Cheyenne Brandt und Thomas Kowoll
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Cheyenne Brandt und Thomas Kowoll vom Heiligenhafener Gewerbeverein „Partner mit Herz“ hatten gestern zum Pressegespräch geladen.

Thomas Kowoll und Cheyenne Brandt im Gespräch nach dem Bürgerentscheid

Gewerbeverein bedauert Schwimmbad-Votum

  • Patrick Rahlf
    vonPatrick Rahlf
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Der Heiligenhafener Gewerbeverein „Partner mit Herz“ ist enttäuscht vom Votum gegen das Schwimmbad. Aus betrieblicher Sicht sei eine Mehrheit für das Vorhaben gewesen, eine einstimmige Meinung gab es jedoch nicht.

  • Gewerbeverein wünscht sich mehr Alleinstellungsmerkmale für Heiligenhafen.
  • Die Gewerbetreibenden warten nun auf die alternativen Vorschläge vom „Bündnis Steinwarder“
  • Für die Initiative „Pro Schwimmbad“ sei die Weiterentwicklung des Tourismus in der Warderstadt ausgebremst worden.

Heiligenhafen – Heiligenhafens Bürger haben sich  anlässlich eines Bürgerentscheides deutlich gegen eine weitere Steinwarder-Bebauung ausgesprochen (wir berichteten), somit sind ein Schwimmbad sowie ein weiteres Hotel vom Tisch. Der Heiligenhafener Gewerbeverein „Partner mit Herz“ bedauert diese Entscheidung, akzeptiert aber die demokratische Abstimmung. „Wir empfinden das Votum allerdings als Rückschritt und hätten die Vollendung des touristischen Masterplans begrüßt. Ein Schwimmbad hätte wahnsinnig viele Vorteile mit sich gebracht und wäre ein Projekt gewesen, von dem auch die Einheimischen profitiert hätten“, erklärt Thomas Kowoll, Vorsitzender des Gewerbevereins.  

Heiligenhafen sei ein Ort, der schon vor Jahrzehnten alles auf die Karte Tourismus gesetzt hätte. „Mit Blick auf die nächsten Jahre wäre es gut gewesen, sich in diesem Bereich noch breiter aufzustellen und Alleinstellungsmerkmale zu schaffen, gerade weil es uns an produzierendem Gewerbe fehlt“, gibt Kowoll zu bedenken, schließlich lebe der Großteil der Menschen in Heiligenhafen direkt oder indirekt vom Tourismus. „Ich hoffe, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger, die sich gegen das Projekt ausgesprochen haben, über die Konsequenzen bewusst sind. Ich habe das Gefühl, dass nicht alle wissen, welche Tragweite diese Entscheidung hat – besonders für die Jugend der Stadt“, wird Thomas Kowoll deutlich. 

Schwimmbad wäre auf dem Silbertablett serviert worden

Jahrelang hätte die Stadt Oldenburg bereits versucht, in Zusammenarbeit mit einem Investor ein neues Schwimmbad zu planen, doch immer sei es gescheitert. Mit einer in Aussicht gestellten 90-prozentigen Förderung wäre Heiligenhafen das Schwimmbad förmlich auf dem Silbertablett serviert worden. „Dann hätte man auch mal einen ‚dicken Fisch‘ schlucken müssen, auch wenn einige den Standort als nicht ideal empfunden haben“, so der Vereinsvorsitzende im HP-Gespräch. 

Aus betrieblicher Sicht ist das Vorhaben von der Mehrheit begrüßt worden. Eine einstimmige Meinung gab es aber nicht.

Cheyenne Brandt, Pressesprecherin des Gewerbevereins „Partner mit Herz“

Wie Cheyenne Brandt, Pressesprecherin des Heiligenhafener Gewerbevereins, berichtet, hätte es im Vorfeld des Bürgerentscheides eine Abfrage bei den Vereinsmitgliedern gegeben. „Aus betrieblicher Sicht ist das Vorhaben von der Mehrheit begrüßt worden. Eine einstimmige Meinung gab es aber nicht“, so Brandt. 

Erwartungen an das „Bündnis Steinwarder“

Sowohl Brandt als auch Kowoll sehen das „Bündnis Steinwarder“ nun in der Pflicht, zu liefern. „Wir hören uns gerne an, wie die sanfte Tourismusentwicklung aussehen soll. Auch bleibt spannend, wie und wo nun ein Schwimmbad für die Kinder aus Heiligenhafen und den umliegenden Gemeinden gebaut werden soll.“

Das Hauptanliegen des Gewerbevereins bleibe unterdessen die Belebung der Innenstadt, die seit Jahren auf sich warten lasse. „Wir werden immer weiter vertröstet, dabei hätte man mit kleinen Dingen schon Großes bewirken können“, bemängelt Thomas Kowoll.

Initiative „Pro Schwimmbad“ ist enttäuscht vom Abstimmungsergebnis

Wir haben es nicht geschafft, die mehr als 50 Prozent Nichtwähler zu erreichen. Das ist natürlich sehr schade, aber wir akzeptieren diese Entscheidung.

Michael Jesse, Sprecher der Initiative „Pro Schwimmbad“

Michael Jesse, Sprecher der Initiative „Pro Schwimmbad“, war auch gestern noch vom Abstimmungsausgang enttäuscht. „Wir haben es nicht geschafft, die mehr als 50 Prozent Nichtwähler zu erreichen. Das ist natürlich sehr schade, aber wir akzeptieren diese Entscheidung.“ Die von der Stadtvertretung beschlossene Weiterentwicklung des Tourismus in Heiligenhafen sei seit Sonntagabend aber ausgebremst worden. „Ein Schwimmbad wird es an einem anderen Standort niemals geben, weil es keinen Investor geben wird. Das war die einzige Chance.“  

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