Mittlerweile sind in den vergangenen acht Jahren mehr als 30 Millionen Euro in die Instandsetzung des Heiligenhafener Ferienparks investiert worden.
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Mittlerweile sind in den vergangenen acht Jahren mehr als 30 Millionen Euro in die Instandsetzung des Heiligenhafener Ferienparks investiert worden. Mit dem Ergebnis sind viele Eigentümer nicht zufrieden.

„Dafür haben wir nicht Millionen von Euro investiert“

Sanierungsärger im Ferienpark: Viele Eigentümer sind unzufrieden

  • Patrick Rahlf
    VonPatrick Rahlf
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Seit 2014 sind deutlich mehr als 30 Millionen Euro in die Instandsetzung des Heiligenhafener Ferienparks investiert worden. Ein einziger Kraftakt für alle Beteiligten. Doch mittlerweile ist die Euphorie der Erkenntnis gewichen, dass es erhebliche Mängel gibt. 

  • Zahlreiche Durchfeuchtungen und Wassereintritte in den Treppenhäusern und Übergangsbrücken.
  • Eigentümer verlangen ordnungsgemäß durchgeführte Arbeiten.
  • Hausverwaltung will nun einen Bausachverständigen hinzuziehen.

Heiligenhafen – „Trotz einer kostenaufwendigen Fassadensanierung, Betonwartung und neuer Fenster in den Gemeinschaftsbereichen unseres Ferienparks ist eine erhebliche Anzahl an Wassereinbruch-Schäden zu verzeichnen“, sagt eine Wohnungseigentümerin (Name der Redaktion bekannt), die sich dafür einsetzt, dass die Missstände „nicht unter den Teppich gekehrt werden“. Einige Fassaden-Schäden seien bereits vor der umfangreichen Sanierung bekannt gewesen, doch mittlerweile seien es mehr als vorher. „Nach Aussagen mehrerer Eigentümer, die beruflich im Baugewerbe zu Hause sind, gehen die Wasserschäden auf die neu eingebauten Fenster und deren Anschlüsse zurück. Aber es wurden auch Wasserschäden an den Fassaden festgestellt, obwohl umfangreiche Beton-Wartungen stattgefunden haben“, führt die Anwohnerin weiter aus.

Nur eine kleine Auswahl der insgesamt rund 120 im Februar dokumentierten Schäden in den Fluren des Ferienparks.

Eine weitere Eigentümerin, die ebenfalls anonym bleiben möchte, erklärt bei einem Vor-Ort-Termin, dass niemand an den Pranger gestellt werde, alle Eigentümer aber einen Anspruch auf ordnungsgemäß durchgeführte Arbeiten hätten. „Nach diesem Sanierungs-Kraftakt, der uns alle viel Geld gekostet hat, hätte ich erwartet, dass für mindestens zehn bis 15 Jahre Ruhe herrscht. Was nun aber zum Vorschein kommt, dafür haben wir nicht Millionen von Euro investiert.“

Die Fenster wurden im Zuge der Sanierung komplett ausgetauscht, auch das Mauerwerk ist umfangreich saniert worden.

Schon seit längerer Zeit hätten sie und viele weitere Eigentümer die Schäden der Hausverwaltung gemeldet, eine Reaktion hat lange auf sich warten lassen. „Am 25. Februar gab es endlich ein Statement der Verwaltung im internen Bereich unserer Internetseite. Damit ist ein erster Schritt getan, aber es müssen noch viele folgen.“

120 Mängel offiziell dokumentiert

In dem Schriftstück, das der HP vorliegt, heißt es, dass es zu rund 120 Durchfeuchtungen und Wassereintritten in den Treppenhäusern und Übergangsbrücken gekommen sei. Die Dokumentation der Mängel sei der zuständigen Firma übergeben worden, auch das beauftragte Ingenieurbüro sei in Kenntnis gesetzt worden. „Der Verwaltungsbeirat hat zusätzlich eine Überprüfung durch einen Bausachverständigen empfohlen. Diesem Wunsch sind wir gefolgt“, erklärte Jörn Stein, Büroleiter und Prokurist der Krase Ostsee-Ferienparkverwaltung GmbH auf HP-Anfrage. 

Pfützen im Treppenhaus, obwohl kein Fenster in der Nähe ist.

„Es handelt sich bei den Mängeln nicht um Sturmschäden. Der Sturm mit dem Starkregen hat die Mängel nur wieder eindrucksvoll sichtbar gemacht“, darauf wies ein Eigentümer in einer der vielen Facebookgruppen hin, in denen sich zahlreiche Besitzer der 1694 Wohneinheiten austauschen. Der Ferienpark Heiligenhafen ist nach dem Olympiadorf in München die zweitgrößte Wohnungseigentümergemeinschaft Deutschlands.   

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