Das DLRG-Team in Heiligenhafen
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Eine bunt gemischte Truppe verrichtet aktuell ihren Dienst am Heiligenhafener Strand. Am Sonntag beginnt die Hauptsaison, dann wird personell noch einmal kräftig aufgestockt.

Für die Hauptsaison gerüstet

Keine Personalnot bei der DLRG in Heiligenhafen

  • Patrick Rahlf
    VonPatrick Rahlf
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Am Sonntag beginnt für die DLRG-Rettungskräfte in Heiligenhafen die Hauptsaison. Alle 22 vorgeschriebenen Kräfte können besetzt werden, weil die Warderstadt unter den Rettungsschwimmern sehr beliebt ist.

  • Rettungsschwimmer konnten während des Corona-Lockdowns nicht trainieren.
  • Badezonen-Bereich wurde 50 Meter weiter Richtung Ufer versetzt.
  • Die Altersstruktur ist unter den Rettungskräften bunt gemischt.

Heiligenhafen – Wenn die Sonne scheint und die Ostsee eine angenehme Badetemperatur erreicht hat, strömen Tausende Menschen an Schleswig-Holsteins Küsten – das bedeutet gleichzeitig Hochbetrieb für die Ehrenamtler der DLRG. „Jeder Ort, der genügend Rettungsschwimmer vorweisen kann, kann sich heutzutage glücklich schätzen“, sagt Klaus Holger Hecken, Einsatzleiter Küste Schleswig-Holstein. Anfang der Woche seien vier von 50 Stationen im nördlichsten Bundesland unbesetzt gewesen, es würden rund 150 Rettungsschwimmer fehlen.

In Heiligenhafen ist die personelle Situation dagegen entspannt. „Wir sind aktuell 13 Kräfte, zehn müssten wir sein. Ab Sonntag beginnt die Hauptsaison, dann sind 22 Rettungsschwimmer vorgeschrieben. Auch diese Zahl werden wir erfüllen“, sagt Hubertus Patzelt, HVB/DLRG-Abschnittsleiter, der bereits in den Wintermonaten akribisch die neue Saison vorbereitet. Und das zahlt sich aus, denn Rettungsschwimmer aus ganz Deutschland kommen sehr gerne nach Heiligenhafen. „Wir haben in der Hauptsaison mehr Bewerber als Plätze, das spricht für unseren Standort. In Heiligenhafen stimmt das Gesamtpaket, hier wird für junge Menschen einfach viel geboten“, berichtet Hubertus Patzelt. Aktuell verrichten unter anderem sieben junge Kräfte aus Bargteheide ihren Dienst auf dem Steinwarder.

Rettungsschwimmer seit Monaten ohne Training

Die Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer seien zwar alle einsatzbereit, optimal ist die Vorbereitung auf die Saison aber nicht gelaufen. „Alle Schwimmbäder waren seit Januar geschlossen, das macht sich natürlich bemerkbar“, erklärt der 27-jährige Philipp Thiel aus Coesfeld und Hubertus Patzelt ergänzt: „Für die schwimmerischen Ausbildungsrückstände kann niemand etwas, sie sind aber nicht von der Hand zu weisen.“ Um es allen Beteiligten einfacher zu machen, ist der Badezonen-Bereich in diesem Jahr 50 Meter weiter Richtung Ufer versetzt worden. 

Dr. Ulrich Pinski (l.) aus Bonn und Philipp Thiel aus Coesfeld mit Heiligenhafens Abschnittsleiter Hubertus Patzelt (M.).

Die Stimmung in der DLRG-Unterkunft ist unterdessen sehr gut. „Die Altersstruktur ist bunt gemischt, aber alle verstehen sich hervorragend“, erzählt der 73-jährige Dr. Ulrich Pinski, der aus Bonn an die Ostsee gereist ist und auch in der DLRG-Unterkunft wohnt. „Das familiäre Zusammenleben fördert definitiv den Teamgeist.“ Getestet werden alle Ehrenamtler direkt bei der Ankunft und im Anschluss alle 72 Stunden auf das Coronavirus. 

Keine Sprünge von der Seebrücke

Bislang habe es in den ersten Dienstwochen nur medizinische Versorgungsfälle gegeben, die an den ASB übergeben wurden. „Eine Wasserrettung hatten wir auch im vergangenen Jahr glücklicherweise nicht“, so Patzelt, der ergänzt: „Das Wasser ist sehr flach dieses Jahr. Kinder sollten aufpassen, dass sie sich nicht zu weit nach draußen treiben lassen.“ Auch die Springer von der Seebrücke habe man Jahr für Jahr im Blick. „Das Wasser ist dort viel zu flach, wir können nur ausdrücklich davor warnen, von der Brücke zu springen“, so die Verantwortlichen.

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