Großeinsatz im Hafen: Heiligenhafener Feuerwehr lenzt den Kutter, der auf Fangreise gehen wollte

„Elvira“ durch Eis leckgeschlagen

Mit Schlagseite liegt der Kutter „Elvira“ an der Fischereibrücke Ost.  Foto: Foth

HEILIGENHAFEN (ft) • Bei acht Grad Minus und einem eiskalten Ostwind, der die gefühlte Temperatur auf minus 15 Grad herunterdrückte, hatte die Feuerwehr es am Montag in einem vierstündigen Einsatz geschafft, den Kutter „Elvira“ vor dem Sinken zu retten.

Der Kutter hatte im Kommunalhafen vor dem Gebäude der Fischerei-Genossenschaft gelegen, um alles für die bevorstehende Fangreise klarzumachen.

Gegen elf Uhr hatte Kutterkapitän Michael Preuß und Matrose Rüdiger Dahnke die Leinen los gemacht, um das Schiff zur Fischereibrücke an der Ost-Mole zu verlegen. „Irgendwie müssen sich Eisschollen übereinander geschoben haben, sodass die Kutterwand im Wasserbereich beschädigt wurde“, vermutet Kutterkapitän Michael Preuß. Der Kutter nahm Wasser und machte Schlagseite. Die anrückende Feuerwehr versuchte mit Lenzpumpen das Wasser aus dem Schiff zu holen. Als die ersten zwei Pumpen es nicht schafften, setzte Wehrführer Stephan Brumm alle sechs Pumpen der Wehr ein und zwei weitere Pumpen vom Bauhof und der DGzRS. Bei einer Wasserförderung von jetzt 5 000 Liter pro Minute gelang es den Feuerwehrleuten, das Wasser aus dem Schiff zu bekommen. Zwei Taucher hatten dann von außen das Leck abdichten können.

Von innen übernahm Holger Much, Inhaber der Göttsch-Werft, die Aufgabe, das Leck zu schließen. Der Feuerwehreinsatz, die Taucherarbeiten und das Abdichten des Lecks von innen zeigten Wirkung. Der Wassereinbruch war gestoppt. Sicherheitshalber hatte die Feuerwehr noch eine Pumpe an Bord gelassen.

• 28 Kameraden

• im Einsatz

Insgesamt waren 28 Feuerwehrleute im Einsatz. An einem Arbeitstag ist es für die Feuerwehr nicht einfach, so viele Einsatzkräfte zur Verfügung zu haben. So musste die Leitstelle mehrmals eine Alarmschleife auslösen. Dazu kam erschwerend die massive Kälte, die es fertig brachte, dass sogar eine Lenzpumpe einfror.

Wie Wehrführer Brumm betonte, mussten nach dem Eissatz alle Förderpumpen in der Waschhalle des Gerätehauses mit warmem Seifenwasser durchgespült und gesäubert werden. Auch die Überlebensanzüge, die zwei Feuerwehrleute getragen hatten, um die Pumpschläuche im Schiff zu platzieren, bedurften einer Spezialreinigung.

hp-online/lokales vom 27. Januar 2010

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