Zoll-Kontrolle Heiligenhafen.
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Mithilfe des sogenannten ScanVan kontrollierte der Zoll Heiligenhafen an seinem Gebäude in der Tollbrettkoppel Gepäckstücke von Busreisenden.

ScanVan nimmt Gepäck Busreisender ins Visier

Modernste Technik: Zoll in Heiligenhafen kontrolliert mit Röntgenstrahlen

  • Lars Braesch
    VonLars Braesch
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Mit einem ScanVan kontrollierte der Zoll Heiligenhafen Gepäckstücke von Busreisenden. Zuletzt erwischte der Zoll im Fährhafen Puttgarden einen Medikamentenschmuggler mithilfe der Technologie.

  • Seit zwei Jahren ist der ScanVan im Wirkungskreis des Hauptzollamtes Kiel im Einsatz.
  • Sogar Möbelstücke und Autoreifen können durchleuchtet werden.
  • Im Idealfall haben die Einsatzkräfte zusätzlich einen Rauschgiftspürhund dabei.

Heiligenhafen – Der ScanVan ist ein mobiles Röntgengerät. Verbaut ist die Inspektionsmaschine in einem Sprinter. „Es ist ein sehr gutes Hilfsmittel, das wir beim Hauptzollamt Kiel seit über zwei Jahren nutzen“, erklärte Zollbetriebsinspektor Martin Steinmetz. Als Strahlenschutzbeauftragter bedient Steinmetz den ScanVan. Ebenfalls musste der erfahrene Zollbeamte einen speziellen Bildauswertungslehrgang absolvieren. „Das war sehr anstrengend. Wir haben den ganzen Tag vorm PC gesessen und uns Röntgenbilder angeschaut“, blickte Steinmetz zurück auf die Ausbildung zum Bildauswerter. 

Die Bedienelemente seien bei jedem Röntgengerät, das der Zoll einsetzt, gleich. So könnte Steinmetz theoretisch auch die Bilder am Hamburger Flughafen auswerten. „Der ScanVan ist für uns eine erhebliche Erleichterung. Auch ist es im Interesse der Reisenden, dass die Kontrolle nicht allzu lange dauert“, so Steinmetz weiter. Aufgrund der immer gleichen Strukturen könne der jeweilige Bildauswerter Zigaretten sehr gut erkennen. Auch sei Gold aufgrund der extrem hohen Dichte sehr gut zu erkennen. Das Gerät zeigt anorganische Stoffe wie zum Beispiel Salpetersäure, Salzsäure, Schwefelsäure in Blau an. Organische Stoffe werden in Orange angezeigt. Erdnusstüten seien ebenfalls orange, darin könne laut Steinmetz ebenfalls Marihuana versteckt sein. „Mineralische Stoffe werden in Grün dargestellt. Badelatschen sind in Grün immer gut zu erkennen, jedoch auch Elfenbein bildetet das Gerät in grün ab“, erläuterte Steinmetz weiter.

Röntgen, wenn der Hund anschlägt

Durchleuchtet das Gepäck: Zollbetriebsinspektor Martin Steinmetz im ScanVan.

„Im Idealfall haben wir einen Rauschgiftspürhund dabei. Dann wird nur das Gepäck geröntgt, bei dem der Hund anschlägt“, sagte Steinmetz. Die Kontrolleinsätze müssen mindestens 48 Stunden vorher bei der Strahlenschutzbehörde im Kieler Umweltministerium angemeldet werden. Die ScanVan-Besatzung, drei Beamte, müssen während der Einsätze die entsprechenden Genehmigungen der Strahlenschutzbehörde mitführen. Wenn der Einsatz wegen Gefahr im Verzug nicht vorher angemeldet werden könne, habe der Zoll aber die Möglichkeit, sich den Einsatz nachträglich genehmigen zu lassen. 

„Durch den ScanVan sind wir sehr flexibel. Es dauert maximal zehn Minuten, bis wir den Sprinter aufgebaut haben“, so der Zollbetriebs- inspektor. Auch sei der ScanVan einmal vom Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern angefordert worden. Das gesuchte Beweismittel sei auch gefunden worden. Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg sowie 70 Kilogramm Wasserpfeifentabak gehörten bislang zu den spektakulärsten Funden von Martin Steinmetz.

Auch Möbelstücke und Autoreifen

Möbelstücke und Autoreifen könne der ScanVan ebenfalls durchleuchten. „Die Technik ist ziemlich ausgereift. Die dänischen Kollegen setzen auf einen Anhänger als Scanner“, berichtete Steinmetz. 

Die Kollegen in Hamburg würden schon seit über zehn Jahren mit dem ScanVan arbeiten. Der Zoll in Lübeck soll demnächst einen ScanVan bekommen. Rund 200000 Euro kostet das Kontrollfahrzeug.  

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