Erst geht Heiligenhafen mit „Feibeutermukke“ sprichwörtlich baden, nur um einen Tag später hell zu erleuchten

Abbaden und Ausleuchten

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Das Abbaden war eine kühle Angelegenheit.

HEILIGENHAFEN -mb- Mit zwei sehr unterschiedlichenVeranstaltungen in Heiligenhafen wurde ein letztes Mal dem Sommer gehuldigt und zugleich die glanzvolle Winterzeit willkommen geheißen. Konkret: Am Sonnabend traten rund 30 Unerschrockene den Weg in die Fluten an, und gestern trotzten zahlreiche Teilnehmer einer Leuchtstabwanderung der dunklen Jahreszeit. 

Sonne pur, 11 Grad, aber eine steife Brise, erwartete die Abbader auf dem Seebrückenvorplatz. Diese – teilweise in Bademäntel und Handtücher eingepackt – sorgten für eine skurrile Optik zwischen den winterlich bekleideten Zuschauerinnen und Zuschauern. Über den Ablauf der Veranstaltung informierte Thuan Nguyen, Veranstaltungsleiter beim Tourismus-Service Heiligenhafen.

Über den Ablauf der Veranstaltung informierte Thuan Nguyen, Veranstaltungsleiter beim Tourismus-Service-Heiligenhafen, per Megafon. Die Lübecker Gruppe „Freibeutermukke“ war mit 65 Musikerinnen und Musikern nach Heiligenhafen gekommen und geleitete die „Bademantel-Gladiatoren“ mit ihren Fanfaren, Mellophonen, Bassdrums und Glockenspielen in die Arena am Strand. Dann ging alles ganz schnell: rein und raus. Viele bibberten, auch vom Zusehen, aber heiße Snacks und Getränke sowie eine Saunatonne halfen letztendlich gegen die Kälte. Wieder mit dabei war auch Heiligenhafens Touristikleiter Manfred Wohnrade, der im Anschluss feststellte, dass ihm das Anbaden zu Ostern besser gefallen hätte. „Dennoch hatte ich es mir heute im Vorfeld noch kälter vorgestellt“, lächelte Wohnrade. Und weil es allen Beteiligten offensichtlich so viel Spaß gemacht hat, geht es am 1. Januar gleich mit einem entspannten Bad in den Fluten zur Begrüßung des neuen Jahres weiter. Das Wasser wird dann sicherlich keine zehn Grad haben, aber Grund zur Sorge besteht nicht, denn die Temperatur außerhalb des Wassers wird sich entsprechend anpassen.

Auf dem Kapitän-Willi-Freter-Platz wurden gestern bis 18 Uhr von Thuan Nguyen und den Mitarbeiterinnen des Tourismus-Service rund 400 blinkende Leuchtstäbe verteilt, bevor im Anschluss, angeführt vom Heiligenhafener Spielmannszug, gut 250 Menschen auf die Seebrücke vorrückten. Als sich alle auf der Brücke befanden, legte Nguyen den Lichtschalter um und plötzlich zappelten nur noch die Leuchtstäbe auf der Brücke. Auf dem Seebrückenvorplatz breitete sich derweil Lagerfeuerstimmung aus: Lia zupfte einfühlsame Songs auf ihrer Gitarre, eine Feuerschale und Glühwein sorgten für Wärme und dazu gab es leckeres Stockbrot. 

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