Brisanter Antrag von Stadtvertretern zur Belebung des Stadtkerns der Warderstadt / Müller: „Wir sind sauer“

Fünf für die Innenstadt

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Der Thulboden: Könnte belebter sein – da sind sich alle einig. Wie das Ziel zu erreichen ist, da scheiden sich die Geister.

HEILIGENHAFEN -mb- Leuchtturmprojekt an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins, vorbildliche Entwicklung, Ganzjahrestourismus – diese Worte sind stete Begleiter bei öffentlichen Reden über die Warderstadt. Viel Lob, das wohl nicht auf den Stadtkern Heiligenhafens zutrifft, der doch von diesem Entwicklungsschub abgehängt zu sein scheint. Höchste Zeit, etwas dagegen zu tun, sagten sich fünf Stadtvertreter und ließen einen Antrag zur Attraktivierung der Innenstadt auf die Tagesordnung des Haupt- und Finanzauschusses setzen, der am Montag (22. Mai) um 17 Uhr im Rathaus-Sitzungssaal stattfindet und bereits im Vorfeld für ordentlich Zündstoff sorgt. Ob der Antrag eine Mehrheit bekommt, ist völlig offen.

Hinter dem Vorstoß stehen die Stadtvertreter Petra Kowoll (CDU), Gerd Panitzki (Grüne), Georg Rehse (CDU), Rainer Rübenhofer (Grüne) und Gottfried Grönwald (BfH), der zugleich Bürgervorsteher der Stadt ist und als Initiator des Antrags gilt.

Die Antragsteller loben zunächst die touristische Entwicklung Heiligenhafens, kritisieren jedoch, dass eine entsprechende Entwicklung in der Altstadt bisher nicht gegeben ist. Dies müsse sich schnellstmöglich ändern, indem „alle Verantwortlichen – Stadtverwaltung, HVB und Selbstverwaltung – in diesen Prozess eingebunden werden“.

Die Krux am Antrag findet sich gleich in den ersten beiden Sätzen des Beschlussvorschlags. Hier heißt es, dass „ein entsprechender Masterplan von den HVB“ zu entwickeln sei, da „Tourismus und Anforderung an die Innenstadt eng miteinander verknüpft sind“. Die Verwaltung sei in diesen Prozess einzubinden, da ihr im Sinne der Gemeindeordnung die städtebauliche Entwicklung obliegt.

Bürgermeister Heiko Müller spricht von unbedachtem Aktionismus und einem Angriff auf die Stadtverwaltung. „Wir sind sauer. Es gibt Regeln – das fängt bei der Gemeindeordnung an und demnach ist die Stadtverwaltung mit der Innenstadtentwicklung betraut“, so Müller, der in diesem Antrag auch den Vorwurf der Untätigkeit seitens der Verwaltung sehe. „Ideen sind gut, aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen“, so Müller und weiter: Man sei stets bemüht, Fördermittel „anzuzapfen“, da die Finanzierbarkeit keinesfalls aus den Augen zu verlieren sei. „Am Ende muss es die Stadt zahlen“, so Müller.

Bürgervorsteher Grönwald widerspricht und verteidigt den Antrag, den er als gemeinschaftliches Ansinnen bezeichnet: „Wir wollen, dass es losgeht. Alles drumherum lenkt nur von den eigentlichen Problemen ab und ist nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger Heiligenhafens.“

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