Mehrheit für einen Weiterbau / Bürgervorsteher Norbert Suhr bietet eigener Fraktion die Stirn

„Gehweg-Posse“ ein Ende gesetzt

Bürgervorsteher Norbert Suhr setzte sich mächtig zur Wehr gegen die Argumente seiner Fraktionschefin Helga Wiedersich.

Von Andreas HöppnerHEILIGENHAFEN • Der Gehweg an der Bergstraße, der momentan noch am Begrüßungsschild endet, wird nun doch bis zur Feldstraße weitergebaut.

Ein von Bürgervorsteher Norbert Suhr (CDU) in die Stadtvertretung eingebrachter Antrag fand in der Sitzung der Stadtvertretung eine Mehrheit, da zwei CDU-Vertreter (Nicolaj Nieden, Klaus Peter Baier) sich bereit erklärten, mit „Ja“  zu stimmen. Wann allerdings mit der Baumaßnahme  begonnen werden kann, steht noch nicht fest, Bürgermeister Heiko Müller rechnet aber damit, dass die Baufirma nicht vor dem Herbst über freie Kapazitäten verfügt.

Auf der Frühjahrssitzung der Stadtvertretung hatte die CDU-Mehrheitsfraktion aus finanziellen Erwägungen heraus nur einen Ausbau des Gehweges vom Höhenweg bis zum Begrüßungsschild befürwortet. 37100 Euro waren hierfür im Haushalt bereitgestellt (HP, 26. März 2007). Zudem sah die CDU-Fraktion die Sicherheit der Bürger durch den Gehwegbau direkt an der Bergstraße ausreichend gewährleistet. Doch schon damals wich Suhr von der Linie der CDU-Fraktion ab und votierte zusammen mit der SPD für einen durchgängigen Gehwegbau bis hinunter zur Feldstraße.

CDU-Fraktion fühlt sich brüskiert

Jetzt legte Suhr mit seinem Antrag nach – sehr zur (Schaden-)Freude der SPD-Fraktion. Miese Stimmung hingegen in Reihen der Christdemokraten, die sich  vom Alleingang des Bürgervorstehers brüskiert sahen,  eine Sitzungsunterbrechung beantragten und sich – ohne Bürgervorsteher Norbert Suhr – zur Beratung zurückzogen. „Wir hätten uns einen offenen Dialog gewünscht“, so CDU-Fraktionssprecherin Helga Wiedersich, die überzeugt war, dass man „einen gemeinsamen Weg gefunden“ hätte.  „Keine Sorge, auch wir wollen den Gehweg zu Ende bringen“, ließ Jan Rohde (CDU) die Stadtvertretung wissen. Nur wann? Das ließ er offen. CDU-Fraktionschefin Wiedersich kritisierte deutlich, dass Suhr nicht das Gespräch mit der Fraktion gesucht habe.

Dieser widersprach und sagte, dass er mit zwei Personen aus der Fraktion im Vorwege gesprochen hätte. Zudem hätte man ihn ja auch anrufen können, da man von seinem Vorhaben gewusst habe. „Ich tue das nicht für mich“, so Suhr, der ergänzte, dass es nicht angehen könne, dass ein Gehweg „im Nirwana“ ende.

„Der Antrag läuft offene Türen ein“, signalisierte SPD-Fraktionschef Peter Ascheberg  Zustimmung und verwies da-rauf, dass in der breiten Öffentlichkeit von „einem Schildbürgerstreich“  gesprochen werde, den Gehweg auf halber Strecke enden zu lassen. Er selbst habe festgestellt, dass die Gefahr zurzeit keinesfalls beseitigt sei, denn die Bürger würden zur Feldstraße den kürzesten Weg direkt an der Bergstraße nehmen. Und dieser sei höchst gefährlich.

Bei der anschließenden Abstimmung, die auf Antrag Peter Aschebergs namentlich erfolgte, enthielten sich sechs CDU-Vertreter, Peer Hansen stimmte dagegen, während Nicolaj Nieden und Klaus Peter Baier den Antrag des Bürgervorstehers mehrheitsfähig machten. Zuvor hatte CDU-Sprecherin Helga Wiedersich nach der Sitzungsunterbrechung angekündigt, dass zwei Christdemokraten mit „Ja“ stimmen würden, die Enthaltungen sollten verdeutlichen, dass man die Vorgehensweise des Bürgervorstehers missbillige. SPD, der parteilose Tihomas Beerbohm sowie Gerd Panitzki (Grüne) stimmten schließlich für den Antrag Suhrs, sodass der Posse, wie Panitzki die Angelegenheit bezeichnete, ein Ende bereitet werden konnte. Der Vertreter der Grünen sprach von zwei Fehlern, die in diesem Zusammenhang gemacht worden seien: Den Gehweg überhaupt zu bauen, aber ebenso ihn nicht weiterzubauen.

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