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Neuer Träger gesucht: Kann das Kurhaus „Baltic“ doch noch gerettet werden?

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Von: Patrick Rahlf

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Stand jetzt würde das Kurhaus Ende 2023 schließen.
Stand jetzt würde das Kurhaus Ende 2023 schließen. © Rahlf

Die AW Kur und Erholungs GmbH wird sich Ende 2023 unwiderruflich aus Großenbrode zurückziehen. Diese Entscheidung wurde im vergangenen Monat erstmals offiziell im Rahmen einer Betriebsversammlung der rund 70-köpfigen Belegschaft mitgeteilt. Doch die Angestellten des Kurhauses „Baltic“ geben sich weiterhin kämpferisch und glauben an die Rettung.

Großenbrode – „Der neue Besitzer des Hauses hat großes Interesse daran, dass der Betrieb weiterläuft. Was uns fehlt, ist ein zukünftiger Träger“, erklärte Tania Welzel im Gespräch mit der HP. Das Kurhaus zählt zu den ganz wenigen Einrichtungen in Deutschland, die sich auf die Betreuung von Eltern und Kindern bis Pflegegrad fünf spezialisiert haben. „Der Standort ist langfristig ausgebucht und steht wirtschaftlich gut da. Umso unverständlicher ist es, dass die AWO an einer Fortführung nicht interessiert ist“, sagte Carsten Horn, der zudem enttäuscht ist, dass es keinerlei Unterstützung bei der Nachfolger-Suche seitens des aktuellen Trägers gibt.

„Den zweitgrößten Arbeitgeber Großenbrodes darf man nicht kampflos untergehen lassen. Motivierte Mitarbeiter sind vorhanden und brennen darauf, hier weiterzumachen.“ 

Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise

Auch Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise, der vor vielen Jahren seinen Zivildienst im Kurhaus „Baltic“ absolviert hat, hofft, dass der Standort an der B207 eine Zukunft hat und will ebenfalls bei der Trägersuche unterstützen. „Den zweitgrößten Arbeitgeber Großenbrodes darf man nicht kampflos untergehen lassen. Motivierte Mitarbeiter sind vorhanden und brennen darauf, hier weiterzumachen.“ Im Zuge des Ausbaus der B207 zur vierspurigen Autobahn gebe es einen aktiven Lärmschutz für das Kurhaus, zudem stehe das Angebot der Gemeinde, später am Kai ein Grundstück für einen Neubau zur Verfügung zu stellen, weiterhin. „Wir werden alles versuchen, um bestmögliche Rahmenbedingungen für einen zukünftigen Träger zu schaffen“, versprach Reise. 

Carsten Horn (l.) und seine Kolleginnen Tania Welzel (2.v.l.) sowie Iris Rilke-Femerling setzen ihre Hoffnungen nach guten Gesprächen mit dem neuen Besitzer auf einen neuen Träger. Bürgermeister Jens Reise will ebenfalls unterstützen.
Carsten Horn (l.) und seine Kolleginnen Tania Welzel (2.v.l.) sowie Iris Rilke-Femerling setzen ihre Hoffnungen nach guten Gesprächen mit dem neuen Besitzer auf einen neuen Träger. Bürgermeister Jens Reise will ebenfalls unterstützen. © Rahlf

Das Motto lautet: „Wir sind zu haben“

Die Kurhaus-Belegschaft will derweil nicht tatenlos mit ansehen, wie ihre Arbeitsplätze zum Auslaufmodell werden. „Wir sind zu haben“, lautet der Slogan, mit dem ab sofort Kontakt zu sozialen Verbänden und Krankenkassen aufgenommen werden soll, die als potenzielle neue Träger infrage kommen. „Das Wort des neuen Eigentümers, sehr gerne mit uns als Kurhaus weiterarbeiten zu wollen, eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten. In den Köpfen der Leute hat sich fest verankert, dass das ‚Baltic‘ schließt, doch dazu muss es gar nicht kommen. Wir werden alles dafür tun, dass es nur einen Trägerwechsel am Großenbroder Standort geben wird“, zeigt sich Tania Welzel optimistisch und kämpferisch zugleich. Es sei wichtig, der rund 70 Personen umfassenden Belegschaft eine konkrete Perspektive aufzuzeigen, schließlich müsse der Betrieb weiterlaufen. Und das geht nur, wenn eine Kündigungswelle ausbleibt. 

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