Stiftung Naturschutz stellt neues Lagunenprojekt für Eichholzniederung vor

Galloways auf Salzwiesen und neue Tümpel für Kröten

Vor den Salzwiesen am Hohen Ufer stellen Hauke Drews und Britta Küper von der Stiftung Naturschutz sowie der Landesnaturschutzbeauftragte Klaus Dürkop (r.) das neue Naturschutzprojekt vor. Links: 1. Stadträtin Helga Wiedersich.

Vor den Salzwiesen am Hohen Ufer stellen Hauke Drews und Britta Küper von der Stiftung Naturschutz sowie der Landesnaturschutzbeauftragte Klaus Dürkop (r.) das neue Naturschutzprojekt vor. Links: 1. Stadträtin Helga Wiedersich.

Von Peter Foth

HEILIGENHAFEN • In der Eichholzniederung, gleich hinter dem Weg zum Hohen Ufer, brummte der Bagger. Hier werden Tümpel ausgehoben, alte Zäune entfernt und neue gesetzt. Am Donnerstag stellte die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, vertreten durch Hauke Drews und Projektmanagerin Britta Küper, das neue Naturschutzprojekt vor, durch das die Lagunenlandschaft wieder aufleben soll.

Auf dem eingezäunten Land, das der Stiftung gehört, werden künftig Galloway-Rinder weiden und ungestört ihrer Bestimmung als „Landschaftspfleger“ nachgehen können. Die Naturschützer hoffen, dass sich viele für dieses Gebiet typische Vogelarten wie Rotschenkel, Austernfischer und Flussregenpfeifer hier wieder ansiedeln.

Natürlichen Wasserhaushalt wiederherstellen

„Wir haben uns hier für einen engmaschigen Schafszaun entschieden, damit Füchse und Hunde den brütenden Küstenvögeln und Rindern nicht zu nahe kommen“, erklärt Britta Küper gegenüber unserer Zeitung. Aber auch Kreuz- und Wechselkröten will die Stiftung Naturschutz auf den Stiftungsflächen ansiedeln. Dazu muss jedoch der natürliche Wasserhaushalt wieder hergestellt werden.

„Gerade flach überflutetes Gras im salzigen Weideland sei das optimale Laichgewässer für Kreuzkröten“, weiß Britta Küper zu berichten. Ubd die Rinder sorgen dafür, dass keine Büsche aufwachsen, die Schatten spenden, denn die Kröten bevorzugen flache Gewässer, die sich im Frühjahr rasch erwärmen.

Zu dem Maßnahmenbündel gehört auch das Mähen der kleinen Insel in der Lagune. Hoch aufwachsende Gräser und Röhricht werden geschnitten, um wieder Platz für die vor 15 Jahren erloschene Möwenkolonie zu schaffen. Die Mittel für die Baumaßnahmen (25000 Euro) stammen aus dem von der EU kofinanzierten LIFE-Projekt     „BaltCoast“ (Gesamtvolumen: 5,7 Millionen Euro), das wertvolle Küstenlebensräume von Deutschland über Schweden bis nach Estland verbessern soll.

Wie die Naturschützer versicherten, soll eine Wanderung entlang des Strandwalls für Spaziergänger – inklusive Genuss der Landschaft – auch weiterhin möglich sein. Sollte die Ostsee in der Eichholzniederung weiter Land abtragen, werde die Stiftung den Zaun zurücksetzen, damit der Strandstreifen weiter passierbar bleibe, versicherte Britta Küper.

Heiko Müller lehnt weitere Kröten-Tümpel ab

Doch nicht alle sind über die Maßnahmen so glücklich wie die Natürschützer. Zu ihnen gehört Bürgermeister Heiko Müller, der gestern deutliche Kritik übte. Die Absicht, weitere Salzwiesenflächen einzuzäunen und zu beweiden, die der Stadt Heiligenhafen gehörten und bis an den Seepark und fast ans Ferienzentrum heranreichten, stießen bei ihm auf energischen Widerstand: „Ich bin total gegen solche Hauruck-Lösungen.“ Weitere Kröten-Tümpel anzulegen, lehnte Müller ab.

Die erste Stadträtin Helga Wiedersich riet zu einer Beratung im Umwelt-, Bau- und Kleingartenausschuss und  konnte sogleich den Ausschussvorsitzenden Uwe Dahm in das Gespräch einbeziehen. Danach sollte die Stadtvertretung beschließen, inwieweit die städtischen Flächen genutzt werden könnten, sagte Helga Wiedersich.

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