Schiffsportrait hing bereits vor fast 140 Jahren im Rathaus / Ein Geschenk der Fielmann AG

Ein Gemälde kommt nach Hause

Das Ölgemälde der „Holsatia“ ist nun wieder dort gelandet, wo es ursprünglich herkam. Stephan Sell (l.) von der Oldenburger Fielmann-Filiale überreichte es am Donnerstag Heiligenhafens Bürgermeister Kuno Brandt. Auch die geschichtsinteressierte Leiterin des Heimatmuseums, Petra Mischke, ließ sich die informative Übergabe nicht entgehen.
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Das Ölgemälde der „Holsatia“ ist nun wieder dort gelandet, wo es ursprünglich herkam. Stephan Sell (l.) von der Oldenburger Fielmann-Filiale überreichte es am Donnerstag Heiligenhafens Bürgermeister Kuno Brandt. Auch die geschichtsinteressierte Leiterin des Heimatmuseums, Petra Mischke, ließ sich die informative Übergabe nicht entgehen.

Heiligenhafen –mf– Es ist eines der schönsten Rathäuser des Landes und gehört zu den geschichtsträchtigsten Gebäuden der Stadt. Doch zum Rathaus wurde die Immobilie am Heiligenhafener Marktplatz erst im Jahr 1926 umfunktioniert. Ursprünglich war das imposante Bauwerk eine private Villa, die der Heiligenhafener Johann Peter Maßmann 1882 hat bauen lassen.

  • Heiligenhafener Rathaus ursprünglich Villa von Johann Peter Maßmann
  • Schiffsportrait nach vielen Jahrzehnten wieder zurück in alten Räumlichkeiten
  • Bild von der Fielmann AG ersteigert und weiter verschenkt

Die Villa zierte damals ein ganz besonderes Gemälde, das der Kaufmann und Reeder Maßmann in Auftrag gegeben hatte. Bei dem Kunstwerk handelte es sich um ein Schiffsportrait – im Volksmund auch Kapitänsbild genannt –, das die Brigg „Holsatia“, die 1855 auf der Neustädter Werft gebaut wurde, zeigt. Schiffsportraits waren damals Auftragsarbeiten, die Kapitäne oder Schiffsbesitzer von Malern haben anfertigen lassen. Ziel war es, den Anblick ihres getakelten Schiffes mit vollen Segeln auch von zu Hause aus, wenn sie mal nicht auf hoher See waren, genießen zu können.

Im Jahr 1866 wurde Maßmanns Brigg (ein zweimastiges Segelschiff mit Rahsegeln an beiden Masten) umgebaut, 1890 wurde sie als gesunken aus den Schiffsregistern gelöscht. Geblieben ist von der „Holsatia“ nur das 47 mal 59 Zentimeter große Ölgemälde.

Bezeichnet ist das Bild unten rechts mit „S. W. Erichson / Heiligenhafen“ und es trägt die Inschrift „Brig Holsatia Capt. I. Schacht 1856“. Irgendwann verschwand die Darstellung, bis Jürgen Ostwald von der Fielmann AG sie auf einer Auktion entdeckte. Der Kunsthistoriker ist ständig auf der Suche nach verlorenen Schätzen. Hat er etwas Interessantes gefunden, ruft er bei Museen – oder in diesem Fall im Rathaus – an und fragt, ob Interesse bestehe. Dann wird die Rarität gekauft und von der Fielmann AG verschenkt.

Bei der jüngsten Schenkung sei „nur der Rahmen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht original von Johann Peter Maßmann“, erklärte Ostwald. Aus der selben Zeit wie das Bild stamme er allerdings schon.

Nachdem das Schiffsportrait im Auftrag der Fielmann AG restauriert wurde, überreichte der stellvertretende Leiter der Fielmann-Niederlassung in Oldenburg, Stephan Sell, Bürgermeister Kuno Brandt das Gemälde, das auf diese Weise nach vielen Jahrzehnten wieder in die ehemaligen Räumlichkeiten des Reeders zurückkehrt. „Es kann keinen geeigneteren Ort für dieses Gemälde geben“, sagte Brandt, der sich sichtlich über das Geschenk der Fielmann AG freute.

Aufgestellt werden soll das historische Bild in der sogenannten „Reederstuv“ im Erdgeschoss des Rathauses. Ein historisches Zimmer, in dem bereits ein antiker Schreibtisch steht und eine altertümliche Wiege, die ebenfalls von Johann Peter Maßmann stammen soll.

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