Britta Nöhr steht im Bekleidungsgeschäft „Adenauer & Co.“.
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Britta Nöhr vom Bekleidungsgeschäft „Adenauer & Co.“ hat über Weihnachten durch die ausbleibenden Touristen deutlich weniger Kundschaft.

Zweiter harter Lockdown beginnt heute

Heiligenhafen: Geschäfte schließen wegen Corona

  • Hans-Jörg Meckes
    vonHans-Jörg Meckes
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Die hohen Corona-Infektionszahlen zwingen ganz Deutschland zu einem zweiten harten Lockdown. Das öffentliche Leben in Schleswig-Holstein wird heruntergefahren. Auch in Heiligenhafen müssen die meisten Geschäfte bis zum 10. Januar schließen.

  • Der Heiligenhafener Einzelhandel hat wegen der ausbleibenden Touristen zu Weihnachten wenig Kundschaft.
  • Einige Geschäfte trifft der Corona-Lockdown über Weihnachten und Neujahr mehr, andere weniger.
  • Eine Buchhandlung bietet während des Lockdowns einen Lieferservice an.

Heiligenhafen –hm– Nun ist es so weit: Alle Bundesländer haben sich wegen der stark ansteigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus ab heute auf einen weiteren harten Lockdown bis zum 10. Januar (Sonntag) geeinigt. Das öffentliche Leben wird stark heruntergefahren, damit sich die Menschen nicht mehr in engen Räumen sammeln. Das bedeutet nun, dass alle Bereiche, die nicht der Daseinsvorsorge dienen, ab heute geschlossen bleiben. Die HP hat sich in Heiligenhafen bei einigen Läden umgehört und Inhaber sowie Angestellte nach ihrer Einschätzung der Situation gefragt.

„Wir waren nicht wirklich darauf vorbereitet und hätten uns eher den November für einen Lockdown gewünscht“, sagt Britta Nöhr vom Bekleidungsgeschäft „Adenauer & Co.“. An Weihnachten sei in den Jahren vor Corona ab dem 26. Dezember auf der Flaniermeile in Richtung der Seebrücke normalerweise immer richtig viel los gewesen, beschreibt die Store-Leiterin die Situation in der Vergangenheit. „Das wird uns jetzt fehlen.“ Waren habe das Geschäft bereits ein halbes Jahr vorher bestellt und nutze nun die Möglichkeit, diese über den Onlineshop von Scharbeutz und St. Peter-Ording aus zu verkaufen, erzählt sie weiter. „Man muss es so hinnehmen, aber ich hoffe, dass es was bringt und alle gesund bleiben“, so Nöhr. Sie wünsche trotzdem allen ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Wer 2020 gute Einnahmen hatte, muss sich weniger Sorgen machen

Auch Oliver Leu, der gemeinsam mit Sascha Schwarck die Segelmacherei „O‘Leu“ betreibt, sagt, er habe vorher nicht mit dem Lockdown kurz vor Weihnachten gerechnet. Doch trotz Lockdown sieht er der Zukunft positiv entgegen: „Wir sind ein gesundes Unternehmen und haben im Winter eher wenig Segelkunden. Nur unten fehlt im Einzelhandel das Publikum“, so der Inhaber. Dort verkauft er hauptsächlich maritime und selbst hergestellte Taschen. Der untere Bereich des Einzelhandels werde während des Lockdowns geschlossen, aber die Segelmacherei oben könne weiterhin geöffnet bleiben, weil dieser Bereich ein Handwerksbetrieb sei, so Leu. Er wünscht sich für das neue Jahr vor allem eines: „Für uns ist wichtig, dass die Gastronomie hier wieder aufmacht, damit die Leute wieder herkommen.“ Dass er bislang so gut dastehe, verdanke er auch der für ihn insgesamt guten Saison 2020.

Oliver Leu von der Segelmacherei „O‘Leu“ hatte 2020 eine gute Saison und hat keine Angst vor dem Lockdown.

Die Confiserie „Arko“ wird auch während des Lockdowns weiterhin geöffnet haben, denn sie gelte als Lebensmittelmarkt, erklärte die Inhaberin Gerda Schmidt gegenüber der HP. Ihren Eindruck zur Krisensituation schilderte sie so: „Wenn unsere Stammkunden uns treu bleiben, kommen wir durch, aber wir müssen kämpfen.“ Der große Teil ihrer Kunden habe Verständnis für die Corona-Maßnahmen, sagt Schmidt. In den letzten Tagen vor Weihnachten und dem Lockdown sei allerhand in ihrem Geschäft los gewesen: „Die Leute haben seit Sonnabend sehr viel gekauft.“

Buchbestellungen per Lieferservice

Einen großen Kundenansturm konnte ebenfalls die Buchhandlung „Ton & Text“ in den letzten Tagen vor dem Lockdown verzeichnen, schilderte Mitarbeiterin Anna Benge, die neben einer Schlange von Menschen steht. „Es ist ziemlich voll, und man merkt, dass die Leute ein bisschen in Weihnachtspanik verfallen“, befand Benge. „Ton & Text“ hat einen kontaktlosen Lieferdienst eingerichtet. Die Buchhandlung hat extra einen Informationsflyer erstellt, da sie während des Lockdowns zwar geschlossen ist, aber trotzdem weiter für die Kunden da sein wird. Zu erreichen sind die Mitarbeiter zu den gewohnten Öffnungszeiten per Telefon unter 043621439 und per Whatsapp unter der Nummer 0436152660 sowie per E-Mail an heiligenhafen@tonundtext.de. Am 24. Dezember ist „Ton & Text“ bis 11 Uhr zu erreichen. Danach liefern die Mitarbeiter die letzten Bestellungen aus. Am 31. Dezember wird nicht ausgeliefert, heißt es in der Infobroschüre.

Die Buchhandlung „Ton & Text“ bleibt während des Lockdowns bis zum 10. Januar geschlossen. Es wird ein kontaktfreier und kostenloser Liefer- und Versanddienst sowie die Beratung per Telefon angeboten.

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