßnahmen her. „Wir müssen jetzt handeln, sonst ist die Betriebserlaubnis weg“, sagte Beate Brand, Leiterin des Kita-Werks, am Dienstagabend bei der Sitzung des Ausschusses für gesellschaftliche Angelegenheiten im Rathaus. Für rund 275700 Euro soll die Kita nachgerüstet werden, damit sie mittelfristig – also die nächsten drei Jahre – betrieben werden kann. „Ich würde empfehlen, das Gebäude betriebssicher zu machen, damit kein Kind oder Mitarbeiter zu schaden kommt und im Hintergrund massiv an einer langfristigen Lösung arbeiten“, sagte Brand, die den Wunsch hat, dass ein Neubau des Martin-Luther-Kindergartens realisiert wird.

Sanierungskonzept verhindern

Auch der Ausschussvorsitzende Andreas Zimmer von der FDP sprach sich für einen Neubau aus: „Wir sollten versuchen, ein Sanierungskonzept zu verhindern“, sagte Zimmer, der auch einen Neubau auf einem anderen Gelände bevorzugen würde, um den Kita-Kindern Baustellenarbeiten im Hintergrund und Lärmbelästigung zu ersparen.

Diskussionsbedarf aus den Reihen der Ausschussmitglieder gab es keinen – einstimmig wurde der Beschlussvorschlag, auf eine Sanierung zu verzichten, angenommen. Zum einen seien die grob geschätzten Kosten von etwa zwei Millionen Euro zu hoch, zum anderen gebe es aktuell keine passende Möglichkeit, die Kindergartenkinder in der Renovierungsphase, die etwa neun Monate betragen würde, unterzubringen. Zudem wäre auch eine dringend benötigte Gruppenerweiterung durch Gebäudesanierungen nicht möglich.

Auch die Überlegung, das neue Kindergartengebäude dorthin zu bauen, wo derzeit das Feuerwehrgerätehaus ist, wurde verworfen. Zunächst müsse das neue Feuerwehrhaus am Höhenweg gebaut und das alte zurückgebaut werden, bevor ein Kindergarten an dieser Stelle geplant werden könne. Aufgrund des langen zeitlichen Horizontes wurde daher empfohlen, von dieser Variante Abstand zu nehmen.

Gut vier Millionen Euro würde nach ersten Berechnungen ein Neubau kosten – durch die Schaffung von jeweils 20 zusätzlicher U3- und Ü3-Plätze ist zudem mit einer Förderung von 880000 Euro zu rechnen.

Stimmt auch die Heiligenhafener Stadtvertretung dem Beschlussvorschlag zu, werden die nächsten Schritte sein, dass die Verwaltung mögliche Förderungen und eine umfassende Kostenkalkulation für einen Neubau ermittelt.

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