Ärztin Gunhild Gille sitzt in ihrer Praxis am Schreibtisch.
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Allgemeinärztin Gunhild Gille hält die ärztliche Versorgung in Heiligenhafen nach dem Generationswechsel in einigen Hausarztpraxen für gesichert.

Versorgung mit Praxen ist gesichert

Überalterung bei Ärzten ist kein Problem mehr

  • Peter Foth
    vonPeter Foth
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Vor zwei Jahren befürchtete man in Heiligenhafen, dass es bald nicht mehr genug Arztpraxen geben könnte, wenn die bisherigen Ärzte in den Ruhestand gehen. Doch mittlerweile hat bei vielen Praxen der Generationenwechsel funktioniert.

  • Damals wurde vom verstorbenen Bürgermeister Heiko Müller die Idee eines Ärztehauses eingebracht
  • In Heiligenhafen funktioniert der Generationenwechsel in den Arztpraxen bisher gut.
  • Ärzteschaft möchte mit dem neuen Bürgermeister Kuno Brandt in Kontakt treten.

Heiligenhafen – Vor zwei Jahren hatte der verstorbene Bürgermeister Heiko Müller die Heiligenhafener Ärzte zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen, um über die Überalterung der Hausärzte in den Heiligenhafener Hausarztpraxen zu sprechen. Seine Befürchtung: Die ärztliche Versorgung in Heiligenhafen könne Schaden nehmen, wenn diese Ärzte in den Ruhestand gehen und keine Nachfolger für ihre Praxen finden.

Heiko Müller brachte damals die Idee eines Ärztehauses ins Spiel, das vielleicht von der Stadt gebaut werden und Allgemeinärzte sowie Fachärzte beherbergen könnte. In die Diskussion einbezogen wurde auch das sogenannte „Büsumer Modell“. Hier hat die Stadt Büsum das Ärztehaus gebaut und mit den entsprechenden medizinischen Geräten, wie sie zur Behandlung notwendig sind, ausgestattet. Die Ärzte sind Angestellte der Stadt und ihre Tantiemen werden auch über die Stadt abgerechnet. Diese Praxis klammerte man in Heiligenhafen nach einem Besuch in Büsum allerdings aus, so argumentierte Heiko Müller damals gegenüber unserer Zeitung.

Ärztehaus ist Thema in den Gremien

Nun steht das Thema Ärztehaus erneut auf der Tagesordnung für die nächste Sitzung der Stadtvertretung. Nachdem der Tagesordnungspunkt, wie Bürgermeister Kuno Brandt sagte, zuvor erst noch in den Fachausschüssen, wie Stadtentwicklungsausschuss und Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten, beraten werde. 

„Wir Hausärzte haben geliefert“

Gunhild Gille

Als „Sprecherin der Heiligenhafener Ärzteschaft“ vertritt die Allgemeinärztin Gunhild Gille – auch im Namen ihrer Kollegen – die Meinung, dass ein Ärztehaus aus heutiger Sicht nicht mehr nötig sei. „Wir Hausärzte haben geliefert“, so die Ärztin. In gemeinsamen Kraftanstrengungen sei es gelungen, mit neuen Hausärzten, die von Überalterung betroffenen Praxen neu zu besetzen. Die Praxis von Dr. Haller hat Dr. Brücker übernommen. Dr. Blettenberg hat seine Praxis zum Jahresbeginn an Dr. Schwarz übergeben. Die freigewordene Praxis von Dr. Schubert hat die Hausärztin Gunhild Gille übernommen und betreut mit neuen Ärzten die Patienten von Dr. Schubert in ihrem „kleinen Ärztehaus“ in der Lauritz-Maßmann-Straße. Ein Ärztenotstand durch Überalterung sei nicht mehr vorhanden. Die ärztliche Versorgung stehe für die Zukunft in Heiligenhafen auf sicheren Füßen, sagte Gunhild Gille. 

Auch Fachärzte seien vor Ort vorhanden. So gebe es im Haus der Sparkasse einen Hals-Nasen-Ohrenarzt, eine Augenärztin und einen Kinderarzt. Alle hätten keine Ambitionen, in ein Ärztehaus umzuziehen, war aus Facharztkreisen zu hören. Der Urologe sei nach Oldenburg gegangen und betreue von hier die Patienten im Umland und aus Heiligenhafen. Dazu gebe es einen hervorragenden selbstständigen Chirurgen mit Behandlungsräumen im Ameos-Klinikum.

Gespräch mit dem Bürgermeister

Wie Gunhild Gille betonte, würde sich die Heiligenhafener Ärzteschaft über ein Gespräch mit dem neuen Bürgermeister freuen, um hier noch einmal die Standpunkte der Heiligenhafener Ärzte zu einem Ärztehaus darzulegen. 

Wir konfrontierten Bürgermeister Kuno Brandt mit der neuen Sachlage zur Ärzteversorgung in der Warderstadt. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte der Verwaltungschef, dass bei ihm die Bereitschaft bestehe, das Thema ärztliche Versorgung mit den Heiligenhafener Ärzten zu diskutieren, bevor es in den Sitzungen behandelt werde. Wie Heiligenhafens Bürgermeister sagte, sehe er auch eine erfreuliche Entwicklung in den Hausarztpraxen. Der erfolgte Generationswechsel sei für die ärztliche Versorgung vor Ort positiv.

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