Gesundheitsamt wird viel abverlangt / 1198 Personen in Quarantäne

Fachdienst kämpft sich durch die Corona-Krise

Eutin -mb- Wie bereits vorgestern sind auch gestern 14 neue Corona-Fälle in Ostholstein bekannt geworden. Dies teilte der Kreis Ostholstein mit. Damit haben sich seit Pandemieausbruch 426 Ostholsteiner bekanntermaßen mit dem SARS-CoV-2-Erreger infiziert. 152 Personen sind derzeit aktiv erkrankt, wovon fünf im Krankenhaus behandelt werden müssen. 274 gelten als genesen. Aktuell in Quarantäne befinden sich 1198 Einwohner des Kreises. Warum die Zahl so hoch ist, erklärt Kreissprecherin Carina Leonhardt: „In Ostholstein sind derzeit zehn Schulen und drei Kindertagesstätten betroffen. Die hohe Zahl der Personen in Quarantäne ist zum überwiegenden Teil im Zusammenhang mit den getroffenen Maßnahmen in diesen Einrichtungen zu sehen.“

Landrat Reinhard Sager spricht von „großen Herausforderungen“, die die „ausgesprochen hohe Dynamik des Infektionsgeschehens“ für den Fachdienst Gesundheit darstelle. Im Bereich dieses Fachdienstes waren im September 80 Mitarbeiter beschäftigt. Neben dem umweltbezogenen Gesundheitsschutz, zu dem auch die Aufgabe des Infektionsschutzes gehört, hat der Fachdienst weitere Aufgaben zu erfüllen. „Teilweise haben wir Tätigkeiten heruntergefahren“, so Carina Leonhardt. Derzeit werden beispielsweise keine Belehrungen nach dem Infektionsschutzgesetz angeboten.

„Seit Anfang September sind zehn zusätzliche Mitarbeiter befristet für ein Jahr für den Bereich des Infektionsschutzes eingestellt worden. Ab Dezember wird der Bereich nochmals um acht Kräfte aufgestockt“, zählt die Sprecherin auf. Ergänzend erhält der Fachdienst Unterstützung aus anderen Bereichen der Verwaltung. Zusätzlich hat das Gesundheitsamt, wie es auch andere Kreise getan haben, Unterstützung beim Land und dem Robert-Koch-Institut angemeldet und „wird demnächst personell verstärkt“, so Leonhardt. „Den Mitarbeitern wird viel abverlangt, und ihnen gebührt Dank, hohe Anerkennung und Respekt“, weiß Reinhard Sager um die momentane Ausnahmesituation. Seit Beginn der Pandemie seien durch Wochenend- und Feiertagsarbeit Überstunden in erheblichem Umfang aufgelaufen, so der Landrat. Man sei allerdings bemüht, darauf zu achten, „dass die eingesetzten Kräfte die Möglichkeit haben, Entspannungsphasen zu nehmen, um sich entsprechend erholen zu können“. Nicht zuletzt sorge die Unterstützung durch weitere Kräfte über das Land beziehungsweise das RKI für Entlastung.

Der Dienstbetrieb der Kreisverwaltung, so Leonhardt, werde unter Beachtung der coronabedingten Einschränkungen aufrechterhalten. Weiterhin gilt: Der Zugang zum Kreishaus ist zurzeit ausschließlich nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.

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